DFB-Pokal der Juniorinnen
VfB-Pokalheldin Amelie Hinkel: "Stolz, in Papas Fußstapfen zu treten"

Amelie Hinkel steht mit den U 17-Juniorinnen des VfB Stuttgart im Endspiel um den DFB-Pokal der Juniorinnen. Dort geht es am 30. Mai in Köln gegen den FC Carl Zeiss Jena. Zum 2:0 im Halbfinale bei Bayer 04 Leverkusen steuerte die älteste Tochter von Ex-Nationalspieler Andreas Hinkel ein Tor bei. Im DFB.de-Interview spricht die 16 Jahre alte Abwehrspielerin mit Mitarbeiter Ralf Debat über Familie und Finale.
DFB.de: Der VfB Stuttgart steht erstmals im Endspiel um den DFB-Pokal der Juniorinnen. Wie hört sich das für Dich an, Amelie?
Amelie Hinkel: Es ist einfach unglaublich. Als wir im September in den Wettbewerb gestartet sind, hätte niemand gedacht, dass wir so weit kommen. Deshalb bin ich unfassbar stolz auf die Mannschaft.
DFB.de: Wie sehr freust Du Dich schon jetzt auf den 30. Mai, wenn es im Finale in Köln gegen den FC Carl Zeiss Jena geht?
Hinkel: Die Vorfreude ist natürlich schon jetzt da, wird aber bestimmt im Vorfeld des Spiels genauso wie die Anspannung von Tag zu Tag größer werden.
DFB.de: Welche Bedeutung hat dieser Erfolg für die Spielerinnen und den Verein?
Hinkel: Er zeigt, dass der VfB auch im Frauen- und Mädchenbereich immer weiter wächst und sich äußerst positiv entwickelt. Es ist eine sehr gute Werbung für den Verein und beweist, dass hier ausgezeichnete Arbeit geleistet wird. Das untermauern ja auch die Ergebnisse der beiden Frauenmannschaften, die in der 2. Bundesliga und in der Verbandsliga jeweils die Tabelle anführen.
DFB.de: Wie würdest Du den Stellenwert des neugeschaffenen DFB-Pokals beschreiben, der in dieser Saison erst zum zweiten Mal ausgetragen wird?
Hinkel: Der Wettbewerb hat für uns eine sehr große Bedeutung, weil wir dadurch die Möglichkeit bekommen, uns bundesweit mit den besten Teams und Spielerinnen zu messen.
DFB.de: Was macht für Dich den besonderen Reiz der K.o.-Spiele im DFB-Pokal aus?
Hinkel: Die Spannung ist immer da, nur der Sieger kommt eine Runde weiter. Umso größer ist dann die Freude, wenn man es geschafft hat.
DFB.de: Im Halbfinale habt Ihr Euch bei Bayer 04 Leverkusen 2:0 durchgesetzt. Was hat den Ausschlag für den Einzug ins Endspiel gegeben?
Hinkel: Wir haben immer an uns geglaubt und die nötige Mentalität gezeigt.
DFB.de: Schon zuvor hattet Ihr mit Eintracht Frankfurt und Titelverteidiger TSG Hoffenheim hochkarätige Gegner ausgeschaltet. Hat das dem Team noch einen Schub gegeben?
Hinkel: Auf jeden Fall. Vor allem die Partie in Frankfurt hat uns gezeigt, was wir in diesem Wettbewerb erreichen können. Dort in Unterzahl noch zu gewinnen, war schon etwas Besonderes.
DFB.de: Was zeichnet Eure Mannschaft ganz besonders aus?
Hinkel: Wir haben einen echt guten Teamspirit, lachen gerne zusammen und unternehmen auch viel außerhalb des Platzes. In den Spielen kämpft jede für jede, das macht uns uns.
DFB.de: Welchen Anteil hat das gemischte Trainerduo mit Antonella Monopoli und Kevin Reiner an Euren Erfolgen?
Hinkel: Definitiv einen großen Anteil. Ihnen gelingt es vor allem, eine gute Mischung aus Spaß und Ernsthaftigkeit hinzubekommen. Sie bereiten uns sehr gut auf die Spiele vor.
