3. Liga
Wintertransfers: Viel Bewegung bei den 20 Klubs

Wenn sich die 3. Liga in wenigen Tagen mit dem 20. Spieltag aus der Winterpause zurückmeldet, nehmen viele Vereine die Rückrunde schon mit einem veränderten Personal in Angriff. Weitere Wechsel sind jedoch auch in den nächsten Wochen noch möglich. DFB.de mit einer Übersicht über die bislang wichtigsten Wintertransfers der Drittligisten.
Im Winter gilt normalerweise grundsätzlich der 31. Januar als Zeitpunkt für das Ende der Transferperiode. Wenn dieser Tag allerdings auf einen Samstag oder auf einen Sonntag fällt, wird das Wechselfenster bis zum nächsten Wochentag verlängert - was in diesem Jahr erneut der Fall ist.
Auch die Vereine der 3. Liga können damit also noch bis Montag, 2. Februar, tätig werden - solange der Transfer rechtzeitig beim jeweils zuständigen Landesverband eingereicht wurde. Für die Klubs aus der Bundesliga und der 2. Bundesliga ist das Wintertransferfenster an diesem Tag bis 20 Uhr geöffnet.
Amaimouni-Echghouyab steigt auf
Die höchste Spielklasse ist bei den bisherigen Wintertransfers der 3. Liga ein Stichwort: Nach neun Toren und sechs Vorlagen in 18 Drittliga-Einsätzen vor der Winterpause für die zweite Mannschaft der TSG Hoffenheim steht Ayoube Amaimouni-Echghouyab nun in der Bundesliga bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag. In der spanischen Kleinstadt Vic, etwa eine Autostunde nördlich von Barcelona gelegen, aufgewachsen, zog die Familie des Sohns marokkanischer Einwanderer 2014 aus beruflichen Gründen nach Dortmund. Der Flügelspieler kickte für die TuS Eving-Lindenhorst, außerdem trainierte er regelmäßig am DFB-Stützpunkt Dortmund.
Nach Stationen in den Nachwuchsleistungszentren von Rot-Weiss Essen und Arminia Bielefeld machte der 21-Jährige einen Schritt zurück in die Oberliga Westfalen, der die großen Schritte in der Folgezeit erst ermöglichen sollte. 18 Tore in 30 Spielen für die SpVgg Erkenschwick markierte "Jupp", wie man ihn dort taufte. Nach einer Saison zog es ihn zur TSG Hoffenheim. Mit sieben Tore und neun Vorlagen in 28 Partien in der Regionalliga Südwest hatte er am erstmaligen Aufstieg in die 3. Liga maßgeblichen Anteil.
"Seine rasante Entwicklung ist nicht nur in Deutschland, sondern auch international aufgefallen", erklärt Frankfurts Sportlicher Leiter Timmo Hardung. "Uns ist bewusst, dass der Sprung über zwei Ligen eine gewisse Anlaufzeit erfordert, trauen Ayoube aber zu, sich schnell den neuen Anforderungen anzupassen - mit der Zeit und Unterstützung, die wir ihm geben werden."
SV Waldhof künftig ohne Okpala
Immerhin eine Liga nach oben ging es für Kennedy Okpala. Unter anderem die Ausbeute von sieben Toren und drei Assists in 18 Begegnungen hatten den Zweitligisten SC Paderborn 07 davon überzeugt, den erfolgreichsten Torschützen des SV Waldhof Mannheim zu verpflichten. Der 21 Jahre alte Angreifer war 2021 in die Nachwuchsabteilung des SV Waldhof gewechselt und schaffte in Mannheim nach seinem Debüt im September 2023 auch den Sprung in den Profibereich (71 Drittliga-Partien).
Neben einem Abgang meldeten die "Buwe" aber auch schon einen Zugang. Für den Defensivbereich wurde Innenverteidiger Oluwaseun Ogbemudia vom Erstligisten 1. FC Union Berlin ausgeliehen. "Olu ist mit seiner Zweikampfstärke und vor allem Geschwindigkeit definitiv ein Spieler, dem wir die 3. Liga zutrauen, weshalb wir uns schlussendlich für diese Leihe entschieden haben", sagt Mathias Schober, Sportdirektor des SV Waldhof, über den 19-Jährigen.
