DFB-Pokal
Janne Sietan nach RWE-Pokalfight gegen Leipzig: "Unfassbar stolz"

Drittligist Rot-Weiss Essen hat in der zweiten DFB-Pokalrunde eine Überraschung nur knapp verpasst. Das Team von Trainer Uwe Koschinat unterlag RB Leipzig nach langer Führung erst durch zwei Gegentore in der Schlussphase mit 1:2 (1:0). Im DFB.de-Interview spricht der 24 Jahre alte RWE-Mittelfeldspieler Janne Sietan über das Duell mit dem Champions-League-Teilnehmer und die Stimmung an der Hafenstraße.
DFB.de: Rot-Weiss Essen schrammte mit dem 1:2 gegen RB Leipzig hauchdünn an einer Pokalsensation vorbei. Wie haben Sie die Partie erlebt, Herr Sietan?
Janne Sietan: Die erste Halbzeit war von unserer Seite überragend. Nach dem frühen Führungstreffer durch Lucas Brumme haben wir praktisch keinen Torschuss des Gegners zugelassen. Spätestens nach der Gelb-Roten Karte gegen Nicolas Seiwald haben sich die Leipziger kurz umgeguckt und gefragt, was hier passiert. So wie ich es mitbekommen habe, gab es in der Halbzeit eine deutliche Ansprache in der RB-Kabine.
DFB.de: Warum konnte RWE die Überzahl in der zweiten Halbzeit nicht zum Weiterkommen nutzen?
Sietan: Im zweiten Spielabschnitt haben wir es tatsächlich nicht mehr so gut hinbekommen. Auf den Außenbahnen haben wir RB in den Eins-zu-Eins-Duellen zu viel spielen lassen. RB hat allerdings auch Spieler wie beispielsweise Antonio Nusa, Brajan Gruda oder den Doppeltorschützen Christoph Baumgartner eingewechselt, die über eine enorme Qualität verfügen und nur ganz schwer zu verteidigen sind.
DFB.de: Was hätte Ihnen in dieser Druckphase geholfen?
Sietan: Wenn wir den Ausgleich noch etwas länger hätten vermeiden können, wäre das Spiel von RB Leipzig in der Schlussphase vielleicht wilder geworden und hätte es uns etwas leichter gemacht. Wir konnten aber in der zweiten Halbzeit keine Schippe mehr drauflegen, sonst wäre RB zu knacken gewesen.
DFB.de: Was ist Ihnen durch den Kopf gegangen, als Christoph Baumgartner mit seinem zweiten Treffer die Partie innerhalb weniger Minuten gedreht hatte?
Sietan: Baumgartner ist ein unglaublich guter Spieler, der aber nicht unbedingt für Kopfballtore bekannt ist. Dass wir nach einem Standard den entscheidenden Gegentreffer kassieren, ist schon extrem sehr ärgerlich.
DFB.de: Welches Gefühl überwiegt bei Ihnen nach der Partie?
Sietan: Ich bin unfassbar stolz, dass wir einen Champions-League-Teilnehmer mit zahlreichen Spielern, die bei der Weltmeisterschaft dabei waren, am Rande einer Niederlage hatten. In der ersten Halbzeit musste unser Torhüter Jakob Golz nicht einmal eingreifen. Ich glaube, es ist schon ein Ausrufezeichen, wenn RB zu keinem Torschuss kommt. Zwischendurch haben sich die Jungs schon angeschrien. Wir hatten die Leipziger eigentlich genau dort, wo wir sie haben wollten. Leider haben wir das in der zweiten Halbzeit aufgrund ihrer Qualität und durch unser Nachlassen der Kräfte nicht mehr so gut geschafft.
DFB.de: Wie haben Sie die Stimmung im Stadion erlebt?
Sietan: Das war schon krass. Die Fans waren über die gesamten 90 Minuten voll da, sie haben uns extrem gepusht.
DFB.de: In der 3. Liga geht es am Sonntag bei der SG Sonnenhof Großaspach weiter. Was nehmen Sie sich vor?
Sietan: Trotz unserer personell angespannten Lage bekommen wir noch ein gutes Team auf den Platz, das selbst einen Gegner wie RB Leipzig unfassbar ärgern kann. Wir sollten mitnehmen, dass wir in der 3. Liga jedem Gegner Paroli bieten und ihn auch besiegen können. Das wird auch in Großaspach unser Ziel sein.
DFB.de: Sie haben es angesprochen: Mit Mittelstürmer Marek Janssen fiel gegen RB bereits der siebte RWE-Spieler aus. Wie geht die Mannschaft mit dieser Situation um?
Sietan: Es ist schade, keine Frage. Aber wenn ein Spieler wie zuletzt Jaka Cuber Potocnik ohne Einwirkung des Gegners umknickt oder Marek Janssen mit Rückenproblem kurzfristig ausfällt: Darauf hat man keinen Einfluss, damit müssen wir umgehen. Die Jungs werden zurückkommen. Und wenn sie dann wieder da sind, werden wir noch stärker.
Kategorien: DFB-Pokal
Autor: mspw

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