WM 2026
WM 1978: Die Schmach von Cordoba

Am 11. Juni beginnt die FIFA Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Deutschland nimmt zum bereits 21. Mal an einer WM-Endrunde teil. In einer Serie blickt DFB.de auf die deutsche WM-Geschichte zurück, von Turnier zu Turnier. Heute: die neunte Teilnahme bei der WM 1976 in Argentinien.
Von der Elf des Titelverteidigers war nicht mehr viel übrig geblieben. Franz Beckenbauer, Gerd Müller und Wolfgang Overath waren nicht zu ersetzen, es fehlte spürbar an Spielkultur und Torgefahr. So stellte die Mannschaft einen WM-Rekord auf, auf den niemand stolz war - sie spielte dreimal 0:0. Im Eröffnungsspiel gegen starke Polen war das noch mit der allgemeinen Nervosität zu entschuldigen, Bundestrainer Helmut Schön machte sich dafür stark, Eröffnungsspiele abzuschaffen. Aber welche Gründe gab es für ein 0:0 gegen WM-Neuling Tunesien? Im einzig torreichen Vorrundenspiel gegen Mexiko (6:0) gewannen die Deutschen auch trügerische Sicherheit, in der Zwischenrunde ging es bergab.
Der alte Rivale Italien war auch im Nebel von Buenos Aires nicht zu bezwingen und dem Sieg näher. Bei diesem 0:0 verlor man Spielmacher Heinz Flohe, der verletzt abreiste. Nur die WM-Revanche gegen die Niederländer (2:2) war passabel, aber zu wenig. Gegen Österreich musste ein Schützenfest her, während Italien und die Niederlande die Punkte hätten teilen müssen. Stattdessen setzte es eine historische Niederlage gegen den kleinen Bruder - das 2:3 ging als Schmach von Cordoba in die Annalen ein. Wie Sepp Herberger hatte auch Helmut Schön keinen schönen Abschied von der WM-Bühne.
Wer schoss die deutschen Tore?
Rummenigge (3), Flohe, D. Müller (2), Abramczik, Hölzenbein, H. Müller (je 1).
Wieviele eingesetzte Spieler?
17.
Fakten
Erst im fünften Spiel (2:2 Niederlande) kassierten die Deutschen ein Tor. Davor lagen inklusive des Endspiels 1974 genau 476 Minuten, in denen Sepp Maier nicht hinter sich greifen musste. Das war ein (kaum beachteter) WM-Rekord bei der enttäuschenden WM in Argentinien, den sich die DFB-Auswahl ans Revers heften konnte.
Helmut Schön brachte es fertig, in keinem der drei Vorrundenspiele auszuwechseln.
Kurioses
Im deutschen Lager von Ascochinga ("toter Hund") befand sich auch der Pianist Paul Lambert. Er bekam den Auftrag, im Falle eines Sieges im Eröffnungsspiel gegen Polen den Triumphmarsch aus "Aida" zu spielen. Es gab aber nur ein 0:0, und so wurden die Spieler mit "Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern" begrüßt.
Zitat
"Da kommt Krankl in den Strafraum - Schuss…Toor, Toor, Toor, Toor, Toor! I wer narrisch! Krankl schießt ein - 3:2 für Österreich! Meine Damen und Herren, wir fallen uns um den Hals: der Kollege Rippel, der Diplom-Ingenieur Posch - wir busseln uns ab. I wer narrisch" (Der österreichische Kommentator Edi Finger)
Wer wurde Weltmeister?
Argentinien mit 3:1 nach Verlängerung im Finale gegen Niederlande.
Kategorien: WM 2026, Männer-Nationalmannschaft, Weltmeisterschaft
Autor: um

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