3. Liga

Rekorde, Talente, Fans: Die Highlightfakten der 3. Liga

27.05.2026
Rekordmannschaft Osnabrück: Als erster Klub krönten sich die Lila-Weißen zum dritten Mal zum Meister der 3. Liga Foto: imago

Jede Menge Rekorde. Aufstrebende Talente. Der älteste Spieler der Ligageschichte. Die zweitbeste Zuschauerbilanz seit Ligagründung. Die Saison 2025/2026 in der 3. Liga hatte wieder zahlreiche Highlights zu bieten. DFB.de fasst die wichtigsten Zahlen, Fakten und Statistiken zusammen.

Zuschauerschnitt wieder fünfstellig: Zu einem weiteren Rekord hat es nach dem Aufstieg der Publikumsmagneten Dynamo Dresden und Arminia Bielefeld erwartungsgemäß nicht gereicht. Dennoch erreichte die 3. Liga fast die Marke von vier Millionen Zuschauern (3,978 Mio.), womit die abgelaufene Saison die zweitbeste der Liga-Geschichte war! Zum zweiten Mal seit Gründung der 3. Liga war der Besucherschnitt fünfstellig (10.470 pro Spiel). An 22 Spieltagen strömten mehr als 100.000 Fans in die Stadien. Am besten besucht war der 31. Spieltag (129.102). Seit 2008 waren nun mehr als 45 Millionen Fans live bei den Spielen der 3. Liga in den Stadien dabei.

Fanlieblinge: Unter den Klubs war der F.C. Hansa Rostock der Zuschauerkrösus (24.948, Vereinsrekord in der 3. Liga). Auch Alemannia Aachen (23.098) und der MSV Duisburg (22.949) hatten im Schnitt mehr als 20.000 Fans. An der Essener Hafenstraße kamen so viele Zuschauer (17.361) wie zuletzt vor 55 Jahren in der Bundesliga. Die Hälfte der Liga wies einen fünfstelligen Schnitt auf. In der nächsten Saison meldet sich mit Zweitliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf der Verein zurück, der den Rekord für die bestbesuchte Partie der Drittliga-Geschichte hält. 50.095 Zuschauende waren es am 23. Mai 2009 im entscheidenden Heimspiel um den Aufstieg gegen Werder Bremen II.

Talente im Fokus: 46 Spieler wurden eingesetzt, die zum Saisonende noch keine 20 Jahre alt waren. Allein 20 davon boten die zweiten Mannschaften aus Stuttgart und Hoffenheim auf. Noah Darvich vom VfB Stuttgart II wurde von Trainern, Kapitänen und Fans zum Newcomer der Saison gewählt, er trat damit die Nachfolge von Said El Mala an. Auch andere Talente wie Darvichs Teamkollegen Florian Hellstern (18) und Mirza Catovic (19) oder Clemens Lippmann (19) bei den Münchner Löwen waren bereits Leistungsträger. Ein Shooting-Star war Faton Ademi von Alemannia Aachen, der mit 35 Einsätzen und sechs Toren in die Fußstapfen von Soufiane El-Faouzi trat.

Von der 3. Liga in die Nationalmannschaft: Im WM-Kader der deutschen Nationalmannschaft haben einige Spieler wichtige Schritte einst in der 3. Liga gemacht. Beispiele sind Joshua Kimmich (26 Spiele für RB Leipzig), Antonio Rüdiger (22 Partien für den VfB Stuttgart II), Deniz Undav (42 Scorerpunkte in 69 Drittliga-Spielen für den SV Meppen) oder Jamal Musiala (10 Einsätze für Bayern II). Auch Stars anderer Nationen wie David Alaba und Alphonso Davies liefen einst in der 3. Liga auf.

Der Jüngste: Jüngster eingesetzter Spieler der Saison war Ulms Tibet-Erkan Sevik. Nur die Unterhachinger Gibson Adu und Nick Kaulfers waren in der Liga-Historie jünger. Mit Regensburgs Arian Dizdarevic gab es einen zweiten 16-Jährigen in der abgelaufenen Spielzeit.

Der Älteste: Havelses Ersatzkeeper Alexander Dlugaiczyk wurde am letzten Spieltag kurz vor Schluss eingewechselt und damit zum ältesten Spieler in der Geschichte der 3. Liga. Er ist 43 Jahre alt. In der gesamten Geschichte des deutschen Profifußballs hatte es zuvor mit Klaus Fichtel in der Bundesliga nur einen 43-Jährigen gegeben.

