3. Liga
Rekordtorjäger: Marcel Bär nun alleiniger Zweiter

Im Kampf um den Klassenverbleib in der 3. Liga kann der FC Erzgebirge Aue auf einen der torgefährlichsten Angreifer in der Geschichte der 3. Liga zurückgreifen. Mit seinem Führungstor im Heimspiel gegen den FC Energie Cottbus (1:2) übernahm Marcel Bär den alleinigen zweiten Platz in der "ewigen" Rangliste der dritthöchsten Spielklasse. DFB.de gibt einen Überblick über die erfolgreichsten Torjäger.
Den Ball mit rechts vorgelegt und mit dem linken Fuß ins linke obere Eck getroffen: Das Tor von Marcel Bär am zurückliegenden Wochenende dürfte zu den besonders sehenswerten Treffern des 33-Jährigen gehören. Zwar ging der FC Erzgebirge Aue gegen Tabellenführer FC Energie Cottbus am Ende leer aus. Der Mittelstürmer der "Veilchen" zog mit seinem insgesamt 82. Tor in der dritthöchsten Spielklasse (bei 262 Einsätzen) aber endgültig an Zlatko Janjic (81 Treffer in 216 Partien) vorbei und sicherte sich den alleinigen zweiten Rang.
Zu Beginn der laufenden Spielzeit hatte sich Bär auch noch hinter Pascal Testroet (80 Tore in 275 Begegnungen) auf dem vierten Platz einordnen müssen. Für seine bislang drei Saisontore benötigte der Routinier lediglich neun Einsätze. Der Torschützenkönig der Saison 2021/2022 war zunächst mit einem Achillessehnenriss lange ausgefallen. Wenige Wochen nach seinem Comeback Anfang November wurde er bis zur Winterpause von muskulären Problemen außer Gefecht gesetzt. Seit dem Beginn der Rückrunde ist Bär aber wieder gesetzt, stand an allen sechs Spieltagen in der Auer Startformation.
Auch Baumann in Top Ten
Neben Marcel Bär könnte sich mit Dominic Baumann vom ebenfalls abstiegsbedrohten 1. FC Saarbrücken ein weiterer aktueller Drittligaprofi schon bald innerhalb der Top Ten verbessern. Mit bislang erst einem Saisontor läuft es für den Angreifer noch nicht so erfolgreich wie in den Jahren zuvor. In vier Spielzeiten nacheinander hatte er jeweils zweistellig getroffen, obwohl er mit dem FSV Zwickau (2022/2023), dem Halleschen FC (2023/2024) und dem SV Sandhausen (2024/2025) dreimal in Serie abgestiegen ist.
In der "ewigen" Torschützenliste reichen die insgesamt 71 Treffer des 30 Jahre alten Baumann (bei 267 Einsätzen) zum geteilten siebten Rang mit Manuel Schäffler, der für seine Ausbeute 239 Spiele benötigte. Mit schon drei weiteren Toren würde Saarbrückens Mittelstürmer auf Rang sechs klettern, da Marcel Ziemer (74 Drittligatore in 238 Begegnungen) nicht mehr in der Spielklasse aktiv ist. Gleiches gilt für den fünftplatzierten Adriano Grimaldi (75 Treffer in 237 Partien). Auch Terrence Boyd (68 Treffer nach nur 158 Einsätzen/Platz zwölf) könnte sich im Saisonverlauf noch weiter verbessern. Von Rang zehn trennen ihn nur zwei Tore. Der Angreifer des SV Waldhof Mannheim hat bereits angekündigt, dass er seine Profilaufbahn nach dieser Spielzeit beenden wird.
Stroh-Engel hält Saisonrekord
Mittlerweile schon seit fast elf Jahren hält Dominik Stroh-Engel, der in der Gesamtwertung mit 69 Toren in 242 Spielen Platz zwölf belegt, einen Rekord für die 3. Liga. In der Saison 2013/2014 steuerte der inzwischen 40-Jährige, der seine Karriere mittlerweile beendet hat, für den SV Darmstadt 98 starke 27 Treffer zum damaligen Aufstieg in die 2. Bundesliga (über die Relegation gegen Arminia Bielefeld) bei.
Das Besondere daran: In 16 Spielzeiten schaffte sonst niemand so viele Tore in einer Saison der 3. Liga. Ahmet Arslan, der in der Winterpause den Drittligisten Rot-Weiss Essen nach Australien zum Sydney FC verlassen hatte, verzeichnete mit 25 Treffern für Dynamo Dresden in der Spielzeit 2022/2023 den bislang zweitbesten Wert.
In der laufenden Saison könnten Lars Gindorf (17) von Alemannia Aachen und Erik Engelhardt von Tabellenführer FC Energie Cottbus (15) womöglich Stroh-Engels Rekord gefährlich werden. Bis Mitte Mai stehen noch 13 Spieltage auf dem Programm.
Fink: Bestwert für die Ewigkeit?
