Schulfußball

"Jahr der Schule" setzt positive Impulse - Initiative geht weiter

16.09.2026
Foto: Yuliia Perekopaiko/DFB

Mehr Fußball-AGs, ein deutlicher Anstieg an Schulungen von Lehrkräften und Erzieher*innen, zehntausende bewegte Kinder und Jugendliche - das "Jahr der Schule" des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und seiner Landesverbände hat wichtige Impulse gesetzt. Und es hat gezeigt, welche Kraft in der Zusammenarbeit von Schulen, Vereinen und Verbänden steckt. Das "Jahr der Schule" ist nun mit dem DFB-Schul-Cup 2026 in Frankfurt zu Ende gegangen, die Initiative der Verbände für mehr Sport und Bewegung im Schulalltag aber geht weiter.

Das "Jahr der Schule" war nur ein Anfang, ein erster wichtiger Schritt. Auf diesem Fundament will der deutsche Fußball weiter aufbauen - auch zur Stärkung seiner 23.500 Vereine. Gerade mit Blick auf den Ausbau der Ganztagsbetreuung bleibt es das Ziel, Kindern und Jugendlichen vermehrt niedrigschwellige und regelmäßige Sportangebote zu ermöglichen.

Mehr als 1200 Fußball-AGs

Bundesweit wurden im vergangenen Schuljahr mehr als 1200 Fußball-AGs in Kooperation zwischen Schulen und Vereinen beim DFB registriert. Das war ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein neuer Rekord seit Bestehen des DFB-Programms Gemeinsam am Ball. Noch deutlicher fiel die Steigerung bei den Mädchenfußball-AGs aus (plus 32 Prozent auf 267).

Auch die eingeleitete Fortbildungsoffensive der Verbände schlug sich in positiven Zahlen nieder. In rund 200 Veranstaltungen wurden insgesamt knapp 5000 Lehrkräfte und Erzieher*innen vom DFB und seinen Landesverbänden geschult - 50 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Zudem kamen die DFB-Mobile 364-mal an Schulen und in Fußball-AGs zum Einsatz, das bedeutet einen Anstieg um 64 Prozent.

Schule des Kleinfeldfußballs ist die Basis

Inhaltlicher Schwerpunkt ist die Schule des Kleinfeldfußballs. Sie baut auf der Trainingsphilosophie Deutschland auf und ist niedrigschwellig auf die Schulen mit ihren unterschiedlichen Anforderungen adaptiert. Die kleinen Spielformen in kleinen Spielfeldern sorgen für maximale Bewegung, Intensität und Spaß. Darüber hinaus erfordert die Schule des Kleinfeldfußballs wenig Platz und Material, ist damit relativ einfach zu organisieren.

So unterstützt der DFB die Lehrkräfte dabei, ein flexibles Bewegungsangebot zu schaffen, bei dem alle Kinder eingebunden und in Aktion sind. Im nächsten Schritt will der DFB im Laufe des Schuljahres 2026/2027 ein einfaches und gratis abrufbares E-Learning speziell für Lehrkräfte anbieten, das auf der kürzlich erschienenen Einstiegsschulung für neue Vereinstrainer*innen aufsetzt und stärker auf die Schule zugeschnitten werden soll. Daran arbeitet das Trainer*innenteam um Hannes Wolf derzeit.

"Schwung aus dem 'Jahr der Schule' nutzen"

Hannes Wolf, DFB-Direktor Nachwuchs, Training und Entwicklung, sagt: "Es geht jetzt darum, den Schwung aus dem 'Jahr der Schule' zu nutzen und weitere Verbesserungen zu erzielen. Erste Impulse sind gesetzt, aber wir stehen erst am Anfang. Wir wollen den Spaß an der Bewegung fördern. Einfachheit und ganzheitliches Spielen sind dabei die Schlüssel. Ziel muss sein, die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Vereinen dauerhaft zu stärken. Die Vereine sind wichtige außerschulische Lernorte, das müssen wir noch deutlicher ins Bewusstsein rücken. Wir wollen die Kinder auf ihrem gesamten sportlichen Weg bestmöglich begleiten. Sport ist ein zentraler Baustein für die Gesundheit von Kindern, und gerade Teamsport trägt bei guter Anleitung maßgeblich zur Wertebildung bei."

Prof. Dr. Silke Sinning, DFB-Vizepräsidentin für Bildung, Gesundheit und Safe Sport, sagt: "Das 'Jahr der Schule' hat gezeigt, was möglich ist, wenn Schulen, Vereine und Verbände gemeinsam Verantwortung übernehmen. Sport und Bewegung sind kein freiwilliger Zusatz, sondern unverzichtbar für Bildung, Gesundheit und gesellschaftliche Teilhabe. Damit Sport sein Potenzial gerade im Ganztag entfalten kann, wollen wir konstruktiver Partner der Schulen und Länder sein. Entscheidend sind dabei unsere Vereine. Das 'Jahr der Schule' endet, unser gemeinsamer Einsatz für mehr Sport und Bewegung in der Schule geht weiter."

Gute Noten fürs "Jahr der Schule"

Das trifft auch auf die aktuelle DFB-Schulfußball-Tour zu. Regionale Formate der Landesverbände sollen ebenfalls fortgeführt und weiterentwickelt, zudem die Zusammenarbeit mit Profiklubs und dem Programm Bundesliga bewegt gestärkt werden.

Wie groß der Bedarf ist, unterstreicht eine aktuelle Umfrage im Amateurfußball-Barometer, an der fast 4000 Personen teilgenommen haben. 98 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Mehrwerte des Sports an Schulen stärker ausgeschöpft werden müssen. 99 Prozent halten Sport- und Bewegungsangebote an Schulen generell für wichtig. Als größte Mehrwerte werden körperliche Gesundheit (90 Prozent), soziale Aspekte (85 Prozent), Persönlichkeitsentwicklung und mentale Gesundheit (jeweils 63 Prozent) gesehen.

Im krassen Kontrast dazu steht, wie die tatsächliche Situation an Schulen wahrgenommen wird: Dem dortigen Stellenwert des Sports geben die Befragten auf der Schulnoten-Skala von 1 bis 6 aktuell nur eine 3,98. Sogar als mangelhaft oder ungenügend beurteilen 44 Prozent der Umfrage-Teilnehmer*innen die Lage. Die Frage, ob mehr für Sport und Bewegung getan werden müssen, bejahen 98 Prozent der Befragten. Vor diesem Hintergrund bewerten 80 Prozent die Initiative des DFB mit dem "Jahr der Schule" als gut oder sehr gut.

Kategorien: Schulfußball, DER DFB

Autor: tb