3. Liga
Neues Trainertrio mit viel Bundesliga-Erfahrung

Wenn vom 9. bis 11. Oktober mit dem 8. Spieltag erstmals nach der Länderspielpause wieder der Ball in der 3. Liga rollt, wird bei gleich drei Vereinen ein anderer Trainer an der Seitenlinie stehen als noch zu Saisonbeginn. Der FC Hansa Rostock, SV Wehen Wiesbaden und FC Ingolstadt 04 entschieden sich dabei jeweils für Fußball-Lehrer mit Bundesligaerfahrung. DFB.de gibt eine Übersicht.
Der bekannteste neue Trainer ist nun erstmals in der 3. Liga tätig. André Breitenreiter hat beim Tabellensechsten FC Hansa Rostock die Nachfolge von Daniel Brinkmann angetreten. Als Spieler absolvierte der 52-Jährige für Hannover 96, den Hamburger SV, den VfL Wolfsburg und die SpVgg Unterhaching unter anderem 144 Bundesliga- und 101 Zweitligapartien und gewann 1992 mit Hannover den DFB-Pokal.
Nach dem Start seiner Trainerkarriere beim aktuellen Drittligisten TSV Havelse (2011 bis 2013), damals noch in der Regionalliga Nord, schrieb Breitenreiter beim SC Paderborn 07 Geschichte, als er den Verein 2014 erstmals in der Klubgeschichte in die Bundesliga führte. 2015 wechselte er zum FC Schalke 04 und übernahm anschließend bei seinem Jugendverein Hannover 96 (März 2017 bis Januar 2019) das Amt des Cheftrainers. Mit den Niedersachsen schaffte er 2017 ebenfalls den Aufstieg ins deutsche Oberhaus.
Breitenreiter Meister in der Schweiz
Beim FC Zürich feierte Breitenreiter 2021/2022 seinen bislang größten Erfolg und führte den Traditionsverein zur Schweizer Meisterschaft. Nach der Zwischenstation bei der TSG Hoffenheim (Juli 2022 bis Februar 2023) sammelte er auch beim englischen Zweitligisten Huddersfield Town internationale Erfahrung. Seine jüngste Station war erneut Hannover 96, wo er bis April 2025 arbeitete.
"Die große Strahlkraft des Klubs und die außergewöhnliche Unterstützung der Fans haben mich von Anfang an genauso begeistert wie die offenen und überzeugenden Gespräche mit den Verantwortlichen", sagt André Breitenreiter über sein Engagement beim FC Hansa Rostock. "Ich spüre hier positive Energie und möchte mit vollem Einsatz meinen Teil dazu beitragen, gemeinsam ein erfolgreiches neues Kapitel aufzuschlagen."
Seitz übernimmt SVWW
Ein ehemaliger Mitspieler von André Breitenreiter aus dessen Zeit beim Hamburger SV und bei der SpVgg Unterhaching betreut nun ebenfalls erstmals ein Team in der dritthöchsten deutschen Spielklasse. Nach zwei Meistertiteln in der Regionalliga Nordost mit dem 1. FC Lokomotive Leipzig und dem jeweils in den Aufstiegsspielen verpassten Sprung in die 3. Liga steht Jochen Seitz nun beim SV Wehen Wiesbaden an der Seitenlinie. Er folgte beim SVWW, der aktuell den vorletzten Tabellenplatz belegt, auf Daniel Scherning.
Nach unter anderem 162 Einsätzen in der Bundesliga begann der 49 Jahre alte Seitz seine Trainerlaufbahn beim FC Bayern Alzenau, ehe er von 2016 bis 2023 den SV Viktoria Aschaffenburg übernahm. Unter seiner Führung gelang 2018 der Aufstieg in die Regionalliga Bayern, in der die Viktoria 2021 sogar die damals ausgetragene Qualifikationsrunde für die Aufstiegsspiele zur 3. Liga erreichte.
"Ich hatte das Glück, bei vielen Vereinen zu spielen und dabei wirklich herausragende Trainer kennenzulernen", erklärt Seitz. "Am Ende nimmt man von jedem etwas mit. Bei Felix Magath war es die Disziplin, bei Ralf Rangnick stand eher die Taktik im Vordergrund und bei Jupp Heynckes das spielerische Element. Es ist ein Mix aus vielen Einflüssen, die man in seine eigene Trainerkarriere mitnimmt. Ich will leidenschaftlichen und emotionalen Fußball sehen. Die Mannschaft muss spüren, dass wir ihr einen klaren Matchplan mitgeben und sie genau weiß, was auf dem Platz zu tun ist."
