Schiedsrichter
Drees zufrieden mit Schiri-Durchsagen im Stadion

Neun Schiedsrichter-Durchsagen hat es bislang im deutschen Profifußball gegeben. Seit dem Start des Pilotprojekts Anfang Februar 2025 haben die Unparteiischen sechsmal in der Bundesliga, zweimal in der 2. Bundesliga sowie einmal im DFB-Pokal zu den Zuschauer*innen in den Stadien gesprochen, um die Interventionen des Video-Assistenten zu erklären. Dr. Jochen Drees, Leiter Innovation und Technologie der DFB Schiri GmbH, zieht im DFB.de-Interview eine erste Bilanz und wagt einen Ausblick.
DFB.de: Wie fällt das Zwischenfazit der Sportlichen Leitung zu den sogenannten "Public Announcements" aus?
Dr. Jochen Drees: Wir sind zufrieden damit, dass der Einsatz wesentlich unaufgeregter erfolgt ist, als wir es teilweise erwartet hätten. Verbesserungspotenzial sehen wir sowohl in der Art der Präsentation als auch im inhaltlichen Transfer der Informationen. Das ist aber nicht überraschend, weil die Durchsagen für die Schiedsrichter etwas Neues sind, an das sie sich gewöhnen müssen.
DFB.de: Hat sich die Vorbereitung auf das Pilotprojekt also ausgezahlt?
Drees: Wir hatten natürlich mehrere Übungseinheiten im Vorfeld. Doch man sieht jetzt mal wieder, dass das Offlinetraining und die Livesituation kaum vergleichbar sind. Deswegen sind die Erfahrungen, die wir nun im Spielbetrieb sammeln, umso wertvoller.
DFB.de: Hat technisch bislang alles reibungslos funktioniert?
Drees: Was die Technik angeht, ja. Es gab einmal ein Problem in Dortmund, was aber einem Bedienungsfehler geschuldet war - es gab einen versehentlichen Knopfdruck durch den Schiedsrichter. Da sensibilisieren wir gerade die Unparteiischen und richten auch eine weitere Absicherung ein, damit das System jederzeit einsatzbereit ist.
DFB.de: An welchen Stellschrauben soll denn kurz- oder langfristig noch gedreht werden?
Drees: Mir wäre wichtig, dass bei allen Situationen, bei denen den Fans nicht unmittelbar klar ist, worum es geht, konkret benannt wird, worauf sich die Entscheidung bezieht. Da geht es vor allen Dingen um Szenen im Vorfeld von relevanten Ereignissen, also beispielsweise in der Angriffsphase vor einem Tor oder einem Strafstoß. Einfach nur zu sagen, "es lag eine Abseitsstellung vor", wäre mir inhaltlich zu wenig. Wir raten den Schiedsrichtern daher, schon konkreter zu werden, so dass die Nachvollziehbarkeit im Stadion und damit der Mehrwert für die Fans größer wird.
DFB.de: Welche Rückmeldungen gibt es von Seiten der Schiedsrichter bislang?
Drees: Manche laufen sicherer durch die Prozesse als andere und profitieren stärker vom Training. Aber das war auch zu erwarten. Jeder weiß nun, woran er arbeiten muss. Das Echo ist zwar geteilt, aber überwiegend so, dass die Schiedsrichter sagen: Wenn es hilft, Entscheidungsprozesse für die Stadionbesucher transparenter und verständlicher zu machen, sind wir gerne dazu bereit. Einige bleiben auch skeptisch, aber das liegt in der Natur der Sache.
DFB.de: Am Mittwoch und Donnerstag wurde im Rahmen der Tagung der Sportverantwortlichen der Klubs über die Durchsagen gesprochen. Wie sieht das Meinungsbild hier aus?
Drees: Die Manager der Bundesliga und 2. Bundesliga sind zufrieden mit dem Einstieg, halten den Mehrwert für gegeben und sehen das Announcement als positives Tool. Sie haben auch Verständnis dafür, dass die Präsentation noch nicht komplett einwandfrei läuft.
DFB.de: Wie geht es nach dieser Saison weiter?
Drees: Die Entscheidung liegt am Ende nicht bei uns. Es wird eine Evaluationsphase geben, bei der alle Beteiligten - in erster Linie die Vereine und Zuschauer - befragt werden. Im Anschluss daran wird die Kommission Fußball einen Vorschlag erarbeiten. Und dann muss die Liga entscheiden, ob man die Pilotphase verlängert, ob man das Projekt auf alle Stadien ausrollt oder vielleicht auch erst mal nur in der Bundesliga. Das wird dann sehr offen diskutiert. Vom Gefühl her glaube ich Stand jetzt aber, dass wir eine Fortsetzung der Verkündungen erleben werden.
Kategorien: Schiedsrichter, DFB-Pokal
Autor: mv

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