3. Liga

Relegation RWE gegen Fürth: 3. Liga führt 12:5

22.05.2026
Relegation zur 2. Bundesliga: 12 von 17 Drittligisten haben sich bisher durchgesetzt Foto: dpa/picture alliance

Mit nervenaufreibenden Spielen kennen sich Rot-Weiss Essen, Tabellendritter der 3. Liga und die SpVgg Greuther Fürth, die in der 2. Bundesliga auf Platz 16 landete, schon aus. Beide Teams sicherten sich erst auf den letzten Drücker die Teilnahme an der Relegation zur zweiten Liga. Am heutigen Freitag (ab 20.30 Uhr) steigt in Essen das erste Duell, bevor am Dienstag (ab 20.30 Uhr, jeweils live in SAT.1 und Sky) in Fürth die Entscheidung fällt. Das DFB.de-Zahlenstück zur Relegation. 

Spannendes Saisonfinale: Sowohl Rot-Weiss Essen als auch die SpVgg Greuther Fürth hatten vor der abschließenden Begegnung in ihrer jeweiligen Spielklasse nicht die beste Ausgangslage, um die Relegation zu erreichen. RWE in der 3. Liga ging zwar punktgleich, allerdings mit der um sechs Treffer schlechteren Tordifferenz gegenüber dem MSV Duisburg in das Saisonfinale. Auch ein direkter Aufstiegsplatz, den der FC Energie Cottbus (zwei Zähler Abstand) belegte, war noch in Reichweite. Die Lausitzer gewannen jedoch ihr letztes Ligaspiel beim SSV Jahn Regensburg (1:0) und machten damit die Rückkehr in die 2. Bundesliga perfekt. Da der MSV Duisburg gegen den FC Viktoria Köln nicht über ein 1:1 hinauskam, reichte den Essenern das 3:2 beim als Absteiger feststehenden SSV Ulm 1846 Fußball, um vorbeizuziehen. Den Siegtreffer erzielte Ben Hüning (90.+2) dabei erst in der Nachspielzeit. Nicht weniger spannend war das Saisonfinale der SpVgg Greuther Fürth. Der ehemalige Bundesligist stand vor heimischer Kulisse Fortuna Düsseldorf gegenüber, einem direkten Konkurrenten um den Klassenverbleib. Die Fürther benötigten einen Sieg mit mindestens drei Treffern Vorsprung, um an der Fortuna vorbeizuziehen - und schafften das beim 3:0 auch. Mit einem weiteren Treffer wäre die SpVgg sogar noch auf einen rettenden Rang gesprungen. Ein Gegentor hätte dagegen den direkten Abstieg bedeutet. 

Wiedersehen für Abiama und Futkeu: Mit dem Relegationshinspiel an der Essener Hafenstraße kehrt Noel Futkeu von der SpVgg Greuther Fürth an seine frühere Wirkungsstätte zurück. Der in Essen geborene 23 Jahre alte Angreifer war im Januar 2019 zunächst innerhalb der Stadtgrenzen vom ETB Schwarz-Weiß in die U 17 von Rot-Weiss Essen gewechselt. Bei RWE schaffte Futkeu zur Saison 2020/2021 den Sprung in den Profikader (sieben Pflichtspiele, ein Tor). Nach einer Zwischenstation bei der zweiten Mannschaft des 1. FC Köln machte er im Trikot des Oberligisten ETB Schwarz-Weiß Essen (30 Tore in 32 Partien) die zweite Mannschaft von Eintracht Frankfurt auf sich aufmerksam. Seit Sommer 2024 läuft Futkeu für die SpVgg Greuther Fürth auf und steuerte in 69 Pflichtspielen 30 Treffer bei. Vor wenigen Wochen machte Eintracht Frankfurt von einer Rückkaufoption für den aktuellen Torschützenkönig der 2. Bundesliga (19 Saisontreffer) Gebrauch. Auf Essener Seite hat der aktuell vom 1. FC Kaiserslautern ausgeliehene Dickson Abiama eine Fürther Vergangenheit. Die SpVgg hatte den inzwischen 27-Jährigen im Sommer 2020 vom fünftklassigen SC Eltersdorf verpflichtet. In seinen vier Jahren beim "Kleeblatt" (101 Pflichtspiele, 15 Treffer) schaffte Abiama mit den Fürthern 2020/2021 den Aufstieg in die Bundesliga. Dazu steuerte der Nigerianer auch ein Tor am letzten und entscheidenden Spieltag bei. 

