3. Liga
RWE-Trainer Koschinat: 1. und 288. Spiel in Großaspach

Uwe Koschinat war am 12. Spieltag wieder an dem Ort, an dem seine Laufbahn als Trainer in der 3. Liga ihren Anfang genommen hatte. Mit Rot-Weiss Essen gewann der 55-Jährige auswärts bei der SG Sonnenhof Großaspach 1:0. Für den gebürtigen Koblenzer war es das 288. Drittligaspiel: Nur zwei Trainerkollegen haben mehr Partien auf dem Konto. DFB.de mit dem Überblick über die Rekordtrainer.
Etwas mehr als zwölf Jahre ist es her, dass Uwe Koschinat erstmals ein Team in der 3. Liga betreut hatte. Nachdem er Fortuna Köln über die Aufstiegsspiele gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern München (1:0 und 1:2) dank der damals noch gültigen Auswärtstorregel zum erstmaligen Sprung in die 3. Liga geführt hatte, stand bei der SG Sonnenhof Großaspach der Saisonauftakt auf dem Programm. Die Fortuna unterlag am 27. Juli 2014 trotz einer 1:0-Führung am Ende 1:2.
"Das Spiel war gegen Rüdiger Rehm - ein Kollege, der mir danach noch sehr häufig gegenüberstand und den ich sehr schätze", blickt Uwe Koschinat zurück. "Über die vielen Duelle hat sich fast eine Freundschaft entwickelt. Leider war das Spiel nicht erfolgreich. Aber es war der Start in eine ganz tolle Zeit mit Fortuna Köln. Natürlich weckt das Erinnerungen, wenn man hier das Stadion betritt", so Koschinat gegenüber MagentaSport.
An Krämer vorbeigezogen
Von Juli 2014 bis zu seinem Wechsel zum damaligen Zweitligisten SV Sandhausen im Oktober 2018 hielt Koschinat die Fortuna durchgängig in der dritthöchsten Spielklasse. Ihn persönlich zog es im Juli 2021 zum 1. FC Saarbrücken und damit zurück in die 3. Liga. Bei Arminia Bielefeld (März 2023 bis Juni 2023) arbeitete Koschinat erneut in der 2. Bundesliga. Sowohl in der zweithöchsten Spielklasse als auch der 3. Liga stand er beim VfL Osnabrück (November 2023 bis September 2024) an der Seitenlinie. Ab Dezember 2024 führte Koschinat dann Rot-Weiss Essen von einem Abstiegsplatz bis in die Spitzengruppe.
Inzwischen stehen 288 Drittligapartien in Koschinats Vita. Damit zog er an Stefan Krämer (286) vorbei auf den dritten Platz. "Die Zahl macht mich schon stolz", sagte der Essener Trainer. "Auch Stefan Krämer hat einen großen Teil meines Lebens begleitet. Wir kommen aus einer ähnlichen Region und haben zusammen die Ausbildung zum Fußball-Lehrer absolviert. Vermutlich haben wir beide mal davon geträumt, dass eine solche Zahl in der persönlichen Statistik stehen könnte. Dass kann man aber tatsächlich so vorher nicht erwarten. Es waren tolle Vereine, die ich trainieren durfte und eine schöne Zeit."
Auch Platz zwei in Reichweite
Zumindest Platz zwei dürfte Koschinat ebenfalls zeitnah erreichen. Joe Enochs betreute den SSV Jahn Regensburg, den FSV Zwickau und den VfL Osnabrück in insgesamt 292 Drittligabegegnungen. Vorerst kommen für ihn auch keine Partien hinzu. Der 55-Jährige, der schon einen Großteil seiner aktiven Karriere in Osnabrück verbracht hatte, ist beim aktuellen Zweitligisten VfL seit Juni 2025 als Direktor Profifußball tätig.
Noch einige Zeit außer Reichweite ist dagegen der Führende: Bis zum Ende der zurückliegenden Saison hatte Pavel Dotchev nach seinen vorherigen Drittligastationen beim FC Erzgebirge Aue, MSV Duisburg, FC Viktoria Köln, FC Hansa Rostock, erneut FC Erzgebirge Aue, SC Preußen Münster und SC Paderborn 07 beim späteren Absteiger SSV
Ulm 1846 Fußball seine Anzahl an Einsätzen in der 3. Liga auf 390 erhöht - das bislang letzte davon übrigens gegen Koschinat und Rot-Weiss Essen (2:3).
Hildmann und Schiele folgen
Abgesehen von Uwe Koschinat wird in nächster Zeit wohl kein anderer Trainer in den "Top Ten" der Drittliga-Rekordtrainer weitere Plätze gutmachen. Stefan Krämer (286 Einsätze), Jens Härtel (249) und Peter Vollmann (237) sind jeweils ohne Verein. Rüdiger Rehm (252) arbeitet seit Juli 2025 für den niederländischen Zweitligisten Vitesse Arnheim. Rico Schmitt (203) war bis vor wenigen Tagen beim Nordost-Regionalligisten FSV Zwickau tätig. Torsten Ziegner (193) betreut den Zwickauer Ligakonkurrenten 1. FC Lokomotive Leipzig und Frank Schmidt (190) ist seit September 2007 unverändert Trainer des 1. FC Heidenheim.
