3. Liga

Noch zwei Spiele: Siebter Durchmarsch für MSV?

04.05.2026
Steht zwei Spieltage vor Schluss auf Platz drei: der MSV Duisburg Foto: IMAGO

Die beiden abschließenden Spiele der Saison 2025/2026 nimmt der MSV Duisburg in der 3. Liga punktgleich mit dem FC Energie Cottbus vom Relegationsplatz drei in Angriff. Die "Zebras" könnten somit der siebte Liganeuling sein, für den es auf dem direkten Weg erneut eine Spielklasse nach oben geht. Zwei Mitaufsteiger des MSV müssen dagegen direkt wieder in die Regionalliga. DFB.de mit dem Überblick.

Die gute Ausgangslage der Duisburger, die erst vor dieser Saison als Meister der Regionalliga West in die dritthöchste deutsche Spielklasse zurückgekehrt waren, hängt eng mit dem 2:1-Heimsieg im Spitzenspiel mit dem FC Energie Cottbus zusammen. Dank der Treffer von Thilo Töpken (32.) und Dominik Kother (56.) zog der MSV nicht nur nach Punkten mit den Lausitzern gleich, die über die um zwei Treffer bessere Tordifferenz verfügen. Das Team von Trainer Dietmar Hirsch überholte auch den Revierrivalen Rot-Weiss Essen, der bereits am Samstag 1:6 beim VfB Stuttgart II verloren hatte.

"Wir müssen cool bleiben, einfach unser Ding durchziehen. Danach können wir schauen, was die anderen machen", so MSV-Mittelfeldspieler Rasim Bulic mit Blick auf das folgende Auswärtsspiel am Freitag (ab 19 Uhr, live bei MagentaSport) bei dem als Absteiger feststehenden FC Erzgebirge Aue sowie das abschließende Heimspiel am Samstag, 16. Mai, ab 13.30 Uhr gegen den FC Viktoria Köln. Bei zwei Punkten Vorsprung auf Platz vier hat der MSV Duisburg - wenn auch möglicherweise über den Umweg der Relegation - den direkten Durchmarsch derzeit in der eigenen Hand.

RB Leipzig erster "Durchmarschierer"

Für den ersten Klub, der nach der Gründung der 3. Liga zur Saison 2008/2009 den direkten Durchmarsch schaffte, sollte auch die 2. Bundesliga nur eine kurze Zwischenstation sein. Als Gewinner der Aufstiegsspiele gegen die Sportfreunde Lotte (2:0 und 2:2 nach Verlängerung) am Ende der Saison 2012/2013 erreichte RB Leipzig, damals aktueller Meister in der Regionalliga Nordost, in der ersten und einzigen Drittligasaison der Vereinsgeschichte (2013/2014) auf Anhieb den zweiten Aufstiegsrang. Mit 79 Zählern mussten die Sachsen nur wegen der um drei Treffer schlechteren Tordifferenz dem jetzigen Bundesliga-Konkurrenten 1. FC Heidenheim den Vortritt lassen.

In ihrer ersten Saison in der 3. Liga starteten auch die Würzburger Kickers direkt durch. Nachdem sich die Unterfranken als Titelträger der Regionalliga Bayern am Ende der Spielzeit 2014/2015 in der Aufstiegsrunde gegen den 1. FC Saarbrücken (1:0 und 6:5 im Elfmeterschießen) durchgesetzt hatten, ging es für das Team des damaligen Trainers Bernd Hollerbach nur ein Jahr später erneut in Entscheidungsspielen um den Aufstieg. In der Relegation, die die Kickers als Tabellendritter mit 54 Punkten hinter Dynamo Dresden (68 Zähler) und dem FC Erzgebirge Aue (60) erreicht hatten, wurde der MSV Duisburg 2:0 und 2:1 bezwungen.

