2. Frauen-Bundesliga

SGS-Stürmerin Bröring vor Duell mit Ex-Klub: "Ein wenig aufgeregter als sonst"

02.10.2026
Laura Bröring (r.): "Man merkt, dass das sportliche Niveau in der 2. Bundesliga steigt" Foto: imago

Laura Bröring, Angreiferin bei der SGS Essen, wird am 8. Spieltag in der 2. Frauen-Bundesliga am Sonntag (ab 14 Uhr) erstmals in ihrer Karriere auf ihren langjährigen Verein SV Meppen treffen. Im DFB.de-Interview spricht die 19 Jahre alte Stürmerin mit Mitarbeiter Ralf Debat über das Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern, die Chancen auf den Aufstieg und die nächste Aufgabe im DFB-Pokal.

DFB.de: Mit dem 4:1-Derbysieg beim ambitionierten Regionalligisten FC Schalke 04 zog die SGS Essen in das Achtelfinale um den DFB-Pokal ein. Welchen Stellenwert hat dieser Erfolg für das Team, Frau Bröring?

Laura Bröring: Pokalspiele sind immer etwas Besonderes. In diesem Fall kam noch hinzu, dass es ein Ruhrpott-Derby war und dass Schalke 04 kein gewöhnlicher Regionalligist, sondern sehr ambitioniert ist. Wir sind froh, dass wir eine Runde weitergekommen sind.

DFB.de: Die SGS geriet früh in Rückstand. Was war entscheidend, um der Favoritenrolle am Ende doch noch gerecht zu werden?

Bröring: Das Gegentor war ein kleiner Schock, keine Frage. Wir haben insgesamt auch nicht unser bestes Spiel abgeliefert. Wir sind aber cool geblieben und haben die Partie nach unserer Führung gut runtergespielt.

DFB.de: Mit Essen und Jena erreichten nur zwei Vereine aus der 2. Bundesliga die nächste Runde. Zahlreiche Teams bereiteten ihren Gegnern aus der Google Pixel Frauen-Bundesliga große Probleme. Was sagt das über die Stärke der Spielklasse aus?

Bröring: Man merkt auf jeden Fall, dass das sportliche Niveau in der 2. Bundesliga steigt. Sicherlich haben einige Erstligisten die Pokalspiele auch dazu genutzt, um personell ein wenig zu rotieren. Dennoch war es schon auffällig, wie viele Spiele sehr eng waren.

DFB.de: Im Achtelfinale geht es für die SGS zum VfB Stuttgart. Wie fielen die Reaktionen zur Pokalauslosung aus?

Bröring: Ein Heimspiel wäre uns natürlich lieber gewesen. Wir fahren als Außenseiter nach Stuttgart. Dennoch bin sich mir sicher, dass es für uns nicht unmöglich ist, dort zu gewinnen.

DFB.de: Welche Bedeutung hat der DFB-Pokal grundsätzlich im Vergleich zur Meisterschaft?

Bröring: Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Liga. Allerdings übt auch der Pokalwettbewerb einen großen Reiz aus. In vergleichsweise wenigen Spielen kann man viel erreichen.

DFB.de: Nach sieben Spieltagen belegt die SGS Essen mit 16 Punkten den vierten Tabellenplatz. Ein Aufstiegsrang ist zwei Zähler entfernt. Wie bewerten Sie den Saisonstart?

Bröring: Auch wenn die beiden zurückliegenden Partien mit einem Punkt nicht optimal gelaufen sind, können wir mit dem bisherigen Abschneiden durchaus zufrieden sein. Man spürt, dass wir uns von Woche zu Woche weiterentwickeln. Vor allem im schnellen Umschaltspiel haben wir unsere Stärken. Durch das Pokalspiel auf Schalke haben wir auch noch einmal zusätzliches Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben getankt.

DFB.de: Was hatten Sie sich denn vor Saisonbeginn mit dem fast komplett neuformierten Team vorgenommen?

Bröring: Das erste Ziel war, möglichst schnell zusammenzuwachsen. Ich denke, das ist uns sehr gut gelungen. Wir verstehen uns alle super, auf und auch neben dem Platz. Von daher bin ich ganz und gar nicht überrascht, dass wir gut in die Saison gestartet sind.

DFB.de: Auch Sie sind neu bei der SGS Essen. Warum haben Sie sich nach sieben Jahren beim SV Meppen für den Wechsel ins Ruhrgebiet entschieden?

