Männer-Nationalmannschaft
Klopp: "Wir müssen hart arbeiten"

Nach dem Remis zum Auftakt in den Niederlanden steht die deutsche Nationalmannschaft vor dem ersten Heimspiel in der Nations League. Auf der Abschlusspressekonferenz vor der Partie am Sonntag (ab 20.45 Uhr, live in der ARD) in Augsburg gegen Griechenland haben sich Bundestrainer Jürgen Klopp und Innenverteidiger Jonathan Tah den Fragen der Pressevertreter gestellt. DFB.de hat die wichtigsten Aussagen.
Jürgen Klopp über ...
... seine Erkenntnisse aus dem Niederlande-Spiel: Wir haben wahnsinnig viele Informationen und Erkenntnisse gewonnen. Wir haben festgestellt, in allen Momenten, in denen wir gemeinsam gegen den Ball agiert haben, haben wir wirklich ganz tolle Verteidigungsmomente gehabt. Da haben wir Bälle gewonnen, woraus auch gute Kontersituationen entstanden sind. Gegen die rechte Seite der Niederlande haben wir unsere Probleme gehabt. Doch selber mit dem Ball hatten auch wir tolle Fußballmomente - natürlich nicht genügend, nicht so viele, wie wir in der Zukunft gerne haben wollen. Trotzdem waren diese tollen Momente mit Ball dabei, das haben wir den Jungs natürlich auch gezeigt.
... Gegner Griechenland: Sie haben viele gute Spieler, eine gute Generation. Vielleicht ist es sogar die goldene Generation. Es ist sehr beeindruckend, die Analyse war sehr interessant. Man kann im griechischen Team die Entwicklung unter dem Trainer sehen. Die Offensive hat sehr gute Qualität, das ganze Team ist gut. Sie arbeiten sehr hart, wir respektieren Griechenland sehr. Wir müssen sehr hart arbeiten, um zu gewinnen. Griechischer Fußball ist einem guten Moment, da geht vieles in die richtige Richtung. Wir wollen Wege finden, bei denen die Griechen ihren Spielstil schwer entfalten können - doch auch das wird nicht immer möglich sein.
... die letzten Trainingseinheiten: Wir haben gestern eine richtig gute Einheit mit den Spielern gehabt, die nicht zum Einsatz gekommen sind oder weniger gespielt haben. Und heute kommen wir aus einer Einheit, die super wichtig war, weil wir uns auf den neuen Gegner einstellen konnten, um die neuen Abläufe des Gegners und auch die eigenen Abläufe verfestigen zu können. Es gilt, das aufzubauen und auszubauen, was gut war. Das werden wir versuchen.
... den Fokus in der Vorbereitung: Wir arbeiten immer am Komplettpaket, doch aufgrund der Zeit muss man Schwerpunkte setzen. Alles was wir in der Defensive machen, hilft dabei, eine gewisse Risikobereitschaft in der Offensive gewährleisten zu können. Wir versuchen, uns Schritt für Schritt für jede Art Fußball bereit zu machen. Wenn man etwas neu beginnt, gilt es alles so anzupassen, das es eben passt. Bei der Niederlande hat man Abläufe gesehen, die in der Form bei uns einfach noch nicht da sein können - da ich im Kader eben viel gewechselt habe. Doch es macht unglaublich Spaß mit den Jungs, wir haben viele Meetings. Wir machen und versuchen viel, doch was zählt, sind die Spiele. Wir haben unsere Analysen gemacht, doch wie die Griechen letztlich spielen werden, sehen wir morgen.
... die Torwartpostion: Alexander Nübel wird morgen spielen. Ich habe gehört, was mich echt überrascht hat, dass Marc-André ter Stegen kritisch gesehen wurde. Das ist sehr außergewöhnlich in einem Spiel, in dem der gegnerische Trainer sagt, dass unser Torwart uns gerettet hat. Marc hat überragend gehalten, er hat den Gegner zweimal im eigenen Ballbesitz nicht den Ball gespielt, den er spielen wollte oder sollte. Das kommt vor. Aber das sehe ich nicht kritisch. Ich bin sehr, sehr froh und sehr happy mit seiner Leistung. Dementsprechend darf Alex morgen trotzdem ran und nicht deswegen. Er hat sich das verdient, weil alle drei Torhüter hier einen sensationellen Eindruck machen. Ich hoffe, dass Alex das morgen genießt und den Laden sauber hält.
... die Situation im Sturm: Jonny (Burkardt; Anm. d. Red) war der erste Gedanke als Kai (Havertz; Anm. d. Red.) abreisen musste, aber ich freue mich auch sehr auf Nick (Woltemade, Anm. d. Red.), wenn er am Montag kommt. Jonny war mehr oder weniger gleich um die Ecke, ich mag ihn als Spieler sehr. Die Sturmsituation sehe ich tendenziell sehr komfortabel. Generell neben den 44 Spielern im Kader hätte man auch noch auf die U 21, die heute Abend spielt, blicken können - die Jungs können alle kicken.