Aus dem Teilnehmerfeld der aktuellen Drittligisten haben nach Koschinat Sascha Hildmann (153) vom SSV Jahn Regensburg und Michael Schiele (151), Chefcoach der Würzburger Kickers, die meiste Erfahrung in der dritthöchsten deutschen Spielklasse gesammelt. Einen Platz unter den zehn Trainern mit den meisten Drittligapartien können sie aber frühestens in der folgenden Saison 2027/2028 erreichen.
Neuer Anlauf auf Aufstieg
Was Koschinat im Vergleich zu einigen Kollegen unter den Rekordtrainerin noch fehlt, ist ein sportlicher Aufstieg aus der 3. Liga in die 2. Bundesliga. Sowohl Dotchev (FC Erzgebirge Aue, 2015/2016) als auch Enochs (SSV Jahn Regensburg, 2023/2024), Krämer (Arminia Bielefeld, 2012/2013), Rehm (SV Wehen Wiesbaden, 2018/2019), Härtel (FC Hansa Rostock, 2020/2021, und 1. FC Magdeburg, 2017/2018), Vollmann (FC Hansa Rostock, 2010/2011), Schmitt (FC Erzgebirge Aue, 2009/2010) und Schmidt (1. FC Heidenheim, 2013/2014) ist das bereits gelungen.
Mit Rot-Weiss Essen stand Uwe Koschinat in der abgelaufenen Saison aber schon ganz dicht vor dem Sprung in die 2. Bundesliga. In der Relegation hatte RWE als Tabellendritter gegen die SpVgg Greuther Fürth (1:0 und 0:2) hauchdünn das Nachsehen. "In Fürth hätten wir eine fantastische Saison fast gekrönt", meint Koschinat, der mit den Essenern aktuell schon wieder oben angreift. "Nach dem knapp verpassten Aufstieg galt es, eine neue Mannschaft zusammenzustellen und einen etwas veränderten Spielstil zu etablieren. Ich glaube, das hat hervorragend geklappt. Ich denke, dass wir die Menschen auch mit dieser neuen Mannschaft total hinter uns haben. Deswegen bin ich sehr optimistisch."
Mit 24 Punkten aus zwölf Begegnungen und aktuell Platz drei haben sich die Rot-Weissen eine günstige Ausgangsposition erarbeitet. Die beiden Spitzenteams FC Viktoria Köln und MSV Duisburg sind jeweils nur zwei Zähler entfernt. Am Samstag (ab 14 Uhr, live bei MagentaSport und im WDR) kommt es im Stadion an der Hafenstraße zum Verfolgerduell mit Alemannia Aachen (20 Zähler). Koschinat wird dann zum 289. Mal in der 3. Liga auf der Trainerbank Platz nehmen, davon zum 72. Mal als RWE-Coach.
Die "Top Ten" der Rekordtrainer in der 3. Liga:
| Platz | Trainer | Vereine | Drittligaspiele |
| 1 | Pavel Dotchev | SSV Ulm 1846 Fußball, FC Erzgebirge Aue, MSV Duisburg, FC Viktoria Köln, FC Hansa Rostock, SC Preußen Münster, SV Sandhausen, SC Paderborn 07 | 390 |
| 2 | Joe Enochs | SSV Jahn Regensburg, FSV Zwickau, VfL Osnabrück | 292 |
| 3 | Uwe Koschinat | Rot-Weiss Essen, VfL Osnabrück, 1. FC Saarbrücken, Fortuna Köln | 288 |
| 4 | Stefan Krämer | SV Meppen, KFC Uerdingen 05, 1. FC Magdeburg, Rot-Weiß Erfurt, FC Energie Cottbus, Arminia Bielefeld | 286 |
| 5 | Rüdiger Rehm | SV Waldhof Mannheim, FC Ingolstadt 04, SV Wehen Wiesbaden, SG Sonnenhof Großaspach | 252 |
| 6 | Jens Härtel | FC Erzgebirge Aue, FC Hansa Rostock, 1. FC Magdeburg | 249 |
| 7 | Peter Vollmann | VfR Aalen, FC Hansa Rostock, SV Wehen Wiesbaden | 237 |
| 8 | Rico Schmitt | SV Meppen, FC Carl Zeiss Jena, VfR Aalen, Hallescher FC, Kickers Offenbach, FC Erzgebirge Aue | 203 |
| 9 | Torsten Ziegner | MSV Duisburg, FC Würzburger Kickers, Hallescher FC, FSV Zwickau | 193 |
| 10 | Frank Schmidt | 1. FC Heidenheim | 190 |
Kategorien: 3. Liga
Autor: mspw

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