Gerade einmal zwölf Monate später stand nach der Relegation der Saison 2016/2017 schon der nächste Doppelaufsteiger fest. Nach dem 1:1 im Hinspiel gewann der SSV Jahn Regensburg, der sich als Tabellendritter hinter dem MSV Duisburg und Holstein Kiel qualifiziert hatte, das zweite Aufeinandertreffen mit dem TSV 1860 München 2:0. Für die Regensburger war es der dritte Ligawechsel in Serie. Im Sommer 2015 hatte der SSV Jahn zunächst den Gang in die Regionalliga Bayern antreten müssen, bevor Trainer Heiko Herrlich den Verein im Eiltempo in die 2. Bundesliga führte. In der zweithöchsten Spielklasse konnten sich die Regensburger bis 2023 ohne Unterbrechung halten.

FC Bayern München II holt Titel

Für den ersten Aufsteiger, der eine Spielzeit in der 3. Liga als Meister beendete, ging es nicht eine weitere Liga nach oben. Die nicht aufstiegsberechtigte U 23 des FC Bayern München ließ in der Saison 2019/2020 mit 65 Punkten die Würzburger Kickers und Eintracht Braunschweig jeweils um einen Zähler hinter sich. Dennoch durften die beiden Bayern-Verfolger jeweils direkt in die 2. Bundesliga aufsteigen.

Für weitere Beispiele, in denen Aufsteiger am Saisonende ganz weit oben gelandet sind, muss man nicht weit zurückgehen. War die SV 07 Elversberg in ihrer Premierensaison 2013/2014 noch direkt wieder aus der 3. Liga abgestiegen, gelang den Saarländern in der Spielzeit 2022/2023 unter ihrem langjährigen Trainer Horst Steffen sensationell der Titelgewinn. Besonders beeindruckend: Schon seit dem 11. Spieltag hatte die SVE ununterbrochen die Tabelle angeführt.

Die Gesamtausbeute der Elversberger von 74 Punkten, die zur Meisterschaft und zum erstmaligen Sprung in die 2. Bundesliga reichte, wurde in der Spielzeit 2023/2024 dann mit 77 Zählern vom SSV Ulm 1846 Fußball noch einmal übertroffen. Auch die "Spatzen" konnten somit nur ein Jahr nach dem Titelgewinn in der Regionalliga Südwest als Drittligameister den nächsten Aufstieg feiern. Mit dem zweitplatzierten SC Preußen Münster (67 Punkte) schaffte sogar noch ein zweiter Neuling den Sprung nach oben. Das gab es zuvor noch nie.

Schweinfurt und Havelse runter

Während der MSV Duisburg nun der siebte Klub sein könnte, der die 3. Liga als Liganeuling direkt nach oben verlässt, lief es für zwei Mitaufsteiger der "Zebras" ganz anders. Der 1. FC Schweinfurt 05, der die Saison definitiv als Tabellenletzter beenden wird, muss nach nur einem Jahr zurück in die Regionalliga Bayern. Auch der TSV Havelse kann - trotz einer deutlichen Steigerung in der Rückrunde - nach dem 0:4 beim SC Verl den Klassenverbleib nicht mehr schaffen und wird daher wieder in der Regionalliga Nord starten. Für eine weitere Saison in der dritthöchsten Spielklasse planen darf dagegen die TSG Hoffenheim II, die bei acht Punkten Abstand nicht mehr in die Gefahrenzone abrutschen kann.

Insgesamt fällt auf, dass sich die Aufsteiger sehr häufig in der 3. Liga gut behaupten können. Von der Gründung bis einschließlich der Saison 2017/2018 stiegen von den bis dahin 27 Aufsteigern nur die U 23 von Borussia Dortmund und Holstein Kiel (2009/2010) sowie die SV 07 Elversberg (2013/2014) gleich im ersten Jahr wieder ab. Erst seit der Veränderung, dass vier Klubs aus der 3. Liga den Gang in die Regionalliga antreten müssen (2018/2019), hat es in jedem Jahr mindestens einen Liganeuling erwischt. Allerdings kommen seit der Spielzeit 2019/2020 auch immer vier statt zuvor drei Aufsteiger dazu.

