DFB-Pokal der Frauen
Popp: "Ich habe eine besondere Beziehung zum Pokalfinale in Köln"
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Es ist eine Serie, die sie unbedingt fortsetzen möchte: Noch nie hat Alexandra Popp ein DFB-Pokalfinale in Köln verloren. Zwölfmal war die 145-malige deutsche Nationalspielerin dabei, zwölfmal hat sie den Titel geholt. Außerdem war sie einmal bei der letzten Auflage in Berlin 2009 erfolgreich. Nun steht die 35 Jahre alte Angreiferin mit dem VfL Wolfsburg wieder im Endspiel. Kann sie den DFB-Pokal der Frauen zum 14. Mal gewinnen? Gegner ist am Donnerstag (ab 16 Uhr, live im ZDF und bei Sky) Titelverteidiger und Meister FC Bayern München. Im DFB.de-Interview spricht Alex Popp über ihre unglaubliche Köln-Serie, die Außenseiterrolle des VfL und ihre Tränen nach dem Finaleinzug.
DFB.de: Alexandra Popp, in der vergangenen Saison war es für die Fans hier sehr ungewöhnlich - Sie und der VfL Wolfsburg waren nach zehn Jahren in Folge nicht beim DFB-Pokalfinale dabei. Jetzt ist es wieder soweit. Wie fühlt es sich an?
Alexandra Popp: Es kribbelt schon. Ich war vor ein paar Tagen bereits wegen eines Termins im RheinEnergieStadion. Als ich dann von der Tribüne Richtung Rasen geschaut habe, war es schon ein besonderes Gefühl. Da hatte ich direkt wieder ein Grinsen im Gesicht.
DFB.de: Sie standen zwölfmal in Köln im DFB-Pokalfinale und haben zwölfmal gewonnen. Eine unglaubliche Bilanz…
Popp: … die ich natürlich gerne ausbauen würde. Aber es stimmt schon. Ich habe eine besondere Beziehung zu diesem DFB-Pokalfinale in Köln. Warum das so ist, kann ich gar nicht sagen. Ich glaube, dass ich sehr oft zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort war.
DFB.de: Aufgrund der Saison gehen Sie diesmal eher als Außenseiter in die Partie. Was müssen Sie tun, damit Ihre Serie nicht reißt?
Popp: Wir müssen gefühlt unser Leben auf dem Platz lassen. Wir haben eine sehr durchwachsene Saison gespielt. Vor allem die Konstanz hat uns gefehlt. Deshalb ist der FC Bayern auch verdient deutscher Meister geworden. Andererseits war aber auch zu sehen, dass wir nur schwer zu schlagen sind, wenn wir unsere Qualität wirklich auf den Rasen bringen. Und so einen Tag brauchen wir gegen die Bayern. Das ist die Herausforderung. Für viele Fans ist es sicher ein Traumfinale, weil die beiden besten deutschen Mannschaften aufeinandertreffen - zumindest dann, wenn man die Bundesliga-Tabelle für die Bewertung als Grundlage nimmt.
DFB.de: Es gibt eine Szene, vermutlich vor einer Verlängerung oder einem Elfmeterschießen, in der man Sie im Mannschaftskreis Folgendes sagen hört: "Das ist unser Pokal, den geben wir nicht her". Können Sie sich daran erinnern?
Popp: Nein, das weiß ich nicht mehr. Hört sich aber auf jeden Fall gut an. Könnte wirklich von mir sein... (lacht)
DFB.de: Sie haben den DFB-Pokal 13-Mal gewonnen, zum ersten Mal 2009. Damals noch mit dem FCR Duisburg im Berliner Olympiastadion.
Popp: Meine Güte, ist das lange her. Und natürlich habe ich während meiner Karriere eine besondere Beziehung zum DFB-Pokal aufgebaut, besonders zu diesem Finale in Köln. Umso glücklicher bin ich, das jetzt nochmal erleben zu dürfen.
DFB.de: Nach dem Sieg im Halbfinale im Elfmeterschießen bei Carl Zeiss Jena hatten Sie sogar Tränen in den Augen.
Popp: Daran erkennt man, wie groß die Steine waren, die mir vom Herzen gefallen sind. Ich saß wegen meiner Verletzung auf der Tribüne und hatte eines der Kinder von Almuth Schult auf dem Arm. Das war in jeder Hinsicht ein besonderer Moment für mich.
DFB.de: Vermutlich wird es auch nach dem Finale wieder Tränen geben - unabhängig vom Ausgang.
Popp: Das glaube ich auch. Da bin ich mir sogar ziemlich sicher, dass es so kommen wird. Es ist vermutlich mein letzter Auftritt in Köln. Das wird emotional werden.
DFB.de: Was macht für Sie dieses DFB-Pokalfinale in Köln aus?
Popp: Die Menschen kommen ins Stadion, um uns Fußball spielen zu sehen. Nur deswegen, nur für die beiden Finalisten. Hinzu kommt, dass die Zuschauerzahlen in den vergangenen Jahren ständig gestiegen sind. Zuletzt war das Finale immer ausverkauft. Was wollen wir mehr? Es ist fantastisch, vor so einer Kulisse auf dem Rasen stehen zu dürfen. Aber auch in sportlicher Hinsicht ist es schon besonders. Der DFB-Pokal ist und bleibt der kürzeste Weg zu einem Titel. Dazu kommt das ganze Drumherum, das großartig ist. Ich habe immer viele Freunde, die hier sind. Meine Familie natürlich auch. Alle haben super viel Spaß. Das alles macht dieses Event so außergewöhnlich. Wenn man hinterher noch etwas zu feiern hat, ist es umso besser.
DFB.de: Kann man in Köln besonders gut feiern?
Popp: Auf jeden Fall. Hier feiern immer alle mit. Die Stadt ist gefühlt immer voll. Ich kann dazu gerne eine kleine Anekdote erzählen. Wenn wir mit Wolfsburg nach einem DFB-Pokalsieg im Bus durch Köln gefahren sind, hieß es bei uns immer "Ampelrunde". Bei jeder roten Ampel sind wir aus dem Bus gestiegen und haben auf der Straße gefeiert, getanzt und gesungen. Alle, die in den Kneipen oder Restaurants sitzen und das mitbekommen, feiern plötzlich mit. Das ist ein total cooles und befreiendes Gefühl.
DFB.de: Gibt es einen Pokalmoment, der Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Popp: Ich habe hier wirklich unglaublich viel erlebt. Tolle Momente, aber auch schwierige Augenblicke. Ich denke zum Beispiel an meinen Platzverweis vor einigen Jahren gegen den SC Sand. Oder auch an das Elfmeterschießen gegen die SGS Essen oder den FC Bayern. Ich kann wirklich nicht den einen Pokalmoment nennen, weil jedes Endspiel seine ganz eigene Geschichte geschrieben hat. Was immer gleich war: Am Ende haben wir den Pokal geholt. Ich hoffe sehr, dass uns das wieder gelingt.
Kategorien: DFB-Pokal der Frauen
Autor: sw

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