DFB-Pokal der Frauen

Union Berlin gewinnt hochdramatisches Achtelfinale beim HSV

31.10.2026
Erst Spiel gedreht, dann erfolgreich in der Verlängerung: Union Berlin siegt beim HSV Foto: DFB/dpa Picture-Alliance

Die Frauen des 1. FC Union Berlin stehen erstmals in der Vereinsgeschichte im Viertelfinale um den DFB-Pokal. Die "Eisernen gewannen ein hochdramatisches Achtelfinalduell beim Hamburger SV mit 4:3 (3:3, 0:2) erst nach Verlängerung. Erstmals seit vier Jahren schaffte der 1. FC Köln wieder den Sprung in die Runde der letzten Acht. Das Team aus der Domstadt bezwang RB Leipzig mit 1:0 (1:0).

Camilla Linberg (10.) und Pauline Batz (33.) stellten nach zwei Viertelfinalteilnahmen nacheinander die Zeichen für den HSV im ersten Durchgang erneut auf Sieg. Doch Jella Veit (68.), Judit Pujols mit einem direkt verwandelten Freistoß (72.) und Nele Bauereisen (80.) stellten das Spiel für Union binnen weniger Minuten auf den Kopf. Ein Kunstschuss von Jonna Wrede in der Nachspielzeit erzwang dann aber doch die Verlängerung (90.+4). Als nach einem Platzverweis von Samantha Steuerwald (100.) vieles auf ein Elfmeterschießen hindeutete, setzte erneut Bauereisen per Konter den Lucky Punch (113.). In Köln belohnte Pauline Bremer (35.) die Rheinländerinnen für ihre Überlegenheit in der ersten Halbzeit mit dem Siegtreffer.

Union dreht in Halbzeit zwei auf

Sechs Tage nach dem turbulenten 4:4 im Bundesligaduell beider Mannschaften gab es erneut ein Spektakel. Der erste Treffer ließ im Volkspark auch im Pokal nicht lange auf sich warten: Linberg hob einen Abpraller nach einem Klärungsversuch aus zwölf Metern unter die Latte. Auch nach danach hatten die Gastgeberinnen ein Chancenübergewicht, während die Berlinerinnen körperbetont zur Sache gingen. Nach einer knappen halben Stunde meldete sich auch Union mal vor dem gegnerischen Tor an. Erst parierte HSV-Torhüterin Jule Baum einen Schuss von Jill Janssens mit einer Hand (28.), zwei Minuten später einen Distanzversuch von Lia Kamber. Mitten die Berliner Druckphase traf wieder Hamburg. Wie schon beim ersten Treffer konnte Union den Ball nicht richtig klären, Bartz zog satt aus 14 Metern zum 2:0 ab (33.). Die Eisernen drückten fortan erfolglos auf den Anschluss.

Auch nach dem Seitenwechsel hatte Berlin mehr vom Spiel, die besseren Chancen hatten aber die Norddeutschen. Ein Freistoß nahe der Strafraumgrenze von Linberg ging nur knapp am Tor vorbei (57.), einen Distanzknaller aus 30 Metern von Magou Doucouré entschärfte Union-Torhüterin Nadine Böhi in höchster Not (59.). Das sollte sich rächen, denn Union kam wie schon beim Ligaspiel vor Wochenfrist binnen weniger Minuten zurück: Erst brachte Veit einen Schuss aus dem Rückraum im Tor unter, fünf Minuten später zirkelte Pujols einen Freistoß aus 18 Metern unhaltbar in den Torknick. Lina Hausicke (75.) und Dina Orschmann (78.) verpassten es in den folgenden Minuten, mit Großchancen das Spiel komplett zu drehen. Dies erledigte dann Bauereisen mit einem Schuss unter die Latte (81.). Berlin war in der Schlussphase dem vierten Treffer näher als der HSV dem Ausgleich, doch Wrede stellte sich dem Ausscheiden mit einem Distanzknaller unter die Latte und ihrem ersten Profitor in der Nachspielzeit entgegen.

In der Verlängerung hatte Union zunächst mehr Spielanteile und mehr Chancen, musste aber nach der Gelb-Roten Karte gegen Kapitänin Steuerwald zu zehnt weiterspielen (100.). Spätestens jetzt wurde die Partie zu einem Kampfspiel, bei dem die Berlinerinnen nun wieder oftmals defensiv gefordert waren. Von dort wurde dann in der 113. Minute ein langer Ball heraus in den Lauf von Bauereisen verlängert, die Baum umkurvte und ins leere Tor einschob.

Bremer bricht den Bann

Im Duell der Tabellennachbarinnen in der Google Pixel Frauen-Bundesliga bestimmte Köln zunächst deutlich die Schlagzahl und ließ das Team aus Sachsen kaum in die Partie kommen. Zunächst traf Laura Vogt mit einem satten Schuss von der Strafraumgrenze den Pfosten (6.). Sieben Minuten später nahm Laura Feiersinger eine Kopfballablage direkt, verzog dann aber (13.). Leipzig erlangte mit zunehmender Dauer mehr Spielanteile und generierte zumeist über Distanzschüsse Torgefahr. Der Treffer fiel aber für Köln. Nach einer präzisen Flanke nickte Bremer aus kurzer Distanz zur Führung ein. Carolin Elsen verfehlte nur drei Minuten später eine noch höhere Führung (38.).

Leipzig hatte sich zu Beginn der zweiten Hälfte viel vorgenommen und kam früh durch Nikee van Dijk zu einer Ausgleichschance (48.). In der Folgezeit unterliefen den RB-Frauen gegen clever pressende Kölnerinnen aber zu viele Ballverluste im Spielaufbau. So hatte einmal mehr Elsen die große Chance auf den zweiten Kölner Treffer, schoss aber genau in die Arme von RB-Torfrau Elvira Herzog (65.). Leipzig wurde in der Schlussphase aktiver, der Ausgleich sollte aber nicht mehr gelingen.

Kategorien: DFB-Pokal der Frauen

Autor: sid/bt