DFB-Pokal
Rekord eingestellt: Zwölf Drittligaklubs im DFB-Pokal am Start

Nicht weniger als zwölf Klubs aus der 3. Liga fiebern der Teilnahme am DFB-Pokal entgegen - Rekord eingestellt. Die dritthöchste deutsche Spielklasse ist damit so stark wie selten zuvor im bundesweiten Pokalwettbewerb vertreten. Die Gegner reichen dabei von Zweit- und Erstligisten bis hin zu Europa-League- und Champions-League-Teilnehmern. DFB.de mit einem Überblick.
Mit den Absteigern aus der 2. Bundesliga, Fortuna Düsseldorf und SC Preußen Münster, sowie Rot-Weiss Essen, dem MSV Duisburg, SV Waldhof Mannheim, SV Wehen Wiesbaden, FC Hansa Rostock, FC Viktoria Köln, 1. FC Saarbrücken, SC Verl sowie den beiden Aufsteigern SG Sonnenhof Großaspach und FC Würzburger Kickers entspricht die Zahl der teilnehmenden Drittligisten den in den Spielzeiten 2012/2013 und 2024/2025 aufgestellten Bestmarken von jeweils zwölf Vereinen. Zum Vergleich: In der Premierensaison 2008/2009 waren nur sechs Drittligisten im DFB-Pokal dabei (Negativrekord), in der abgelaufenen Spielzeit 2025/2026 mischten neun Klubs mit.
Dabei haben nur vier Vereine aus der 3. Liga pro Saison die Pokalteilnahme über die Meisterschaft sicher. Alle anderen Teams müssen sich erst über ihren jeweiligen Landesverband für die Hauptrunde qualifizieren. Dafür gibt es im DFB-Pokal in großer Regelmäßigkeit Überraschungen. Seit der Einführung der 3. Liga ab der Saison 2008/2009 ging der bundesweite Pokalwettbewerb immer für mindestens einen Drittligaklub nach der ersten Runde weiter.
Pokalschreck Saarbrücken gegen Hertha BSC
Wie Pokalüberraschungen als Drittligist gelingen können, stellte von den aktuellen Teilnehmern vor allem der 1. FC Saarbrücken eindrucksvoll unter Beweis. In der Saison 2023/2024 räumten die Saarländer auf ihrem Weg bis ins Halbfinale neben dem Karlsruher SC (2:1) auch Rekordsieger FC Bayern München (2:1) sowie die weiteren Bundesligisten Eintracht Frankfurt (2:0) und Borussia Mönchengladbach (2:1) aus dem Weg. Erst gegen den 1. FC Kaiserslautern (0:2) war im Halbfinale Endstation.
Schon bei der vorherigen Teilnahme in der Saison 2019/2020 war der FCS unter den letzten vier Teams vertreten - damals sogar noch als Starter aus der Regionalliga Südwest. Nun treffen die mit zwei Siegen aus den ersten beiden Ligaspielen gestarteten Saarländer am Samstag (ab 15.30 Uhr, live bei RTL und Sky) auf den Zweitligisten Hertha BSC.
Sogar zwei DFB-Pokalsieger dabei
Unter den übrigen elf Startern aus in der 3. Liga finden sich auch zwei ehemalige DFB-Pokalsieger finden. Am 1. Mai 1953 hatten Franz "Penny" Islacker und der spätere WM-Siegtorschütze Helmut Rahn Rot-Weiss Essen als damaligen Erstligisten zu einem 2:1-Finalerfolg gegen Alemannia Aachen geschossen. Als unterklassiger Klub - genauer gesagt als West-Regionalligist - ging es für RWE 2020/2021 nach Siegen gegen den damaligen Bundesliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld (1:0) sowie Fortuna Düsseldorf (3:2) und Bayer 04 Leverkusen (2:1 nach Verlängerung) außerdem sensationell bis ins Viertelfinale (0:3 gegen Holstein Kiel). Das Team des aktuellen Trainers Uwe Koschinat bekommt es nun am Sonntag (ab 18 Uhr, live bei Sky) mit dem FC St. Pauli zu tun.
Sogar in zwei aufeinanderfolgenden Jahren war Fortuna Düsseldorf (1978/1979 und 1979/1980) im DFB-Pokal erfolgreich. Nach dem ersten Finalsieg erreichten die Düsseldorfer sogar das Endspiel im damaligen Europapokal der Pokalsieger (3:4 nach Verlängerung gegen den FC Barcelona). Die in der Meisterschaft noch punktlose Fortuna trifft ebenfalls am Sonntag (ab 18 Uhr, live bei Sky) in der ersten Runde auf den Bundesligisten SC Freiburg.