Vielleicht sogar eine Bestmarke für die Ewigkeit könnten die bemerkenswerten 136 Treffer in 324 Drittligaeinsätzen von Anton Fink sein. Der inzwischen 38-Jährige führt damit die Liste der Rekordtorschützen in der dritthöchsten deutschen Spielklasse mit großem Vorsprung an. Klar ist: Mindestens noch einige Jahre dürfte Anton Fink die Nummer eins im "ewigen" Ranking der 3. Liga bleiben.
Er selbst liefert dafür eine plausible Erklärung. "Jüngere Spieler, die sich in der 3. Liga als Torschützen bewähren, gehen mittlerweile ziemlich schnell in die 2. Bundesliga hoch", sagte Fink einst im DFB.de-Interview. "Ich halte meine Marke deshalb vorerst für unerreichbar. Sollte es doch jemand schaffen, ziehe ich den Hut."
Der letzte Auftritt von Rekordtorjäger Anton Fink in der 3. Liga liegt inzwischen fast schon sieben Jahre zurück. Am 18. Mai 2019 gab es mit dem damals schon feststehenden Zweitliga-Aufsteiger Karlsruher SC eine 2:3-Heimniederlage gegen den Halleschen FC. Fink traf zum zwischenzeitlichen 1:1.
Zweimal nicht zweistellig
Schon in der Premierenspielzeit 2008/2009 wurde Fink - damals noch im Trikot der SpVgg Unterhaching - mit 21 Saisontreffern zum ersten Torschützenkönig der 3. Liga überhaupt und baute seine Führung in der Gesamtwertung in den folgenden Jahren kontinuierlich aus. In seinen insgesamt zehn Spielzeiten in der 3. Liga traf Fink nur zweimal nicht zweistellig. Allein für den Chemnitzer FC war er von 2011 bis 2017 gleich 86-mal erfolgreich und wurde auch zum Rekordtorschützen des Klubs. Bis heute geht Anton Fink als Spielertrainer des 1. FC 08 Birkenfeld in der Kreisliga Pforzheim auf Torejagd. In dieser Saison steuerte er bislang neun Treffer in der 8. Liga für sein Team bei.
Keine Überraschung: In der Bestenliste der Drittligatorjäger finden sich unter den "Top20" neben Anton Fink (2008/2009 und 2012/2013) und Dominik Stroh-Engel (2013/2014) noch zahlreiche weitere Torschützenkönige. So sicherten sich auch Marcel Reichwein (2011/2012) und Christian Beck (2016/2017), denen dabei jeweils 17 Saisontreffer reichten (Minusrekord), sowie Fabian Klos (2012/2013, gemeinsam mit Anton Fink, und 2014/2015) Manuel Schäffler (2017/2018), Marvin Pourié (2018/2019) und Marcel Bär (2021/2022) ebenfalls schon die begehrte Torjägerkanone.
Die Top 20 der Rekordtorschützen der 3. Liga (aktuell aktive Spieler fett markiert):
Spieler Letzter/Aktueller Verein Tore
1. Anton Fink Karlsruher SC 136
2. Marcel Bär FC Erzgebirge Aue 82
3. Zlatko Janjic SC Verl 81
4. Pascal Testroet FC Ingolstadt 04 80
5. Adriano Grimaldi 1. FC Saarbrücken 75
6. Marcel Ziemer FC Hansa Rostock 74
7. Dominic Baumann 1. FC Saarbrücken 71
7. Manuel Schäffler Dynamo Dresden 71
9. Marc Schnatterer SV Waldhof Mannheim 70
9. Soufian Benyamina FC Viktoria 1889 Berlin 70
11. Dominik Stroh-Engel SpVgg Unterhaching 69
12. Terrence Boyd SV Waldhof Mannheim 68
13. Marc Heider VfL Osnabrück 67
14. Christian Beck 1. FC Magdeburg 62
14. Ronny König FSV Zwickau 62
14. Fabian Klos Arminia Bielefeld 62
17. Pascal Breier VfB Lübeck 61
18. Marvin Pourié SV Meppen 59
18. Stefan Kutschke Dynamo Dresden 59
18. Marcel Reichwein SC Preußen Münster 59
Kategorien: 3. Liga
Autor: mspw

48 Bewerber aus 3. Liga und Regionalliga im Zulassungsverfahren
48 Klubs aus der 3. Liga und Regionalliga haben beim DFB ihre Unterlagen im Zulassungsverfahren der 3. Liga für die Saison 2026/2027 eingereicht - alle 20 aktuellen Drittligisten sowie 28 Vereine aus den fünf Regionalligen.

Vereint in der 3. Liga: Die Cigerci-Brüder und ihre Vorgänger
Tolga Cigerci und sein Bruder Tolcay Cigerci spielen seit kurzem zusammen in der 3. Liga für den FC Energie Cottbus und erfüllen sich damit einen Traum. DFB.de mit dem Überblick über die Brüder-Paare der Drittliga-Geschichte.

Die Bilder des 26. Spieltags: Osnabrück übernimmt die Spitze
Die 3. Liga hat nach dem 26. Spieltag einen neuen Tabellenführer. Der VfL Osnabrück gewann auswärts bei Erzgebirge Aue mit 3:1 und löst den FC Energie Cottbus (0:0 gegen den SC Verl) als Primus ab. DFB.de hat die besten Bilder des Spieltags.