Bröring: Nachdem ich meine schulische Ausbildung mit dem Abitur abgeschlossen hatte, war ich bereit für einen neuen Schritte. Die Zeit in Meppen waren besondere Jahre für mich. Jetzt möchte ich mich aber unter noch professionelleren Bedingungen weiter verbessern. Die Verantwortlichen der SGS Essen haben mich mit ihrer Philosophie und mit den Bedingungen vor Ort überzeugt. Es gab zwar auch die Möglichkeit, eventuell direkt zu einem Bundesligisten zu wechseln. Ich sehe die SGS jedoch als den richtigen Schritt für mich an.

DFB.de: Wie würden Sie Ihre ersten Eindrücke vom Verein und von der Stadt zusammenfassen?

Bröring: Es geht bei der SGS trotz aller Professionalität sehr familiär zu, das gefällt mir. Da ich vom Dorf komme, musste ich mich an die große Stadt erst einmal gewöhnen. Inzwischen finde ich mich aber schon gut zurecht und freue mich über die vielfältigen Möglichkeiten.

DFB.de: Wie zufrieden sind Sie mit Ihren eigenen Leistungen?

Bröring: Ich denke, auch ich bin gut gestartet, konnte dem Team unter anderem schon mit einigen Toren helfen. Es gibt aber immer noch Luft nach oben.

DFB.de: Am Sonntag kommt es im Stadion an der Hafenstraße zum Wiedersehen mit Ihrem langjährigen Verein. Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf das Duell?

Bröring: Es wird sehr ungewohnt für mich sein, ein anderes Trikot zu tragen und gegen den SV Meppen zu spielen. Von daher werde ich sicherlich ein wenig aufgeregter sein als sonst. Ich habe aber schon jetzt richtig Bock auf die Partie und bin sehr zuversichtlich, dass wir die drei Punkte in Essen behalten werden.

DFB.de: Wie intensiv ist noch der Austausch mit ihren früheren Teamkolleginnen?

Bröring: Ich bin schon noch mit einigen Spielerinnen im Austausch, die ich gefühlt schon seit Ewigkeiten kenne. Ich habe mir kürzlich auch das Spiel von Meppen gegen den SC Sand angeschaut. Nun kommt es zum erneuten Wiedersehen, bei dem wir aber für 90 Minuten Gegnerinnen auf dem Spielfeld sein werden.

DFB.de: Der SVM rangiert drei Punkte hinter der SGS Essen auf dem fünften Tabellenplatz. Wie stark schätzen Sie den Gegner ein?

Bröring: Das Team hat schon in den zurückliegenden Jahren immer oben mitgespielt und kann auch diesmal die Favoriten ärgern.

DFB.de: Worauf wird es vor allem ankommen?

Bröring: Wir müssen vor allem unser Spiel und unsere Abläufe auf den Platz bringen. Davon bin ich überzeugt, dass wir das bessere Ende für uns haben werden. Der SV Meppen ist vor allem für sein körperliches Spiel und für seinen Kampfgeist bekannt. Da müssen wir natürlich dagegenhalten.

DFB.de: Wie bewerten Sie insgesamt die Situation in der Spitzengruppe der Liga?

Bröring: Den VfL Bochum, den FC Viktoria Berlin und uns hatte ich in dieser Tabellenregion erwartet. Etwas überraschend hat sich auch Hertha BSC oben festgesetzt. Dazu kommen aus meiner Sicht noch der SV Meppen und der FC Carl Zeiss Jena, die wir nicht unterschätzen sollten. Es kann auf jeden Fall eine sehr spannende Saison werden.

DFB.de: Mit dem SVM blieb Ihnen der Wiederaufstieg in die Google Pixel Frauen-Bundesliga versagt. Warum klappt es mit der SGS Essen?

Bröring: Weil die Qualität einfach höher und unser Kader in der Breite besser besetzt ist. Viele Spielerinnen, die bei uns von der Bank kommen, wären bei anderen Vereinen in der 2. Frauen-Bundesliga Stammspielerinnen. Dazu können wir uns weitgehend auf den Fußball konzentrieren. Das wird sich am Ende auszahlen.

Kategorien: 2. Frauen-Bundesliga, DFB-Pokal der Frauen

Autor: mspw