WM 2026
WM 1982: Erst im Finale gegen Italien chancenlos

Am 11. Juni beginnt die FIFA Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Deutschland nimmt zum bereits 21. Mal an einer WM-Endrunde teil. In einer Serie blickt DFB.de auf die deutsche WM-Geschichte zurück, von Turnier zu Turnier. Heute: die zehnte Teilnahme bei der WM 1982 in Spanien.
Als großer Favorit flogen die Deutschen nach Spanien. Der amtierende Europameister hatte alle Qualifikationsspiele gewonnen, aus Talenten, die 1978 noch Lehrgeld zahlten, waren Stars geworden - Manfred Kaltz, Karl-Heinz Rummenigge, Hansi Müller. Rückkehrer Paul Breitner war der heimliche Chef, auf den auch Trainer Jupp Derwall hörte.
Doch in der Vorbereitung am Schluchsee ließen es einige an Disziplin fehlen, und Derwalls lange Leine rächte sich. Erstmals wurde prompt das Auftaktspiel verloren - Algerien blamierte den Europameister beim 1:2. Noch schlimmer war aber ein Sieg - das Ballgeschiebe beim 1:0 gegen Österreich ging als "Schmach von Gijon" in die Annalen ein. Beide Teams hatten sich nach dem frühen Tor von Horst Hrubesch stillschweigend auf das Resultat geeinigt - es reichte beiden zum Weiterkommen.
Nach der internationalen Kritik und einer offiziellen FIFA-Rüge warfen die Deutschen vor dem England-Spiel (0:0) Blumen ins Publikum, das Tor trafen sie aber erst im zweiten Zwischenrundenspiel. Das 2:1 warf Gastgeber Spanien raus, mit Glück kam das DFB-Team ins Halbfinale. In Sevilla schrieb die DFB-Auswahl wieder Geschichte, das dramatischste Spiel des Turniers fand trotz 1:3-Rückstands ein Happy End für Deutschland - im ersten WM-Elfmeterschießen überhaupt. Die Welt aber erregte sich über das Foul von Toni Schumacher am Franzosen Patrick Battiston. Selten gab es einen unbeliebteren Finalisten, Angstgegner Italien hatte viele Fans in Madrid. Und einen Tag mehr Zeit zur Vorbereitung - was den Ausschlag für den verdienten Sieg der Tifosi gab.
Wer schoss die deutschen Tore?
Rummenigge (5), Fischer, Littbarski ( je 2), Breitner, Hrubesch, Reinders (je 1).
Wieviele eingesetzte Spieler?
16 von 19 - drei blieben auf Abruf zu Hause.
Fakten
Paul Breitner traf - nach seinem 1:1 per Elfmeter im Endspiel 1974 gegen die Niederlande in München - nun in Madrid zum zweiten Mal in einem WM-Finale. Zuvor schafften das nur die Brasilianer Vava und Pelé, 2006 zog der Franzose Zidane gleich.
Wegen des Ballgeschiebes gegen Österreich finden fortan alle letzten Gruppenspiele gleichzeitig statt. Diese Regel galt erstmals bei der WM 1986.
Kurioses
Nach dem Österreich-Spiel setzte die spanische Zeitung den Spielbericht in den Lokalteil unter der Rubrik "Polizeibericht" und meldete einen "mutmaßlichen Betrugsfall".
Zitat
"Wenn wir gegen Algerien verlieren, fahre ich mit dem Zug nach Hause." (Bundestrainer Jupp Derwall)
Kategorien: WM 2026, Männer-Nationalmannschaft, Weltmeisterschaft
Autor: um

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