DFB-Pokal
Pech vom Punkt: Viktoria Köln und Saarbrücken verpassen Überraschung

Das Warten auf die erste Überraschung in der diesjährigen ersten DFB-Pokalrunde geht weiter - zwei Drittligisten schnupperten zumindest an einem Coup vom Elfmeterpunkt. Viktoria Köln musste sich erst mit 4:5 im Elfmetermeterschießen gegen den klassenhöheren 1. FC Nürnberg geschlagen geben. Auch der 1. FC Saarbrücken unterlag erst mit 2:4 vom Punkt gegen den Zweitligisten Hertha BSC. In beiden Partien hatte es nach 90 und 120 Minuten 1:1 gestanden.
Im Sportpark Höhenberg erlebten beide Mannschaften ein Wechselbad der Gefühle. Nürnberg schien nach einem Fehlschuss von Pascal Fallmann schon im Vorteil, doch dann schossen Giannis Masouras und Javier Fernadez ihre beiden Versuche deutlich über das Tor. Niklas Swider setzte den Kölner Matchball ebenfalls über das Tor. So ging auch das Shootout in die Verlängerung. Nachdem drei Schützen trafen, brachte Unglücksrabe Niklas Jahn den Ball nicht an FCN-Keeper Tim Reichert vorbei. Für Saarbrücken scheiterten Kapitän Florian Pick und Kai Brünker jeweils an Hertha-Torwart Marius Gersbeck, während alle Berliner Schützen trafen.
Nah dran an einer Überraschung war auch der MSV Duisburg, doch der Drittliga-Tabellenführer unterlag bei seinem Pokal-Comeback nach sechs Jahren gegen Bundesliga-Aufsteiger SV Elversberg nach zwei späten Toren der Saarländer mit 1:3 (0:1). Die TSG Hoffenheim wurde dagegen ihrer Favoritenrolle beim Nordost-Regionalligisten FC Erzgebirge Aue nach einem überzeugenden Auftritt mit 4:0 (3:0) ebenfalls gerecht. Der SV Werder Bremen kam beim vier Klassen tieferen Oberligisten Lüneburger SK Hansa zu einem ungefährdeten 3:0 (1:0). Nach zuvor drei Erstrundenniederlagen nacheinander hatte Hannover 96 beim ebenfalls fünftklassigen SV Hemelingen mit einem 9:1 (6:0) diesmal keine Mühe.
Drittligisten mit späten Toren in die Verlängerung
Viktoria Köln forderte dem Zweitliga-Tabellenführer 1. FC Nürnberg von Beginn an alles ab und gestaltete das Pokalduell im ersten Durchgang nicht nur völlig offen, sondern hatte sogar eine Vielzahl an Torchancen, die der Drittligist allerdings ungenutzt ließ. Doch nach der Pause trafen dann die Gäste - durch Piet Scobel (57.) nach einem Schuss aus der Drehung von der Strafraumgrenze. Die Kölner von der "Schäl Sick" ließen sich vom Gegentreffer nicht entmutigen und drückten nun auf den Ausgleich. Meiko Sponsel vergab zunächst die beste Chance allein vor FCN-Torwart Jan Reichert (74.). Als die angezeigte Nachspielzeit schon abgelaufen war, erzwang Sponsel dann doch noch die Verlängerung (90.+6). Der "Club" machte in den zusätzlichen 30 Minuten den frischeren Eindruck, ohne zielstrebige Akzente nach vorne zu setzen.
Bei Pokalschreck 1. FC Saarbrücken, 2020 und 2024 gleich zweimal als unterklassiges Team im Halbfinale, waren die Berliner zunächst drückend überlegen, münzten dies aber lange nicht in Zählbares um. Erst kurz vor dem Seitenwechsel kamen die Saarländer auf und hatten durch Abdenego Nankishi sogar die große Chance zur Führung (42.). Nach dem Seitenwechsel übernahm das Team von der Hauptstadt wieder das Kommando und kam durch einem Sonntagsschuss zur Führung durch Paul Seguin (69.). In der Schlussphase warf Saarbrücken alles nach vorne und belohnte sich mit dem Ausgleichstor von Philip Fahrnet in der Nachspielzeit mit der Verlängerung.(90.+2). Bereits in der zweiten Minute war Herthas Pascal Klemens der erneuten Führung wieder nah, doch sein Kopfball aus sieben Metern verfehlte das Saarbrücker Tor nur hauchzart. 20 Minuten später verhinderte FCS-Schlussmann Kevin Broll die erneute Berliner Führung durch Luca Schuler mit dem Gesicht (112.). So brachte das Elfmeterschießen die Entscheidung.
