DFB-Pokal der Frauen
Wolfsburgs Elfmeterheldin Johannes: "Glaube war immer da"

Dass Rekordpokalsieger VfL Wolfsburg am Donnerstag, 14. Mai (ab 16 Uhr), im Kölner RheinEnergieStadion das DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern München bestreiten wird, daran hat Stina Johannes wesentlichen Anteil. Im Halbfinale beim FC Carl Zeiss Jena (5:4 nach Elfmeterschießen) wehrte die 26 Jahre alte Nationaltorhüterin im entscheidenden Moment zwei Schüsse der Thüringerinnen ab. Im DFB.de-Interview spricht Stina Johannes, die zum zweiten Mal in ihrer Karriere ein Pokalendspiel erreicht hat, mit Mitarbeiter Ralf Debat über den Elfmeterkrimi in Jena, ihr Erfolgsrezept und die Aussichten für das Finale.
DFB.de: Der VfL Wolfsburg stand im Elfmeterschießen des Halbfinales in Jena beim Stand von 2:4 schon kurz vor dem Aus, schaffte aber doch noch die Wende. Haben Sie so etwas in Ihrer Karriere schon einmal erlebt, Frau Johannes?
Stina Johannes: Dass es so eng und spannend war, daran kann ich im Frauenbereich zumindest nicht erinnern. Vielleicht mal in der Jugend. (lacht)
DFB.de: Die ersten vier Elfmeter des FC Carl Zeiss Jena wurden verwandelt. Weil Lineth Beerensteyn vergeben hatte, war klar, dass sie beim Stand von 3:4 den nächsten Schuss parieren müssen, um das Ausscheiden zu verhindern. Wie groß war zu diesem Zeitpunkt noch die Zuversicht, das Endspiel zu erreichen?
Johannes: Der Glaube war immer da. Wir haben schließlich schon die verrücktesten Comebacks erlebt. Es geht vor allem darum, sich nicht zu viele Gedanken zu machen, sondern sich jeweils komplett auf die nächste Aktion zu fokussieren.
DFB.de: Dennoch ist es eine besondere Situation, wenn der nächste Schuss das Aus bedeuten kann, oder?
Johannes: Es ist nicht anders als bei jedem anderen Elfmeter oder jeder anderen großen Chance für den Gegner auch. Volle Konzentration und Überzeugung sind notwendig.
DFB.de: Wie bereiten Sie sich darauf vor?
Johannes: Es gibt jetzt keine spezielle Vorbereitung auf ein Elfmeterschießen. Allerdings arbeite ich natürlich auch im mentalen Bereich, beispielsweise durch Meditation. Grundsätzlich bin ich aber auch ein Typ, der ganz ruhig und bei sich bleibt.
DFB.de: Waren Sie über die Vorlieben der Jenaer Elfmeterschützinnen informiert?
Johannes: Wir hatten uns natürlich damit beschäftigt und unsere Hausaufgaben gemacht. Letztlich sind dann allerdings Spielerinnen angetreten, die vorher noch nicht als Schützinnen aufgefallen waren. Daher kam es mehr auf Antizipation und das Bauchgefühl an.
DFB.de: Hat sich Lineth Beerensteyn bei Ihnen ganz besonders bedankt?
Johannes: Das ist gar nicht nötig, denn wir sind ein Team, das zusammen erfolgreich ist - oder eben nicht. Wir haben uns gemeinsam über den Sieg gefreut.
DFB.de: Der VfL Wolfsburg war als klarer Favorit in die Partie gegangen. Warum hat sich das Team während der regulären Spielzeit und der Verlängerung so schwergetan?
Johannes: Da kamen viele Faktoren zusammen. Nach dem Spiel am Donnerstagabend in der Champions League in Lyon hatten wir nur sehr wenig Zeit, um uns zu regenerieren und gezielt auf Jena vorzubereiten. Dazu waren die Platzverhältnisse sicherlich nicht optimal. Das sollen aber keinen Ausreden sein. Wir müssen auch zugeben, dass wir es nicht so gut gemacht haben, dass vor allem das Balltempo nicht hoch genug war, um den Gegner stärker unter Druck zu setzen. Abgesehen davon, wussten wir aber auch schon vorher, dass uns ein schwieriges Spiel erwartet. Unter dem Strich zählt, dass wir weitergekommen sind. Die Art und Weise interessiert später niemanden mehr.
DFB.de: Wie wichtig war das Erreichen des Pokalendspiels, auch mit Blick auf das Ausscheiden in der Champions League und die Tabellensituation in der Liga?
Johannes: Es war von Beginn an ein wichtiges und klares Ziel für uns, das Pokalfinale zu erreichen. Von daher hat es höchste Bedeutung. Ich hoffe, dass uns dieser Erfolg jetzt auch noch einmal einen Push für den Saisonendspurt geben wird.
DFB.de: Im Endspiel geht es am 14. Mai in Köln gegen den FC Bayern München, der sich gegen die SGS Essen 4:0 durchgesetzt hat. Was nehmen Sie sich vor?
Johannes: Ganz unabhängig vom Gegner: Wir werden in das Endspiel gehen, um den DFB-Pokal zurück nach Wolfsburg zu holen.
Kategorien: DFB-Pokal der Frauen
Autor: DFB

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