DFB.de: Wie schon beim 2:1 im Achtelfinale bei Eintracht Frankfurt warst Du gegen Bayer 04 Leverkusen erneut mit einem Treffer entscheidend am Weiterkommen beteiligt. Wie hat sich das für Dich angefühlt?
Hinkel: Ein Tor zu erzielen, ist immer ein gutes Gefühl. Der Siegtreffer in Frankfurt in der Nachspielzeit war wie eine Erlösung für uns alle und wurde dann auch entsprechend gefeiert. Gegen Leverkusen gleich in der Anfangsphase zu treffen, war auch cool. Wegen der noch lange andauernden Spielzeit war die Freude ein wenig gedämpfter.
DFB.de: Bist Du immer so torgefährlich?
Hinkel: Obwohl ich in der Innenverteidigung spiele, ist mir jetzt schon das eine oder andere Tor geglückt. Bei Standardsituationen darf ich immer mit nach vorne gehen. Es ist daher auch kein Zufall, dass die beiden Treffer im DFB-Pokal nach einem Freistoß und nach einem Eckball gefallen wird.
DFB.de: Dein Vater Andreas wurde ebenfalls beim VfB Stuttgart ausgebildet und schaffte dort auch den Sprung zu den Profis und wurde später Nationalspieler. Ist das auch Dein Traum?
Hinkel: Klar. Papa ist mein großes Vorbild. Es ist unfassbar, was er im Fußball alles erreicht hat. Ich bin stolz, dass ich jetzt auch beim VfB spiele und so in seine Fußstapfen treten kann.
DFB.de: War schon früh klar, dass Du auch Fußball spielen möchtest?
Hinkel: Seit ich denken kann, wollte ich schon immer Fußballerin werden. Das liegt bei uns halt in der Familie. (lacht) Meine beiden jüngeren Brüder spielen ebenfalls Fußball.
DFB.de: Wie würdest Du Dich als Spielerin beschreiben?
Hinkel: Ich würde sagen, dass mein Stellungsspiel, mein Spielaufbau und meine Übersicht zu meinen Stärken gehören. Damit kann ich gut ausgleichen, dass ich vielleicht nicht so antrittsschnell bin. Innerhalb des Teams sehe ich mich als Führungsspielerin, gehe gerne voran.
DFB.de: Dein Papa hat nach seiner Profilaufbahn eine Trainerkarriere gestartet. Gibt er Dir auch immer wieder wertvolle Tipps?
Hinkel: Klar. Wir schauen uns oft meine Spiele noch mal an. Er gibt mir dann Hinweise, was ich gut und was weniger gut gemacht habe. Das hilft mir sehr.
DFB.de: Trotz zahlreicher Erfolge konnte er den DFB-Pokal als Spieler nicht gewinnen, sondern erst später als Co-Trainer mit RB Leipzig. Ist das noch ein zusätzlicher Anreiz für Dich, am 30. Mai den "Pott" in Empfang zu nehmen?
Hinkel: Das wäre schon eine sehr coole Sache. (lacht)
Kategorien: DFB-Pokal der Juniorinnen
Autor: mspw

Tickets fürs Pokalfinale in Köln
Am 30. Mai (ab 13 Uhr, live bei YouTube) kämpfen die B-Juniorinnen des FC Carl Zeiss Jena und VfB Stuttgart im DFB-Pokal der Juniorinnen um den Titel. Tickets für das Duell im Sportpark Höhenberg in Köln sind nun erhältlich.

Dank Axers Doppelpack: Jena folgt VfB ins Finale
Der FC Carl Zeiss Jena steht erstmals im Endspiel um den DFB-Pokal der Juniorinnen. Die Thüringerinnen setzten sich im Halbfinale zuhause 2:0 (1:0) gegen RB Leipzig durch und treffen im Finale am 30. Mai in Köln auf den VfB Stuttgart.

Jena-Trainer Roy Bergner: "Fingerzeig für gute Nachwuchsarbeit"
Zum zweiten Mal wird der DFB-Pokal der Juniorinnen ausgetragen. Nur die U 17 von Carl Zeiss Jena hat zum zweiten Mal das Halbfinale erreicht. Vor dem Duell heute (ab 14 Uhr) gegen RB Leipzig spricht Trainer Roy Bergner über den Reiz des DFB-Pokals.