3. Liga
Unbesiegt und sieglos: 1. FC Saarbrücken als "Serientäter"

Vom zweiten Tabellenplatz auf Rang 16 mit nur noch einem Punkt Vorsprung auf die Gefahrenzone: Der 1. FC Saarbrücken ist nach inzwischen 15 Partien in Folge ohne Sieg in der 3. Liga vom Aufstiegsrennen im Kampf um den Klassenverbleib angekommen. Gleichzeitig halten die Saarländer aber auch einen Bestwert in der dritthöchsten Spielklasse. DFB.de über die längsten Serien.
Seit der 0:1-Heimniederlage gegen den Aufstiegsanwärter VfL Osnabrück am zurückliegenden Wochenende muss der 1. FC Saarbrücken in dieser Spielzeit am längsten von allen Drittligisten auf die volle Punktausbeute warten. Zuvor lag der FCS gleichauf mit dem TSV Havelse, der erst am 15. Spieltag gegen den SSV Ulm 1846 Fußball (2:1) seinen ersten Dreier einfahren konnte.
Kein gutes Omen?
Möglicherweise kein gutes Omen für den 1. FC Saarbrücken: Die Stuttgarter Kickers (2015/2016) und die zweite Mannschaft des SC Freiburg (2023/2024) waren ebenso lange ohne die volle Punktausbeute geblieben und mussten am Ende der Spielzeit jeweils den Gang in die Regionalliga antreten.
Lediglich drei Teams mussten in der Geschichte der 3. Liga noch länger auf einen Sieg warten. Der SV Meppen (17 Spiele in der Saison 2022/2023), die SpVgg Unterhaching (19 Partien in der Spielzeit 2024/2025) und die U 23 des SV Werder Bremen (28 Begegnungen in der Saison 2017/2018) konnten ebenfalls den Abstieg nicht mehr abwenden.
Luginger auch an Siegesserie beteiligt
Beim 1. FC Saarbrücken standen während der dauerhaften Sieglosigkeit bereits zwei verschiedene Cheftrainer an der Seitenlinie. Alois Schwartz, der in der zurückliegenden Spielzeit den FCS im Saisonendspurt noch auf Rang drei und damit in die Relegation zur 2. Bundesliga gegen Eintracht Braunschweig (0:2 und 2:2 nach Verlängerung) geführt hatte, wurde nach acht Partien ohne Sieg (vier Punkte) freigestellt.
Aber auch unter Nachfolger und Sportdirektor Jürgen Luginger (drei Zähler aus sieben Partien) klappte noch nicht der Befreiungsschlag. Die nächste Chance, die lange Negativserie zu beenden, besteht am Samstag (ab 14 Uhr, live bei MagentaSport sowie im MDR und SR) im Spiel beim direkten Konkurrenten FC Erzgebirge Aue, der erstmals von seinem neuen Cheftrainer Christoph Dabrowski betreut wird.
Mit dem 58 Jahre alten Jürgen Luginger auf der Cheftrainer-Position erlebten die Saarländer aber auch schon eine ihrer erfolgreichsten Drittligaphasen. Der Ex-Profi stand nämlich auch in der Spielzeit 2010/2011 in der Verantwortung, als der 1. FC Saarbrücken kurz vor Schluss durch neun Siege nacheinander noch bis auf den sechsten Platz klettern konnte.
KSC 21-mal in Folge ungeschlagen
Keine Überraschung: Die Vergangenheit zeigt, dass Teams, die besonders lange Sieges- oder Erfolgsserien hinlegen konnten, häufig auch am Saisonende Grund zum Jubeln hatten. Als erstes Team hatte der Karlsruher SC in der Saison 2012/2013 zehn Siege in Folge eingefahren. Zur Mannschaft des damaligen Cheftrainers Markus Kauczinski, der die Badener zum Gewinn der Meisterschaft und damit auch zum Aufstieg geführt hatte, gehörten unter anderem die späteren Bundesligaprofis Hakan Calhanoglu, Rouwen Hennings, Kevin Akpoguma oder Danny Blum.