Neuer Tore-Rekord: Erstmals in der Geschichte der 3. Liga steht beim Toreschnitt eine 3 vor dem Komma (3,2). Mit 1219 Treffern wurde der Bestwert aus der Saison 2019/2020 (1137) um 82 Tore überboten. Allein am letzten Spieltag fielen 46 Treffer - nur am 6. Spieltag der Saison 2019/2020 waren es mehr (47).

Gindorf schreibt Geschichte: Erstmals gab es drei Spieler mit mehr als 20 Saisontoren. Torschützenkönig Lars Gindorf stellte mit 28 Treffern eine neue Bestmarke auf. Der Goalgetter von Alemannia Aachen löste damit Dominik Stroh-Engel ab, der es in der Saison 2013/2014 auf 27 Treffer in der 3. Liga gebracht hatte. Es war nicht Gindorfs einziger Rekord: In acht Spielen traf er mindestens doppelt, das war zuvor keinem Spieler in der 3. Liga in einer Saison gelungen.

Traumduo: Alemannia Aachen stellte mit Lars Gindorf (28 Tore) und Mika Schroers (21) das treffsicherste Duo in der Geschichte der 3. Liga. Sie pulverisierten mit insgesamt 49 Toren den bisherigen Bestwert von Justin Eilers und Pascal Testroet, die 2015/2016 für Dynamo Dresden zusammen 41 Treffer erzielt hatten.

Wie Tore fallen: Standardsituationen waren wichtig, aber genau wie in der Bundesliga wurden 76 Prozent aller Tore aus dem Spiel heraus erzielt. Elfmeter gab es so viele wie seit zwölf Jahren nicht mehr (114). 89 davon wurden verwandelt, ein Anteil von 78 Prozent. Ryan Malone leitete mit seinen Einwürfen drei Tore ein. Der effektivste Eckenschütze war Havelses Johann Berger, sechs seiner 53 Ecken führten zu Toren. Insgesamt war Johannes Geis der König des ruhenden Balls: 14 Standards des einst in der Champions League aktiven Schweinfurters führten zu Toren. Darüber hinaus wird es immer wichtiger, Spiele von der Bank zu entscheiden: 224 Joker-Tore sind ebenfalls neuer Rekord in der 3. Liga.

Ewige Torschützenliste: In der Ewigen Torschützenliste der 3. Liga hat sich Marcel Bär mit nun 89 Treffern auf Platz zwei geschoben. Unangefochtener Rekordhalter ist und bleibt Anton Fink (136). Terrence Boyd (73) und Dominic Baumann (71) verbesserten sich in die Top 10.

Rekordmannschaft Osnabrück: Der VfL Osnabrück feierte seinen achten Zweitliga-Aufstieg, vier davon aus der 3. Liga. Als erster Club krönten sich die Lila-Weißen zum dritten Mal zum Meister der 3. Liga. Der VfL spielte die beste Halbserie in der Liga-Geschichte, holte in der Rückrunde 48 Punkte. Vorheriger Bestwert waren 45 Zähler (FC Heidenheim Hinrunde 2013/2014, Karlsruher SC Rückrunde 2012/2013). Mit 13 Siegen und 42 Punkten auswärts stellte Osnabrück weitere Rekorde auf, nie zuvor war ein Team in der 3. Liga erfolgreicher in der Fremde.

Das schwere Los der Zweitliga-Absteiger: Die Absteiger aus der 2. Bundesliga taten sich erneut schwer. Der SSV Ulm 1846 wurde sogar in die Regionalliga durchgereicht – als sechstes Team der Liga-Historie und erste Mannschaft seit Würzburg 2021/2022. Der SSV Jahn Regensburg belegte Rang 13. Von den letzten 23 Absteigern der 2. Bundesliga schafften nur drei den direkten Wiederaufstieg.

Trainer-Entwicklungen: Kontinuität auf der Trainerbank war ein wichtiger Faktor für den Erfolg. Die Top Sechs der Tabelle hielten alle an ihrem Coach fest. Vorzeitig gehen mussten in dieser Saison zwölf Trainer, zwei weniger als 2024/2025. Den größten Fortschritt nach einem Trainerwechsel machte Alemannia Aachen, die unter Mersad Selimbegovic eine furiose Rückrunde spielte und von Platz 15 auf sieben kletterte. In Aue und Ulm verhinderten auch jeweils zwei Trainerwechsel nicht den Abstieg.

