3. Liga

Quartett meldet sich zurück: Das sind die Aufsteiger

28.07.2026
Zurück in der 3. Liga: Fortuna Köln, die SG Sonnenhof Großaspach, der SV Meppen und die Würzburger Kickers Foto: imago

Das Sprichwort "Wiedersehen macht Freude" trifft für die bevorstehende Saison 2026/2027 auf alle vier Aufsteiger in der 3. Liga zu: Fortuna Köln, die SG Sonnenhof Großaspach, der SV Meppen und die Würzburger Kickers sind jeweils in die dritthöchste Spielklasse zurückgekehrt. Dabei mussten die vier Klubs unterschiedlich lange auf diesen Moment warten. DFB.de mit einem Überblick.

Duo erneut zeitgleich nach oben

Die SG Sonnenhof Großaspach und Fortuna Köln trennen nicht weniger als 350 Kilometer Entfernung. Dennoch teilen sich beide Klubs erneut eine Gemeinsamkeit: Wie schon beim erstmaligen Aufstieg in die 3. Liga im Sommer 2014 starten der selbsternannte "Dorfklub" und die Kölner Südstädter erneut gleichzeitig als Neulinge in die Spielklasse. Unter ihrem damaligen Aufstiegscoach Uwe Koschinat konnte sich die Fortuna auch lange Zeit in der 3. Liga halten. Erst nach dem Wechsel des heutigen Cheftrainers von Rot-Weiss Essen während der Saison 2018/2019 zum damaligen Zweitligisten SV Sandhausen musste Fortuna Köln den Gang zurück in die Regionalliga West antreten.

Die Domstädter mussten somit am längsten von allen vier aktuellen Aufsteigern auf die Rückkehr in die 3. Liga warten. Dafür gelang der Sprung in die nächsthöhere Spielklasse umso eindrucksvoller. Der ehemalige Bundesligist (1973/1974) führte in der Regionalliga West ab dem 17. Spieltag ohne Unterbrechung die Tabelle an. Vor eigenem Publikum blieb die Fortuna in allen 17 Begegnungen unbesiegt und sammelte dabei 39 Zähler. "Wir sind vom ersten Tag an einen tollen Weg gegangen", lobte Trainer und Sportchef Matthias Mink nach dem Aufstieg.

Der 58 Jahre alte Ex-Profi war schon als Spieler selbst für die Kölner am Ball und trainierte das Team bereits zwischen Juli 2007 und Juni 2011 - damals noch in der jeweils fünftklassigen Verbandsliga Mittelrhein und in der NRW-Liga. "Das Innenleben und das Verständnis untereinander waren in der Aufstiegssaison wahnsinnig gut", so Mink. "Die Führungsspieler haben die jungen Talente immer wieder an die Hand genommen, alle haben im Training akribisch gearbeitet. Ich glaube, der Aufstieg war absolut verdient - gerade auch aufgrund unserer Heimstärke. Wenn man sieht, wie lange wir Tabellenführer waren, dann ist das eine Auszeichnung für die Mannschaft."

Bis in die Oberliga abgerutscht

Die SG Sonnenhof Großaspach konnte sich zwar eine Saison länger als Fortuna Köln in der 3. Liga halten. Dafür erging es den Württembergern nach dem Abstieg im Sommer 2020 allerdings sportlich herausfordernder. In der Spielzeit 2020/2021 konnte sich Großaspach auf Platz 19 nur deshalb in der Regionalliga Südwest halten, weil die Spielklasse zuvor aufgrund der Folgen der Corona-Pandemie auf 22 Teams aufgestockt worden war. Im Jahr darauf erwischte es die SGS dennoch als Absteiger.

Unter Trainer Evangelos Sbonias (jetzt Co-Trainer beim 1. FC Köln) verpasste Großaspach in der folgenden Saison die direkte Regionalliga-Rückkehr erst in der Aufstiegsrunde gegen die TuS Koblenz (1:2 und 2:2). Die erste Saison des aktuellen Cheftrainers Pascal Reinhardt beendete das Team hinter dem FC 08 Villingen und dem 1. Göppinger SV auf Rang drei. Im dritten Anlauf holte sich die SG Sonnenhof Großaspach aber den Titelgewinn in der Oberliga Baden-Württemberg. Und damit nicht genug: In der zurückliegenden Saison gelang dem "Dorfklub" als erstem Team überhaupt im Südwesten der Durchmarsch bis in die 3. Liga.

"Innerhalb von zwölf Monaten zum zweiten Mal aufzusteigen, ist unglaublich. Unseren Erfolg kann man gar nicht hoch genug bewerten", betont Pascal Reinhardt gegenüber DFB.de. "Wir wollen uns auch in der höheren Spielklasse treu bleiben und lediglich einige Details leicht anpassen. Wir wollen auf dem Feld aktiv sein und für Spektakel sorgen. Unser hohes Pressing soll uns weiterhin auszeichnen. Die Spielweise ist in der 3. Liga noch intensiver. Wir wollen mit unserem Stil dennoch dort weitermachen, wo wir aufgehört haben."