MSV Duisburg holt Lobinger
Aber nicht nur die TSG Hoffenheim II und der SV Waldhof Mannheim müssen künftig ohne ihren bislang erfolgreichsten Torschützen auskommen. Das gilt auch für den FC Viktoria Köln. Lex Tyger Lobinger ist innerhalb der 3. Liga zum Tabellendritten MSV Duisburg gewechselt. Erst unmittelbar vor der Winterpause hatte der 26-Jährige gegen die Zebras seinen 17. Hinrundeneinsatz (neun Treffer) für die Kölner absolviert.
"Tyger ist ein großer, wuchtiger Stürmer, der seine Qualitäten in den zurückliegenden eineinhalb Jahren konstant unter Beweis gestellt hat", betont Duisburgs Cheftrainer Dietmar Hirsch. "Wir haben uns schon sehr lange um ihn bemüht. Umso schöner, dass es jetzt geklappt hat." In der Vita von Lobinger stehen insgesamt 54 Drittligapartien (24 Tore). Außerdem hat der Mittelstürmer 60 Spiele (zwei Treffer) in der 2. Bundesliga absolviert.
Auch im Mittelfeld konnten sich Duisburger die Dienste eines Spielers mit höherklassiger Erfahrung sichern. Aljaz Casar stand während der Hinrunde noch in zwölf Zweitliga-Spielen für Dynamo Dresden auf dem Feld. Mit der SGD war der 25-jährige Slowene im zurückliegenden Sommer in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Zuvor war er auch schon für den Halleschen FC in der 3. Liga am Ball.
Beim FC Viktoria Köln soll anstelle von Lex Tyger Lobinger nun Joel Vega Zambrano für Tore und Vorlagen sorgen. Der 21-Jährige war in den jüngsten beiden Spielzeiten Leistungsträger der U 21 des SC Paderborn 07 in der Regionalliga West. Dort traf er in 61 Spielen 17-mal und legte sieben weitere Treffer vor. "Wir haben bereits im Sommer versucht, Joel zu verpflichten", so Stephan Küsters, Sportlicher Leiter beim FC Viktoria Köln. "Umso mehr freuen wir uns, dass der Transfer jetzt funktioniert hat. Er hat seine Stärken in der Offensive und ist dort flexibel einsetzbar."
Schon drei Neue in Regensburg
Ebenfalls vom SC Paderborn 07 nahm der SSV Jahn Regensburg John Posselt unter Vertrag. Als Leihspieler trug der 22-Jährige allerdings zuletzt das Trikot des Ligakonkurrenten TSV Havelse. Beim Aufsteiger war der beste Torschütze für sechs der insgesamt 25 Treffer verantwortlich.
"Mit John gewinnen wir einen Stürmer hinzu, der in der Offensive sehr variabel einsetzbar ist", meint Regensburgs Sportdirektor Alexander Schmalhofer. "Er kennt schon die Intensität der 3. Liga und hat seine Torgefahr bereits in der Hinrunde unter Beweis gestellt. Wir hoffen, dass er bei uns in der Rückrunde daran anknüpfen unser Angriffsspiel bereichern kann."
Posselt, dessen Nachfolge in Havelse Christopher Schepp (Rot-Weiß Oberhausen) antreten soll, ist einer von gleich drei Winterzugängen beim SSV Jahn. Zuvor wurde Torhüter Leon Wechsel von Hannover 96 ausgeliehen. Dafür hatte der Zweitligist die im Sommer vereinbarte Leihe zum polnischen Zweitligisten GKS Tychy vorzeitig beendet. Wechsel gehört seit 2023 zum Lizenzspielerkader der 96er. Spielpraxis sammelte der 20-Jährige vor allem bei der zweiten Mannschaft. So stand er in der vergangenen Saison in 17-Drittliga-Begegnungen für die U 23 zwischen den Pfosten.
Erstmalig in der 3. Liga aktiv ist dagegen Sascha Hingerl. Der beim TSV 1860 München ausgebildete Mittelfeldspieler gehörte in der ersten Saisonhälfte zu den Leistungsträgern des TSV Buchbach in der Regionalliga Bayern. Zuvor lief der 26-Jährige auch schon für den FC Memmingen, Türkgücü München und den SV Heimstetten in der vierthöchsten Spielklasse auf.