Onyeka trifft in Duisburger Druckphase
Duisburg und Elversberg belauerten sich in einer zunächst chancenarmen Partie lange, bis Luca Schnellbacher für den Neu-Erstligisten zuschlug und aus zehn Metern für die Gästeführung sorgte (38.). Eine Chance auf eine höhere Elversberger Pausenführung vergab Cole Campbell, der den Ball freistehend über das MSV-Tor jagte (45.+1). In der zweiten Halbzeit nahm die Partie an Fahrt auf, als Lex Tyger Lobinger nach starker Einzelleistung auf 1:1 stellte (54.) und dies den Gastgebern Selbstvertrauen einflößte. Der Drittligist von der Wedau war fortan dem Führungstreffer deutlich näher: Erst verfehlte Jan-Simon Symalla die Führung nach einer Flanke knapp per Kopf (78.), dann scheiterte der eingewechelte Ramien Safi im Eins-gegen-eins an SVE-Keeper Nicolas Kristof (80.). Dies sollte sich rächen: Elversberg blieb bei der Chancenverwertung eiskalt und landete durch den eingewechselten Francis Onyeka spät einen Doppelschlag zum Sieg (88., 90.+1).
Aue begann frech, wurde von den favorisierten Hoffenheimern aber schnell in die Schranken gewiesen. Sommerzugang Patrick Wimmer (6.) nach starker Kombination und Wouter Burger (17.) schossen beim Drittliga-Absteiger früh einen beruhigenden Vorsprung heraus. Unmittelbar vor der Halbzeit ließ Wimmer den dritten Treffer der Kraichgauer folgen (45.+1). Nach der Pause ließ es der Bundesligist ruhiger angehen, schraubte durch Max Moerstedt (64.) das Ergebnis zum 4:0-Endstand aber weiter in die Höhe.
Hemelingen nach 0:9 diesmal 1:9
Die Bremer Führung gegen den Lüneburger SK Hansa ließ im Stadion am Millerntor nicht lange auf sich warten: Jens Stage traf per Kopf nach präziser Ecke (11.). Gegen den hochüberlegenen Erstligisten hielt sich der niedersächsische Oberligist aber in der Folgezeit wacker und hielt hinten mit aufopferungsvoller Verteidigung zumindest vorübergehend die "Eins". Erst nach der Pause erhohte Werder-Rückkehrer Niclas Füllkrug nach einem Foul an Stage vom Elfmeterpunkt auf 2:0 (53.), Ludovit Reis verbannte nach drei Bremer Erstrundenniederlagen in den vergangenen fünf Jahren letzte Zweifel an einer möglichen Blamage (76.).
Nach dem 0:9 gegen den VfL Wolfsburg bei seiner Premiere in der Vorsaison erging es dem SV Hemelingen im Weserstadion gegen Hannover 96 kaum besser - mit einem halben Dutzend Gegentoren bereits vor der Pause. Stefan Teitur Thordarson (5., 20.), Lars Gindorf (11., 39.), Marcel Hartel (16.) und Benedikt Pichler (22.) erzielten für den in dieser Saison bis dahin in Pflichtspielen noch sieglosen Zweitligisten beim zunächst überforderten fünftklassigen Bremenligisten Tore zwischenzeitlich fast im Minutentakt. Nach der Pause komplettierte zunächst Gindorf seinen Dreierpack (53.), bevor die gebeutelten Hemelinger nach einem Kopfballtreffer von Ledjon Fikaj doch noch etwas zu feiern hatten (56.). Nach zuvor vielen vergebenen Chancen traf dann aber wieder Pichler (88.), bevor Taycan Etcibasi mit dem neunten Treffer den Schlusspunkt setzte (90.+1).
Kategorien: DFB-Pokal
Autor: dfb

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