Große Tradition: Zehn ehemalige Bundesligisten und 17 ehemalige Teams der 2. Bundesliga waren 2025/2026 Teil der 3. Liga. Abgesehen von den U 23-Teams spielte allein der SC Verl nie höherklassig. Mit 1860 München und Rot-Weiss Essen waren zwei frühere Deutsche Meister vertreten, dazu kamen mit dem FC Erzgebirge Aue und Hansa Rostock zwei ehemalige DDR-Meister.

Bilanz zum Vergessen: Der FC Schweinfurt lieferte die schwächste Saison eines Teams in der Geschichte der 3. Liga ab (21 Punkte) und kassierte so viele Niederlagen (27) wie kein Drittligist zuvor. Rot-Weiß Erfurt hatte 2017/2018 zwar am Saisonende nur 13 Zähler, dies aber wegen eines Punktabzugs. Sportlich hatten die Erfurter 23 Punkte geholt.

Top-Joker: Jonas Arweiler vom SC Verl traf neunmal als Einwechselspieler. Er egalisierte damit den Rekord von Serhat-Semih Güler im Trikot des FC Viktoria Köln aus der Vorsaison.

Rein und raus: In der Geschichte der 3. Liga wurde niemand häufiger eingewechselt als Julian Stark vom SC Verl (31-mal, wie Justin Steinkötter 2021/2022 für den 1. FC Saarbrücken). Osnabrücks Lars Kehl knackte den Auswechselrekord: Er verließ 33-mal vor Abpfiff das Spielfeld - wie Tom Zimmerschied 2023/2024 bei Dynamo Dresden.

Mehr Disziplin bei den Coaches: Die Cheftrainer haben sich gebessert. Sie kassierten nur zwei Platzverweise (Vorsaison: 6). Statt vier Trainern wie im Vorjahr musste diesmal nur Duisburgs Dietmar Hirsch eine Gelb-Sperre absitzen.

Vorlagenkönig: Berkan Taz hat den Titel des Topscorers knapp verpasst, obwohl er seine Werte der Vorsaison (13 Tore, 12 Vorlagen) noch einmal deutlich steigerte – auf 17 Tore und 19 Vorlagen. Taz gab außerdem die meisten Torschüsse aller Spieler ab (143).

Dauerbrenner: Nur die Torhüter Max Braune (MSV Duisburg) und Phillip Menzel (Saarbrücken) verpassten keine Spielminute. Von den Feldspielern standen Verls Martin Ens und Duisburgs Tobias Fleckstein am längsten auf dem Platz (3.330 Minuten; 37-mal durchgespielt und jeweils nur eine Partie gelb-gesperrt verpasst). Ens hatte ligaweit auch die meisten Ballaktionen (3.348) und die beste Passquote (93 Prozent).

Haugen hinter Haaland: Sigurd Haugen traf 16-mal, verteidigte aber auch einen unrühmlichen Titel aus der Vorsaison: Der Stürmer des TSV 1860 München vergab erneut die meisten Großchancen (15). Dennoch ist er der erfolgreichste Norweger in Deutschland seit Erling Haaland.

Heimstärke: Als einzige Mannschaft unter allen 56 Mannschaften im deutschen Profifußball blieb der MSV Duisburg zu Hause ohne Niederlage (14 Siege, 5 Unentschieden). Duisburg war das beste Heimteam (47 Punkte), in der Auswärtstabelle aber nur Zehnter mit 21 Punkten.

Schöner Fußball: 62 Prozent Ballbesitz, die beste Passquote (87 Prozent), die wenigsten Fouls und die mit Abstand meisten Tore aus dem Spiel heraus (69, zwölf mehr als jedes andere Team) – der SC Verl spielte einen besonders attraktiven Ball. Trotz Verls bester Saison in der 3. Liga reichte es nicht für den Aufstieg, weil das Team von Tobias Strobl auf der Zielgeraden schwächelte und nur zehn Punkte aus den letzten acht Spielen holte.

Wehen Wiesbaden Nummer eins: In der Ewigen Tabelle der 3. Liga ist der SV Wehen Wiesbaden unangefochtener Spitzenreiter – mit einem Vorsprung von 51 Punkten vor dem VfL Osnabrück. Die Wiesbadener haben als erster Klub die Marke von 800 Toren in der 3. Liga erreicht (812).

Kategorien: 3. Liga

Autor: jb