Mit dem FC Viktoria Berlin und dem TSV Havelse (2021/2022) sowie dem VfB Oldenburg und der SpVgg Bayreuth (2022/2023) mussten zwischenzeitlich jeweils zwei Aufsteiger sofort wieder den Gang in die jeweilige Regionalliga antreten. In der Saison 2023/2024 erwischte es dann nur den VfB Lübeck. Schon 2020/2021 hatten die Norddeutschen lediglich ein kurzes Gastspiel in der 3. Liga gegeben. Am Ende der zurückliegenden Spielzeit verabschiedete sich von den vier Aufsteigern nur die U 23 von Hannover 96 schon nach einem Jahr wieder in die Regionalliga Nord. Diesmal traf es also mit Schweinfurt und Havelse erst zum dritten Mal zwei gerade aufgestiegene Klubs.

Ulm als sechster Klub durchgereicht

Die Erfahrung, dass die Anpassung an eine neue Liga nicht immer erfolgreich verläuft, muss auch der SSV Ulm 1846 Fußball in der laufenden Saison machen. Die "Spatzen" stehen nach der 0:2-Heimniederlage gegen den FC Viktoria Köln ebenfalls als Absteiger fest. Die Ulmer sind damit der sechste Klub, der innerhalb von zwölf Monaten von der 2. Bundesliga bis in die Regionalliga abrutscht.

Hatte es Rot Weiss Ahlen 2010/2011 aus finanziellen Gründen erwischt, schafften Rot-Weiß Oberhausen (2011/2012) und Alemannia Aachen (2012/2013) aus sportlicher Sicht den Klassenverbleib nicht. Am Ende der Saison 2016/2017 hätten sogar fast zwei vorherige Zweitligisten einen erneuten Abstieg hinnehmen müssen. Neben dem FSV Frankfurt landete nämlich auch der SC Paderborn 07 unter dem Strich.

Da jedoch der TSV 1860 München nach der Niederlage in der Zweitliga-Relegation gegen den SSV Jahn Regensburg (1:1 und 0:2) keine Zulassung für die dritthöchste Spielklasse erhielt, durften die Paderborner weiterhin in der 3. Liga an den Start gehen und starteten anschließend unter Trainer Steffen Baumgart einen Durchmarsch bis in die Bundesliga. Der bislang letzte "durchgereichte" Verein waren die Würzburger Kickers (2021/2022).

Zweite Saison oft erfolgreich

Alemannia Aachen ist in dieser Aufzählung der einzige Klub, der im Anschluss an einen "Doppelabstieg" inzwischen zumindest die Rückkehr in die 3. Liga geschafft hat. Die direkte Rückkehr in die zweithöchste Spielklasse gelang dagegen von insgesamt 49 Absteigern nur elf verschiedenen Vereinen. Mit dem SC Paderborn 07 (2008/2009), dem FC Ingolstadt 04 (2009/2010) und dem VfL Osnabrück (2009/2010) sowie dem FC Hansa Rostock (2010/2011) schafften in den ersten drei Spielzeiten nach der Gründung der Spielklasse immerhin insgesamt vier Absteiger aus der 2. Bundesliga den sofortigen Wiederaufstieg. Danach wurde es deutlich "dünner".

Als nächste Klubs verabschiedeten sich der Karlsruher SC (2012/2013), Arminia Bielefeld (2014/2015), der FC Erzgebirge Aue (2015/2016) und der MSV Duisburg (2016/2017) gleich wieder nach oben. Nach den "Zebras" schafften es - neben dem SSV Jahn Regensburg (2023/2024) - in den zurückliegenden neun Spielzeiten allerdings nur noch Dynamo Dresden (2020/2021) und Eintracht Braunschweig (2021/2022) unmittelbar zurück in die zweithöchste Spielklasse. Diese Saison miteingerechnet, gingen die Absteiger aus der 2. Bundesliga in acht von 18 Spielzeiten komplett leer aus.

Mit dem FC Erzgebirge Aue (2009/2010), Arminia Bielefeld (2012/2013), Dynamo Dresden (2015/2016), dem SC Paderborn 07 (2017/2018), Karlsruher SC (2018/2019), Eintracht Braunschweig (2019/2020), dem FC Ingolstadt 04 (2020/2021), dem VfL Osnabrück (2022/2023), Arminia Bielefeld (2024/2025) und nun erneut dem bereits feststehenden Meister aus Osnabrück (2025/2026) benötigte ein Großteil der Klubs jeweils eine zweite Saison in der 3. Liga zum Wiederaufstieg.

Kategorien: 3. Liga

Autor: mspw