Schiedsrichter
Rassismus-Vorfälle: FIFA-Schirichef Collina lobt Vorgehen von DFB-Referees

Pierluigi Collina, der Vorsitzende der FIFA-Schiedsrichterkommission, hat den DFB-Schiedsrichtern Dr. Max Burda und Cristian Ballweg in einem persönlichen Schreiben seine "Anerkennung und Dankbarkeit für herausragendes Engagement" übermittelt. Damit würdigte der frühere Weltklasse-Referee aus Italien, der unter anderem das WM-Finale 2002 zwischen Deutschland und Brasilien geleitet hatte, das Verhalten der beiden Unparteiischen nach diskriminierenden Zwischenfällen in den von ihnen geleiteten Erstrundenspielen im DFB-Pokal.
Sowohl in der Partie zwischen dem 1. FC Lokomotive Leipzig und dem FC Schalke 04, die Max Burda pfiff, als auch in der Begegnung des RSV Eintracht 1949 Stahnsdorf gegen den 1. FC Kaiserslautern in Potsdam, die unter der Leitung von Cristian Ballweg stand, war es zu rassistischen Rufen aus dem Publikum gegen Spieler gekommen. In beiden Spielen aktivierten die Schiedsrichter daraufhin die erste Stufe des Drei-Stufen-Plans bei diskriminierenden Vorfällen: Sie unterbrachen das Spiel, veranlassten eine Stadiondurchsage und unterstützten die angegriffenen Spieler.
Collina: "Klare und deutliche Botschaft"
Dieses Vorgehen bezeichnete Collina in seinem Brief an Burda und Ballweg nun als vorbildlich. "Mit eurem ruhigen, entschlossenen und prinzipientreuen Handeln nach den rassistischen Beleidigungen habt ihr eine klare und deutliche Botschaft gesendet: Diskriminierung und Hass haben im Fußball absolut keinen Platz." Die Art und Weise, wie die beiden Referees diese schwierigen Momente gemeistert hätten, spreche für ihre Professionalität und ihren moralischen Mut.
"Ihr habt ein wichtiges Beispiel für Schiedsrichter auf der ganzen Welt gegeben und einen wesentlichen Beitrag zum gemeinsamen Kampf des Fußballs gegen Rassismus geleistet", so der Schirichef der FIFA weiter. Durch die konsequente Anwendung des Drei-Stufen-Plans hätten Burda und Ballweg "nicht nur den höchsten Standards des Schiedsrichterwesens entsprochen, sondern auch die Werte Respekt und Fairness verkörpert, für die unser Sport steht".
Kircher: "Verdientes Lob"
Knut Kircher, Geschäftsführer Sport und Kommunikation der DFB Schiri GmbH, freute sich über diese Anerkennung: "Das Lob von Pierluigi Collina und der FIFA für Max Burda und Cristian Ballweg ist sehr verdient. Mit ihrer besonnenen, offenen und brückenbauenden Art und Weise haben die beiden Schiedsrichter ihren positiven Anteil dazu beigetragen, die bestürzenden Vorfälle in Leipzig und Potsdam im Sinne der Betroffenen und im Sinne des Fußballs zu managen."
Auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte nach den Vorfällen in Leipzig und Potsdam deutlich Position bezogen: "Rassismus und Diskriminierung, Hass und Ausgrenzung haben im Fußball keinen Platz", sagte er. "Wir stehen für Vielfalt und Respekt. Und an der Seite der Betroffenen sowie derjenigen, die sich für unsere Werte einsetzen."
Im Nachgang der beiden DFB-Pokalspiele wurden durch den DFB-Kontrollausschuss Ermittlungen eingeleitet.
Kategorien: Schiedsrichter, DER DFB, Vielfalt und Anti-Diskriminierung
Autor: af

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