In der Spielzeit 2023/2024 zog dann der SSV Jahn Regensburg mit zehn Dreiern zwischen dem 8. und 17. Spieltag nach. Nach der Winterpause verlor der SSV Jahn zwar an Boden und musste den beiden "Durchmarschierern" SSV Ulm 1846 Fußball und SC Preußen Münster noch den direkten Aufstieg überlassen. In der Relegation gegen den SV Wehen Wiesbaden (2:2 und 2:1) zogen die Regensburger allerdings nach und schafften doch noch die direkte Rückkehr in die 2. Bundesliga.
Bei der Anzahl an Siegen konnte der SSV Jahn Regensburg zwar zum KSC aufschließen. Bis zur Bestmarke der Partien ohne Niederlage fehlten aber einige Begegnungen. Die Regensburger konnten ihre Serie ohne Niederlage "nur" noch um vier weitere Partien auf 14 Begegnungen ausbauen. Das bedeutet bei den längsten Serien der Ligahistorie lediglich Platz 16.
Die Bestmarke hält auch in dieser Kategorie der Karlsruher SC, der in der Saison 2017/2018 in 21 aufeinanderfolgenden Begegnungen mindestens einen Zähler holte, übrigens unter der Regie von Alois Schwartz. Am Saisonende belegte der KSC den dritten Rang, verpasste den Aufstieg aber in der Relegation gegen den FC Erzgebirge Aue (0:0/1:3). Eine ebenso lange Positivserie gelang sonst nur noch dem 1. FC Saarbrücken, allerdings im Jahr 2011 saisonübergreifend. Auch hier war Jürgen Luginger schon für die Saarländer tätig.
Paderborn am längsten zu Null
Viele Partien in Folge ohne Niederlage müssen jedoch nicht zwangsläufig etwas Positives sein. Der SV Wehen Wiesbaden spielte in der Saison 2012/2013 beispielsweise siebenmal in Folge Unentschieden. Mit den elf weiteren Remis bis zum 38. Spieltag stellten die Hessen die bis dahin vom SV Wacker Burghausen alleine gehaltene Marke von 18 Punkteteilungen in einer Spielzeit ein. Während Wehen Wiesbaden nach dem Unentschieden-Rekord zum Schluss immerhin noch auf dem siebten Rang landete, reichten der SpVgg Unterhaching ihre zwischenzeitlich ebenfalls sieben Remis in Serie in der Spielzeit 2018/2019 in der Endabrechnung zu Platz zehn.
Eine bekannte Fußballerweisheit besagt: "Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive Meisterschaften". Über einen besonders langen Zeitraum stand der SC Paderborn 07 in der Saison 2017/2018 in der Defensive stabil. Die Ostwestfalen blieben in acht Spielen in Folge ohne Gegentor. Am Saisonende stand der Aufstieg in die 2. Bundesliga zu Buche. In immerhin sieben Partien nacheinander spielte der 1. FC Heidenheim 1846 in seiner Drittliga-Meistersaison 2013/2014 zu Null.
Eine der längsten Serien ohne ein Erfolgserlebnis legte dagegen der SV Sandhausen in der zurückliegenden Spielzeit hin. Der frühere Zweitligist ging vom 28. bis zum 36. Spieltag - und damit neunmal nacheinander - jeweils leer aus, was den Abstieg in die Regionalliga Südwest besiegelte. Nur die U 23 des SV Werder Bremen verlor zum Ende ihrer Abstiegssaison 2011/2012 ebenfalls neunmal in Folge. Der aktuelle Drittligist 1. FC Schweinfurt 05 hätte diese Marke fast erreicht. Nach acht Niederlagen gelang den Unterfranken aber am 14. Spieltag gegen die zweite Mannschaft der TSG Hoffenheim (2:1) die volle Ausbeute.
Kategorien: 3. Liga
Autor: mspw

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