MSV viermal im Endspiel
Eine Finalteilnahme im DFB-Pokal steht auch für den SV Waldhof Mannheim (1938/1939) zu Buche, der nun am Freitag (ab 18 Uhr, live bei Sky) den Lokalrivalen 1. FC Kaiserslautern empfängt. Nicht weniger als viermal erreichte der MSV Duisburg, der am Samstag (ab 15.30 Uhr, live bei Sky) den Bundesliganeuling SV 07 Elversberg erwartet, das Endspiel um den "Pott". Dabei konnten sich die "Zebras" aber nicht einmal in die Siegerliste eintragen. 2010/2011 erreichte der MSV sogar als Zweitligist das Finale. 1965/1966, 1974/1975 und 1997/1998 spielten die Duisburger jeweils erstklassig.
Als damaliger Bundesligist drang der einstige DDR-Pokalsieger FC Hansa Rostock in der Saison 1999/2000 bis in das Halbfinale vor. Dort war erst gegen den späteren Cupgewinner FC Bayern München (2:3) Endstation. Jetzt ist der aktuelle Champions-League-Teilnehmer VfB Stuttgart am Freitag (ab 20.45 Uhr, live im ZDF und bei Sky) bereits zum vierten Mal bei den zurückliegenden acht Teilnahmen der Rostocker der Gegner in der ersten Hauptrunde. 2018/2019 konnten sich die Rostocker 2:0 durchsetzen. Bei den beiden zurückliegenden Duellen behielt aber jeweils der Bundesligist 1:0 die Oberhand.
Der SV Wehen Wiesbaden (Viertelfinale 2007/2008) konnte seine bislang erfolgreichste DFB-Pokal-Saison als Zweitligist verbuchen. Mit dem Europa-League-Teilnehmer Bayer 04 Leverkusen setzt sich am Samstag (ab 13 Uhr, live bei Sky) die Serie von hochkarätigen Pokalgegnern fort. Die Hessen standen bei ihren jüngsten Teilnahmen nacheinander Borussia Dortmund (0:3, 2021/2022), RB Leipzig (2:3, 2023/2024), dem benachbarten 1. FSV Mainz 05 (1:3 nach Verlängerung, 2024/2025) und vor einem Jahr dem Rekordpokalsieger FC Bayern München (2:3) gegenüber. Gegen Bayer 04 kommt es nun zu einem Wiedersehen. Leverkusens 19-maliger Nationalspieler Robert Andrich war für den SVWW (Juli 2016 bis Juni 2018) einst in der 3. Liga am Ball.
Verl nach sieben Jahren wieder dabei
Eine vergleichsweise kleine Historie im DFB-Pokal hat dagegen der FC Viktoria Köln, der nur 2015/2016 und 2023/2024 die erste Hauptrunde überstand. Eine neue Gelegenheit bekommen die Kölner aus dem Stadtteil Höhenberg am Samstag (ab 15.30 Uhr, live bei Sky) gegen den Zweitligisten 1. FC Nürnberg. Die Vorgängervereine SC Viktoria Köln (1991/1992) und SC Preußen Dellbrück (1952/1953) standen zumindest schon mal im Achtelfinale.
Die Runde der verbliebenen 16 Teams erreichte auch der SC Verl in der Saison 2019/2020 schon einmal. Nun nimmt der Sportclub am Montag (ab 18 Uhr, live bei Sky) gegen den Bundesligisten Hamburger SV erstmals wieder am Wettbewerb teil. Nicht weniger als viermal (1967/1968, 1968/1969, 1987/1988 und 1990/1991) war für den SC Preußen Münster im Achtelfinale Schluss. Nun zählt der Absteiger aus der 2. Bundesliga mit dem Duell gegen den Karlsruher SC zu den Klubs, die am Freitag (ab 18 Uhr, live bei Sky) die Hauptrunde des DFB-Pokals in der neuen Saison 2026/2027 eröffnen.
Die jeweils kürzeste Pokalteilnahme verzeichnete die SG Sonnenhof Großaspach. Dreimal (2009/2010, 2012/2013 und 2025/2026) war der selbsternannte "Dorfklub" im bundesweiten Wettbewerb dabei, dreimal konnte sich jeweils der klassenhöhere Gegner in der ersten Runde durchsetzen. Auf Großaspach wartet nun am Samstag (ab 18 Uhr, live bei Sky) der Zweitligist Arminia Bielefeld, der 2025 als Drittligist das Finale erreicht hatte (2:4 gegen den VfB Stuttgart). Ähnlich wie bei Großaspach sieht es auch beim Mitaufsteiger FC Würzburger Kickers aus, der bei insgesamt elf Teilnahmen aber immerhin dreimal (1980/1981, 2014/2015 und 2016/2017) die erste Runde überstand. Der Drittliga-Aufsteiger steht jetzt am Montag (ab 18 Uhr, live bei RTL und bei Sky) dem Bundesligisten 1. FC Köln gegenüber.
Kategorien: DFB-Pokal, 3. Liga
Autor: mspw

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