3. Liga

Neuer Rekord: 13 Drittligaklubs im DFB-Pokal am Start

03.06.2026
Zuletzt Zweitligarivalen, nun zusammen in der 3. Liga: Preußen Münster und Fortuna Düsseldorf Foto: DFB/dpa Picture-Alliance

Nicht weniger als 13 Klubs, die in der neuen Saison 2026/2027 in der 3. Liga an den Start gehen, hoffen am Samstag (ab 18 Uhr, live in der ARD-Sportschau) auf das große Los. Dann wird im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund die erste Hauptrunde im DFB-Pokal 2026/2027 ausgelost. Die 3. Liga ist damit so stark wie noch nie im bundesweiten Pokalwettbewerb vertreten.

Diesmal befinden sich neben den Absteigern aus der 2. Bundesliga, Fortuna Düsseldorf und SC Preußen Münster, auch Rot-Weiss Essen, der MSV Duisburg, SV Waldhof Mannheim, TSV 1860 München, SV Wehen Wiesbaden, FC Hansa Rostock, FC Viktoria Köln, 1. FC Saarbrücken, SC Verl sowie die beiden Aufsteiger SG Sonnenhof Großaspach und Würzburger Kickers im Lostopf. Sie alle haben in der ersten Runde Heimrecht gegen einen Klub aus der Bundesliga oder 2. Bundesliga.

Drei DFB-Pokalsieger dabei

Insgesamt liegt die Zahl der teilnehmenden Drittligisten diesmal sogar über den in den Spielzeiten 2012/2013 und 2024/2025 aufgestellten Bestmarken von jeweils zwölf Vereinen. Zum Vergleich: In der Premierensaison 2008/2009 waren nur sechs Drittligisten im DFB-Pokal dabei (Negativrekord), in der Spielzeit 2023/2024 mischten zehn Klubs mit.

Dabei haben nur vier Vereine aus der 3. Liga pro Saison die Pokalteilnahme über die Meisterschaft sicher. Alle anderen Teams müssen sich erst über ihren jeweiligen Landesverband für die Hauptrunde qualifizieren. Dafür gibt es im DFB-Pokal in großer Regelmäßigkeit Überraschungen. Seit der Einführung der 3. Liga ab der Saison 2008/2009 ging der bundesweite Pokalwettbewerb immer für mindestens einen Drittligaklub nach der ersten Runde weiter.

Wie Pokalüberraschungen als Drittligist gelingen können, stellte von den aktuellen Teilnehmern vor allem der 1. FC Saarbrücken eindrucksvoll unter Beweis. In der Saison 2023/2024 räumten die Saarländer auf dem Weg ins Halbfinale neben dem Karlsruher SC (2:1) auch Rekordsieger FC Bayern München (2:1) sowie die weiteren Bundesligisten Eintracht Frankfurt (2:0) und Borussia Mönchengladbach (2:1) aus dem Weg. Erst gegen den 1. FC Kaiserslautern (0:2) war im Halbfinale Endstation. Schon bei der vorherigen Teilnahme in der Saison 2019/2020 war der FCS unter den letzten vier Teams vertreten - damals sogar noch als Starter aus der Regionalliga Südwest.

MSV viermal im Endspiel

Unter den übrigen zwölf Startern, die in der bevorstehenden Saison 2026/2027 die 3. Liga vertreten werden, lassen sich nicht weniger als drei ehemalige DFB-Pokalsieger finden. Am 1. Mai 1953 hatten Franz "Penny" Islacker und der spätere WM-Siegtorschütze Helmut Rahn Rot-Weiss Essen als damaligen Erstligisten zu einem 2:1-Finalerfolg gegen Alemannia Aachen geschossen. Als unterklassiger Klub - genauer gesagt als West-Regionalligist - ging es für RWE 2020/2021 nach Siegen gegen den damaligen Bundesliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld (1:0) sowie Fortuna Düsseldorf (3:2) und Bayer 04 Leverkusen (2:1 nach Verlängerung) sensationell bis ins Viertelfinale (0:3 gegen Holstein Kiel).

Noch länger liegt der erste Triumph des TSV 1860 München im DFB-Pokal (1941/1942) zurück. Etwas mehr als zwei Jahrzehnte später holten die "Löwen" im Gründungsjahr der Bundesliga (1963/1964) den Titel erneut. Sogar in zwei aufeinanderfolgenden Jahren war Fortuna Düsseldorf (1978/1979 und 1979/1980) im DFB-Pokal erfolgreich. Nach dem ersten Finalsieg erreichten die Düsseldorfer sogar das Endspiel im damaligen Europapokal der Pokalsieger (3:4 nach Verlängerung gegen den FC Barcelona).

Eine Finalteilnahme im DFB-Pokal steht auch für den SV Waldhof Mannheim (1938/1939) zu Buche. Gleich viermal um den Titel spielte der MSV Duisburg. Dabei konnten sich die "Zebras" aber nicht einmal in die Siegerliste eintragen. 2010/2011 erreichte der MSV sogar als Zweitligist das Finale. 1965/1966, 1974/1975 und 1997/1998 spielten die Duisburger jeweils erstklassig.

Hansa im Halbfinale 1999/2000

Als damaliger Bundesligist drang der FC Hansa Rostock 1999/2000 ins Halbfinale vor. Dort war erst gegen den späteren Pokalsieger FC Bayern München (2:3) Endstation. Der SSV Jahn Regensburg (Viertelfinale 2020/2021) und der SV Wehen Wiesbaden (Viertelfinale 2007/2008) konnten ihre bislang erfolgreichste DFB-Pokalsaison jeweils als Zweitligist verbuchen. Eine vergleichsweise kleine Historie im DFB-Pokal hat dagegen der FC Viktoria Köln, der nur 2015/2016 und 2023/2024 die erste Hauptrunde überstand. Die Vorgängervereine SC Viktoria Köln (1991/1992) und SC Preußen Dellbrück (1952/1953) standen zumindest schon mal im Achtelfinale.

Die Runde der verbliebenen 16 Teams erreichte auch der SC Verl in der Saison 2019/2020 schon einmal. Nicht weniger als viermal (1967/168, 1968/1969, 1987/1988 und 1990/1991) war für den SC Preußen Münster im Achtelfinale Schluss. Die jeweils kürzeste Pokalteilnahme verzeichnete die SG Sonnenhof Großaspach. Dreimal (2009/2010, 2012/2013 und 2025/2026) war der selbsternannte "Dorfklub" im bundesweiten Wettbewerb dabei, dreimal konnte sich jeweils der klassenhöhere Gegner in der ersten Runde durchsetzen.

Ähnlich sieht es auch bei den Würzburger Kickers aus, die bei elf Teilnahmen immerhin dreimal (1980/1981, 2014/2015 und 2016/2017) die erste Runde überstanden, dann aber an der nächsten Hürde scheiterten. Gegen welchen Gegner es diesmal geht, steht nach der Auslosung am Samstag fest.

Kategorien: 3. Liga, DFB-Pokal

Autor: mspw