Schiele wieder Aufstiegstrainer

Ebenso wie die SG Sonnenhof Großaspach haben auch die Würzburger Kickers seit ihrem erstmaligen Aufstieg in die 3. Liga (2015/2016) einige Ligawechsel erlebt. Gleich nach dem Sprung in die dritthöchste Spielklasse gelang den Kickers als einem von bislang erst sechs Klubs der sofortige Aufstieg in die 2. Bundesliga. Von dort ging es für die Unterfranken aber auf dem direkten Weg wieder zurück in die 3. Liga. Während der ersten Amtszeit des aktuellen Kickers-Trainers Michael Schiele stabilisierte sich das Team wieder, ehe in der Saison 2019/2020 erneut der Aufstieg in das Unterhaus des deutschen Profifußballs gelang.

Das Gastspiel der Würzburger in der 2. Bundesliga dauerte aber wieder nur ein Jahr. Zwölf Monate später musste der Klub im Sommer 2022 auch die 3. Liga nach unten verlassen. In der Regionalliga Bayern gehörten die Würzburger Kickers dann aber auf Anhieb zur Spitzengruppe. In den Aufstiegsspielen 2023/2024 musste sich das Team der U 23 von Hannover 96 (1:0 und 6:8 nach Elfmeterschießen) hauchdünn geschlagen geben. Nun gelang aber gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig (1:0 und 2:1) die Rückkehr in die 3. Liga.

Seit Mitte März werden die Würzburger Kickers zum zweiten Mal in ihrer Vereinsgeschichte von Michael Schiele betreut. Eine Niederlage kassierte der ehemalige Zweitligist seitdem in den 15 Pflichtspielen noch nicht. "Es ist ein überragendes Gefühl", freute sich Schiele über seinen zweiten Aufstieg mit dem Klub. "Die Mannschaft hat alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben uns - über beide Spiele gesehen - gegen einen starken Gegner absolut verdient durchgesetzt. Ich bin gekommen, um den Aufstieg zu schaffen. Das ist uns gelungen, ohne eine Niederlage zu kassieren." Daran wollen die Kickers nun auch eine Spielklasse höher anknüpfen.

Meppen nach drei Jahren zurück

Am kürzesten liegt die Zeit des SV Meppen in der 3. Liga zurück. Noch in der Saison 2022/2023 waren die Emsländer in der dritthöchsten Spielklasse am Start. Ein Trio von damals zählt auch nach wie vor zum Kader. Innenverteidiger Jonas Fedl (27) ist inzwischen Kapitän. Julius Pünt (22), der als A-Jugendlicher die Rolle als dritter Torhüter einnahm, blieb in seinen 31 Partien der Aufstiegssaison gleich 14-mal ohne Gegentreffer. Offensivspieler Luca Prasse (22) kehrte in diesem Sommer als Leihspieler von Holstein Kiel an seine frühere Wirkungsstätte zurück.

Die erste Saison nach dem Abstieg beendete der ehemalige Klub von Nationalspieler Deniz Undav unter dem damals neuen Trainer Adrian Alipour in der Regionalliga Nord auf Rang zwei. Da der Start in die folgende Spielzeit missglückte, übernahm im August 2024 der langjährige U 17-Coach Lucas Beniermann die Position an der Seitenlinie. Nach Rang sechs in seiner Premierensaison stellten die Emsländer in ihrer Meisterspielzeit 2025/2026 untrer Beniermanns Regie nicht nur die beste Defensive (35 Gegentreffer), sondern auch die erfolgreichste Offensive (103 Tore) der Liga.

Anfang Mai stand schließlich die sportliche Rückkehr in die 3. Liga vorzeitig fest. Der SVM verpasste es zwar, im Heimspiel vor mehr als 12.000 Fans gegen den Bremer SV (2:3) - eine von nur drei Niederlagen - selbst für Klarheit zu sorgen. Da der zu diesem Zeitpunkt ärgste Verfolger VfB Oldenburg einige Stunden später jedoch gegen den SC Weiche Flensburg 08 (1:2) leer ausging, hatte der SVM doch noch Grund zum Feiern.

In einigen Tagen wollen sich der SV Meppen und die weiteren Aufsteiger SG Sonnenhof Großaspach, Fortuna Köln und Würzburger Kickers dann auch über Punkte in der 3. Liga freuen können. Mit der SGS und der Fortuna stehen sich gleich am 1. Spieltag zwei Liganeulinge am Samstag, 8. August (ab 16.30 Uhr, live bei MagentaSport) sogar im direkten Duell gegenüber. Bereits ab 14 Uhr (live bei MagentaSport sowie im BR Fernsehen) sind die Würzburger beim FC Ingolstadt 04 zu Gast. Gleichzeitig gibt der SV Meppen beim MSV Duisburg sein Comeback in der 3. Liga. Hier übertragen neben MagentaSport auch NDR und WDR live im Free-TV.

Kategorien: 3. Liga

Autor: mspw