Drittligisten deutlich im Vorteil: Seit der Saison 2008/2009 kämpften Dritt- und Zweitligisten bislang schon 17-mal in der Relegation um das Startrecht in der 2. Bundesliga. Die Bilanz spricht deutlich für die zuvor unterklassigen Klubs. Bereits zwölfmal setzte sich der Vertreter aus der 3. Liga durch. Nur fünfmal behielt der jeweilige Zweitligist die Oberhand. Zuletzt war das am Ende der zurückliegenden Saison der Fall. Nach dem 2:0 im Hinspiel reichte Eintracht Braunschweig gegen den 1. FC Saarbrücken ein 2:2 nach Verlängerung im zweiten Duell, um sich in der 2. Bundesliga zu halten. Damit konnte sich erstmals nach zuvor vier Relegationsduellen in Folge nicht der klassentiefere Verein durchsetzen. Im Jahr 2013 hatte sich Dynamo Dresden gegen den VfL Osnabrück (0:1/2:0) den Klassenverbleib gesichert. Zwei Jahre später gelang das auch dem TSV 1860 München gegen Holstein Kiel (0:0/2:1) - allerdings auch erst durch ein Tor in letzter Minute. Ähnlich dramatisch sicherte sich 2020 der 1. FC Nürnberg gegen den FC Ingolstadt (2:0/1:3) erst in der Nachspielzeit den Klassenerhalt. 2018 hatte der FC Erzgebirge Aue gegen den Karlsruher SC (0:0/3:1) Grund zum Jubeln. Sonst hatten immer die Drittligisten die Nase vorne. 

Nur einmal zwei Unentschieden: Der SSV Jahn Regensburg war an einem bis heute einzigartigen "Sonderfall" beteiligt. In der Saison 2011/2012 musste der Karlsruher SC als damaliger 16. der 2. Bundesliga gegen den Drittligadritten aus Regensburg antreten. Das Hinspiel in Regensburg endete 1:1, das Rückspiel in Karlsruhe 2:2. Obwohl der KSC also keine Partie verlor, musste er wegen der damals noch gültigen Auswärtstorregel (wie früher im Europapokal) absteigen. Es war das bislang einzige Mal, dass beide Relegationsduelle mit Unentschieden endeten. 

Keine Auswärtstorregel mehr: Seit der Saison 2021/2022 wird auch in der Relegation die frühere Auswärtstorregel nicht mehr angewendet. Das heißt: Bei Punkt- und Torgleichstand nach Hin- und Rückspiel geht es - unabhängig davon, welches Team auswärts eventuell mehr Treffer erzielt hat - auf jeden Fall in die Verlängerung und gegebenenfalls - wenn es beim Gleichstand bleibt - in ein Elfmeterschießen. 

Ingolstadt und Osnabrück Rekordteilnehmer: Sowohl der SSV Jahn Regensburg als auch der SV Wehen Wiesbaden waren in der Saison 2023/2024 bereits zum dritten Mal in der Relegation vertreten. Zur Bestmarke reicht das allerdings noch nicht. In der Spielzeit 2020/2021 nahmen der FC Ingolstadt 04 und der unterlegene Gegner VfL Osnabrück (3:0/1:3) jeweils schon zum vierten Mal an der Relegation teil. Damit teilen sich die beiden Klubs den "Titel" als Rekordteilnehmer an der Relegation zur 2. Bundesliga. Bis zur Saison 2019/2020 gehörte dem VfL Osnabrück die Bestmarke von drei Teilnahmen an der Relegation zwischen der 2. Bundesliga und 3. Liga noch alleine. Im Jahr 2009 war der VfL als Zweitligist an der ersten Relegation beteiligt - und schaffte es gegen den SC Paderborn 07 (0:1/0:1) nicht, zweitklassig zu bleiben. Auch zwei Jahre später reichte es im Duell mit Dynamo Dresden nicht. Dynamo stieg nach einem 1:1 im Hinspiel und einem 3:1 nach Verlängerung in die 2. Bundesliga auf, der VfL musste wieder runter. 2013 unterlagen die Lila-Weißen - diesmal allerdings unter umgekehrten Vorzeichen - erneut gegen Dynamo Dresden (1:0/0:2), verpassten dadurch den möglichen Aufstieg. Der FC Ingolstadt 04 war am Ende der Spielzeit 2009/2010 durch zwei Siege gegen den FC Hansa Rostock (1:0 und 2:0) in die 2. Bundesliga aufgestiegen. 2018/2019 Jahr musste sich der FCI jedoch dem SV Wehen Wiesbaden trotz eines Auswärtssieges im Hinspiel (2:1/2:3) noch geschlagen geben und stieg in die 3. Liga ab. 2019/2020 missglückte die direkte Rückkehr in die 2. Bundesliga erst durch einen Last-Minute-Treffer des 1. FC Nürnberg und wegen der weniger erzielten Auswärtstore (0:2 und 3:1).

Kategorien: 3. Liga

Autor: mspw