... sein Gefühl in der Coaching-Zone nach anderthalb Jahren Pause: Ja, ich fühle mich wohl. Ich habe mich aber in den letzten 18 Monaten nicht unwohl gefühlt. Ich habe überhaupt nicht darüber nachgedacht. Ich glaube, ich habe vor diesem Spiel 1081 Spiele gecoacht. Und das war jetzt das 1082. Spiel. Es war nichts Neues für mich. Wir haben alles so gemacht, wie wir dachten, dass es richtig ist. Ich habe es nicht zum ersten Mal gemacht. Ich habe nur eine Weile Pause gehabt. Der Moment direkt vor dem Spiel war nagelneu, den kannte ich nicht. Dieser Moment hat sich sehr gut, großartig angefühlt. Dann war Anpfiff und der Moment weg. Dann ging es nur darum, der Mannschaft dabei zu helfen, so gut wie möglich zu spielen.
... Stehplätze beim Länderspiel: Wir sind uns alle einig, was leere Stadien während Corona mit uns gemacht hat. Die Stimmung im Stadion hat einen dramatischen Einfluss auf die Leistung. Wenn die richtigen Leute stehen können, ist der Einfluss groß. Wir wollen eine richtige Heimspiel-Atmosphäre entfachen. Ich freue mich sehr, dass Stehplätze wieder zugelassen sind.
Jonathan Tah über ...
... Gegner Griechenland: Es wird ein anderes Spiel als gegen die Niederlande. Sie werden etwas defensiver agieren und auf Konter lauern. Doch sie haben gute Spieler auf hohem internationalen Niveau in guter Form. Wir respektieren sie und müssen vorsichtig sein. Wir können und wollen in vielen Phasen dominanter auftreten.
... den ersten Eindruck unter dem neuen Trainerstab: Wir hatten nicht extrem viel Zeit, aber man merkt die positive Energie, die der Trainer und das Trainerteam reinbringen. Das hilft uns, es macht einfach extrem viel Spaß. Ich glaube, der Anfang war schon mal ganz gut. Jürgen ist ein leidenschaftlicher Trainer, der aktiv ist - das hilft uns als Mannschaft. Wir haben einstudiert, im richtigen Moment den Trigger zu finden, um rauszupressen. Es geht darum, gemeinsam das Gleiche zu tun: Pressen und so den Gegner unter Druck bringen.
... den medialen Fokus auf dem Bundestrainer: Am Ende stehen wir trotzdem auf dem Platz und müssen umsetzen, was der Trainer fordert. Ich sehe die Verantwortung bei uns Spielern, wir müssen performen.
... die Eigenschaften, die den Bundestrainer ausmachen: Die Erfahrung, die er mitbringt, der Mix aus Spaß und Leidenschaft, sein absoluter Siegeswillen und wie er uns mitreißen kann, zeichnen ihn aus. Wir dachten nach seiner ersten Ansprache: "Wir gehen jetzt gemeinsam durchs Feuer!"
... die Arbeit unter Top-Trainern: Als Spieler schätzt man es sehr, wenn man in seiner Karriere viele Trainer erleben darf. Es ist ein absolutes Privileg, die verschiedenen Ansätze. Ideen und Spielweisen aufsaugen zu dürfen.
... seine Reife und Sicherheit im Spiel: Ein Grund, warum ich zum FC Bayern gewechselt bin, war, dass ich noch besser werden und in meiner Rolle reifen wollte. Ich erachte es als erfahrener Spieler als wichtig, einen Spieler mit weniger Erfahrung zu unterstützen und ihm zu vermitteln, dass ich ihm den Rücken freihalte.
Kategorien: Männer-Nationalmannschaft, Nations League
Autor: dfb

Ticker: Im weißen Heimdress gegen Griechenland
Die deutsche Nationalmannschaft startet mit den ersten vier Spielen der Nations League-Saison 2026/2027 in die Amtszeit des neuen Bundestrainers Jürgen Klopp. Weiter geht's am Sonntag in Augsburg gegen Griechenland. Der DFB.de-Team-Ticker.

WM-Qualifikation 1961: Als Deutschland in Augsburg die Griechen besiegte
Schon einmal traf Deutschland in Augsburg auf Griechenland - am 22. Oktober 1961 gewann die DFB-Auswahl in der WM-Qualifikation mit 2:1. Uwe Seeler traf doppelt. DFB.de unternimmt eine Zeitreise ins Jahr 1961.

FAQ: Nations-League-Spiel gegen Griechenland in Augsburg live in der ARD
Nach dem Auftakt in den Niederlanden geht es für die DFB-Auswahl in der Nations League direkt weiter. Seine Heimpremiere gibt Bundestrainer Jürgen Klopp am Sonntag (20.45 Uhr) in Augsburg gegen Griechenland. DFB.de beantwortet die wichtigsten Fragen.