3. Liga

Nur elf von 49: Die schwierige Mission direkter Wiederaufstieg

24.06.2026
Wollen wieder Spur finden: Fortuna Düsseldorf und der SC Preußen Münster als Absteiger in der 3. Liga Foto: imago

In der bevorstehenden Saison 2026/2027 wollen vor allem zwei Klubs in der 3. Liga sportlich wieder in die Spur finden. Fortuna Düsseldorf und der SC Preußen Münster gehen als Absteiger Nummer 50 und 51 aus der 2. Bundesliga an den Start. Nur selten lief es für die vorherigen Zweitligisten aber nach Wunsch. DFB.de zeigt, wie sich die bisherigen Absteiger zurechtgefunden und abgeschnitten haben.

Dass die erste Spielzeit nach einem Abstieg aus der 2. Bundesliga problematisch verlaufen kann, zeigt bereits ein Blick auf die zu Ende gegangene Saison. Der SSV Ulm 1846 Fußball musste als bisher sechster Klub in der Historie der eingleisigen 3. Liga noch einen weiteren Abstieg hinnehmen und rutschte damit innerhalb von nur zwölf Monaten von der zweithöchsten Spielklasse bis in die Regionalliga Südwest ab. Auch Mitabsteiger SSV Jahn Regensburg rangierte zeitweise auf einem Abstiegsplatz, beendete die Saison aber zumindest noch auf Platz 13.

Vor den Ulmern wurden letztmals die Würzburger Kickers (2021/2022) "durchgereicht". Hatte es zuvor Rot Weiss Ahlen 2010/2011 aus finanziellen Gründen erwischt, schafften Rot-Weiß Oberhausen (2011/2012) und Alemannia Aachen (2012/2013) aus sportlicher Sicht den Klassenverbleib nicht. Am Ende der Saison 2016/2017 hätten sogar fast zwei vorherige Zweitligisten einen erneuten Abstieg hinnehmen müssen. Neben dem FSV Frankfurt landete nämlich auch der SC Paderborn 07 unter dem Strich. Da jedoch der TSV 1860 München nach der Niederlage in der Relegation zur 2. Bundesliga gegen den SSV Jahn Regensburg (1:1 und 0:2) keine Zulassung für die dritthöchste Spielklasse erhielt, durften die Paderborner weiterhin in der 3. Liga an den Start gehen und starteten anschließend unter Trainer Steffen Baumgart einen Durchmarsch bis in die Bundesliga.

Würzburger Kickers sind zurück

Neben den Würzburger Kickers, die sich vor wenigen Wochen in den Aufstiegsspielen gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig (1:0 und 2:1) durchsetzen konnten, ist Alemannia Aachen in dieser Aufzählung der einzige Klub, der im Anschluss an einen "Doppelabstieg" inzwischen zumindest die Rückkehr in die 3. Liga geschafft hat. Auch wenn sich einige Vereine nach dem verfehlten Klassenverbleib in der 2. Bundesliga zunächst in der 3. Liga halten konnten, ging es für einige Klubs mit Verzögerung noch weiter nach unten. So spielten die aktuellen Regionalligisten Kickers Offenbach und FC Carl Zeiss Jena (beide 2007/2008) zuletzt vor 18 Jahren in der 2. Bundesliga.

Nur unwesentlich kürzer liegt die jüngste Zweitligasaison für den jetzigen Oberligisten TuS Koblenz sowie den künftigen Westfalenligisten Rot Weiss Ahlen (jeweils 2009/2010) zurück. Auch West-Regionalligist Rot-Weiß Oberhausen (2010/2011), der aktuelle Drittligist Alemannia Aachen (2011/2012) sowie der VfR Aalen (2014/2015) und der FSV Frankfurt (2015/2016) aus der Regionalliga Südwest waren zuletzt vor einer zweistelligen Anzahl an Jahren in der 2. Bundesliga vertreten.

Zweite Saison häufiger erfolgreich

Für den FC Energie Cottbus (zuletzt 2013/2014) wird durch den Aufstieg in diesem Sommer die Zeit von zwölf Jahren ohne Meisterschaftsspiele in der zweithöchsten Spielklasse bald zu Ende gehen. Zwischendurch waren die Lausitzer sogar bis in die Regionalliga Nordost (2016/2017 bis 2017/2018 sowie 2019/2020 bis 2023/2024) abgestiegen. Sehr lange musste zwischenzeitlich auch der SV Wehen Wiesbaden auf die 2. Bundesliga warten. Für den SV Wehen Wiesbaden vergingen zwischen dem Abstieg 2009 und der Rückkehr 2019 zehn Jahre. Beim erneuten Aufstieg 2023 gelang dagegen schon im dritten Anlauf der Wiederaufstieg in die zweithöchste Spielklasse. Dort blieb der SVWW allerdings erneut nur ein Jahr.

Mit dem FC Erzgebirge Aue (2009/2010), Arminia Bielefeld (2012/2013 und 2024/2025), dem MSV Duisburg (2014/2015), Dynamo Dresden (2015/2016), dem SC Paderborn 07 (2017/2018), dem Karlsruher SC (2018/2019), Eintracht Braunschweig (2019/2020), dem FC Ingolstadt 04 (2020/2021), und zuletzt zum zweiten Mal dem VfL Osnabrück (2022/2023 und 2025/2026) benötigte ein Großteil der Klubs jeweils eine zweite Saison in der 3. Liga zum Wiederaufstieg in das Unterhaus des deutschen Profifußball.

Sofortige Rückkehr immer seltener

Die direkte Rückkehr in die 2. Bundesliga schafften von den insgesamt 49 bisherigen Absteigern dagegen nur elf verschiedene Vereine, zuletzt in der Spielzeit 2023/2024 der SSV Jahn Regensburg über die Relegation gegen den SV Wehen Wiesbaden (2:2 und 2:1). Besonders auffällig: Mit dem mit dem SC Paderborn 07 (2008/2009), dem VfL Osnabrück, dem FC Ingolstadt 04 (beide 2009/2010) und dem FC Hansa Rostock (2010/2011) schafften in den ersten drei Spielzeiten nach der Gründung der Spielklasse immerhin insgesamt vier Absteiger aus der 2. Bundesliga den sofortigen Wiederaufstieg.

Danach wurde es deutlich "dünner". Als nächste Klubs verabschiedeten sich der Karlsruher SC (2012/2013), Arminia Bielefeld (2014/2015), der FC Erzgebirge Aue (2015/2016) und der MSV Duisburg (2016/2017) gleich wieder nach oben. Nach den "Zebras" schafften es in den zurückliegenden neun Spielzeiten - neben den Regensburgern - allerdings nur noch Dynamo Dresden (2020/2021) und Eintracht Braunschweig (2021/2022) unmittelbar zurück in die zweithöchste Spielklasse. In acht von insgesamt 18 Spielzeiten gingen die Absteiger aus der 2. Bundesliga komplett leer aus, so auch in der zurückliegenden Saison.

Kategorien: 3. Liga

Autor: mspw