Auch SSV Ulm besonders aktiv
Mehr neue Spieler als der SSV Jahn Regensburg hat nur der stark abstiegsbedrohte SSV Ulm 1846 Fußball verpflichtet. Nachdem bereits Ende November mit Mirnes Pepic ein ehemaliger Spieler von SSV-Coach Pavel Dotchev neu zum Kader gestoßen war, trägt jetzt mit Niko Vucancic ein weiterer alter Bekannter des Drittliga-Rekordtrainers das Ulmer Trikot. Der 23 Jahre alte Innenverteidiger war seit seinem Vertragsende beim FC Erzgebirge Aue im Sommer vereinslos. Ebenfalls im Defensivbereich zu Hause ist Luca Bazzoli. Der im zentralen Mittelfeld und in der Innenverteidigung einsetzbare 25-Jährige wurde bis zum Saisonende vom Ligakonkurrenten Rot-Weiss Essen ausgeliehen.
Dabei helfen, die Abstiegsplätze zu verlassen - derzeit ist die sichere Zone sechs Zähler entfernt - soll auch Abu-Bekir Ömer El-Zein. Der 22 Jahre alte Offensivspieler stand bislang beim Zweitligisten 1. FC Magdeburg unter Vertrag, kam in dieser Saison aber ausschließlich für die zweite Mannschaft in der Regionalliga Nordost zum Einsatz. Die 3. Liga kennt El-Zein aus der Spielzeit 2023/2024 (30 Einsätze für den SV Sandhausen).
Die Position ganz vorne könnte Streli Mamba einnehmen. Der in Göppingen geborene 31-Jährige ist nach Auslandsstationen in Kasachstan (Kairat Almaty), China (Dalian Professional) und der Türkei (Beykoz Anadolu Spor und Erzurumspor FK) sowie sechs Monaten ohne Klub in seine Heimatregion zurückgekehrt. Im deutschen Profifußball spielte Mamba unter anderem für den SC Paderborn, Hansa Rostock und Energie Cottbus. So kommt er auf 24 Einsätze in der Bundesliga (fünf Tore), 15 Spiele in der 2. Bundesliga (ein Tor) und 36 Partien in der 3. Liga (elf Tore).
Pokalheld zum VfL Osnabrück
Andere Ziele als der SSV Ulm 1846 verfolgen der Tabellenzweite SC Verl und der viertplatzierte Traditionsklub Rot-Weiss Essen, die ebenfalls auf dem Transfermarkt tätig waren. Die Verler ergänzten ihren Kader mit Innenverteidiger Raphael Araoye (21) aus der U 21 von Bristol City (England) und mit Mittelfeldspieler Antonio Foti (22), der zuletzt für die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund am Ball war. Dagegen zieht es den US-amerikanischen Junioren-Nationalspieler Ethan Kohler (20) in seine Heimat zu New England Revolution.
Ebenfalls bei der U 23 des BVB wurde Rot-Weiss Essen fündig und verpflichtete Verteidiger Ben Hüning (21), der schon in der Jugend an der Hafenstraße gekickt hatte. Aus der 2. Bundesliga wurde Offensivspieler Danny Schmidt (22) von Fortuna Düsseldorf ausgeliehen. Abgeschlossen sind die Personalplanungen damit aber noch nicht.
Einen neuen Stürmer aus dem Unterhaus des deutschen Profifußball verpflichtete auch der VfL Osnabrück mit Julian Kania (24), der ebenfalls auf Leihbasis von Arminia Bielefeld zu den Lila-Weißen wechselte. In der abgelaufenen Saison hatte Kania noch wesentlichen Anteil am Gewinn der Meisterschaft der Ostwestfalen in der 3. Liga und steuerte sogar im Finale um den DFB-Pokal (2:4 gegen den VfB Stuttgart) einen Treffer bei.
MLS-Profi für den FC Ingolstadt
Tabellenführer FC Energie Cottbus hat dagegen nur einen Abgang zu verzeichnen: Torhüter Elias Bethge (22), der aus dem Energie-Nachwuchs stammt und in den vergangenen Jahren auf 104 Pflichtspieleinsätze für die Profis kam, schließt sich Zweitligist Dynamo Dresden an. Bethge war über weite Teile der Hinrunde verletzungsbedingt ausgefallen und in der Hinserie nur zu zwei Einsätzen gekommen.
Beim abstiegsbedrohten FC Ingolstadt 04 kommt derweil Verstärkung aus den USA: Die Schanzer nehmen den 27 Jahre alten Angreifer Mason Toye unter Vertrag, dessen Kontrakt beim Major Leagie Soccer-Klub Sporting Kansas City Ende des Jahres ausgelaufen war. Ausgebildet unter anderem bei den New York Red Bulls wurde Toye 2018 vom Minnesota United FC gedraftetund bestritt insgesamt 130 MLS-Begegnungen.
Kategorien: 3. Liga
Autor: mspw

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