Beierlorzer neuer Coach in Ingolstadt
Seitz, der am Tag seines ersten Drittligaspiels mit dem SVWW beim FC Ingolstadt 04 am Sonntag, 11. Oktober (ab 13.30 Uhr, live bei MagentaSport), runde 50 Jahre alt wird, trifft bei seinem Debüt auf einen Trainerkollegen, der ebenfalls erstmals in einem Ligaspiel bei seinem neuen Klub auf der Bank Platz nimmt. In Ingolstadt entschieden sich die Verantwortlichen bei der Nachfolge von Cheftrainerin Sabrina Wittmann für Achim Beierlorzer. Nach zwei Spielzeiten beim SSV Jahn Regensburg (2017/2018 und 2018/2019) in der 2. Bundesliga war dem 58-Jährigen mit dem Schritt zum 1. FC Köln der Sprung in die Bundesliga gelungen.
In der höchsten deutschen Spielklasse stand Beierlorzer auch beim 1. FSV Mainz 05 in der Verantwortung, ehe er zuletzt nach seiner Rückkehr nach Regensburg als Geschäftsführer Sport beim SSV Jahn (Juli 2023 bis Oktober 2025) tätig war. "Den FC Ingolstadt 04 verfolge ich schon lange als interessierter Beobachter seiner Entwicklung sowie als gegnerischer Trainer", so Beierlorzer. "Ich freue mich auf diese Aufgabe und die hervorragenden Bedingungen. Ich habe wieder richtig Lust, an der Linie zu stehen."
Hirsch erneut beim MSV
Auf eine vergleichbare Spielerkarriere wie Breitenreiter und Seitz bringt es von den übrigen Trainern in der 3. Liga nur Dietmar Hirsch. Der Chefcoach von Spitzenreiter MSV Duisburg absolvierte insgesamt 196 Einsätze in der Bundesliga - den Großteil davon (110) sogar im Trikot der "Zebras", für die er von Juli 1995 bis Juni 2000 sowie von Juli 2003 bis Juni 2005 am Ball war. Als Trainer ist Hirsch, der die Duisburger im Sommer 2025 zum Aufstieg aus der Regionalliga West geführt hatte, nach seiner Station bei der SV 07 Elversberg (September 2013 bis April 2014) zum zweiten Mal in der 3. Liga tätig.
Die Konstellation, dass ein Ex-Profi bei einem seiner früheren Klubs an der Seitenlinie steht, gibt es auch bei Aufsteiger Fortuna Köln. Matthias Mink bestritt jede seiner 156 Zweitligapartien für die Kölner Südstädter. Der mit 58 Jahren älteste Trainer der 3. Liga betreute das Team der Fortuna auch schon zwischen Juli 2007 und Juni 2011 - damals in der jeweils fünftklassigen Verbandsliga Mittelrhein und NRW-Liga. Seit dem 1. März 2024 ist Mink erneut Trainer der Fortuna. Kurze Zeit später übernahm er parallel dazu auch die Position als Sportlicher Leiter.
Vier Trainer kennen 3. Liga als Spieler
Als Profis schafften es auch Preußen Münsters Trainer Thomas Wörle (97 Einsätze für Kickers Offenbach und die SpVgg Greuther Fürth) und Sascha Hildmann (36 Begegnungen für Alemannia Aachen), Chefcoach beim SSV Jahn Regensburg, in die 2. Bundesliga. In der 3. Liga noch selbst auf dem Platz standen Stefan Kleineheismann (222 Einsätze für Kickers Offenbach, Rot-Weiß Erfurt und den Halleschen FC), der nun für die zweite Mannschaft der TSG Hoffenheim verantwortlich ist, sowie Alemannia Aachens Mersad Selimbegovic (42 Partien für den SSV Jahn Regensburg), der Würzburger Michael Schiele (neun Begegnungen für den VfR Aalen) und Großaspachs Pascal Reinhardt (sieben Spiele für die zweite Mannschaft des 1. FSV Mainz 05).
Rot-Weiss Essens Trainer Uwe Koschinat und Fortuna Düsseldorfs Chefcoach Alexander Ende verbrachten den Großteil ihrer aktiven Zeit in der damals viertklassigen Oberliga. Als Trainer standen beide aber ebenso schon in der 2. Bundesliga an der Seitenlinie wie Thomas Wörle, Sascha Hildmann, Mersad Selimbegovic und Michael Schiele. Für Nico Willig, der die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart betreut, reichte es als Spieler zu 91 Einsätzen in der fünfthöchsten Spielklasse. Im Mai 2019 sprang er außerdem als Interimstrainer in der Bundesliga beim damals stark abstiegsbedrohten VfB Stuttgart ein.
Ohne eine herausragende Spielerlaufbahn schafften es Marian Wilhelm (FC Viktoria Köln), Argirios Giannikis (1. FC Saarbrücken), Orest Shala (SC Verl), Lucas Beniermann (SV Meppen), Samir Ferchichi (TSV Havelse) und Rui Mota (SV Waldhof Mannheim) als Trainer in den Profifußball. Mota arbeitete dabei auch nicht nur in seiner Heimat Portugal (SC Braga), sondern auch schon in Saudi-Arabien (Al-Fateh), Griechenland (Atromitos Athen), Belgien (Standard Lüttich), Polen (Legia Warschau), Brasilien (Vasco da Gama), Türkei (Gaziantep FK), Iran (Esteghlal FC), Kroatien (HNK Sibenik U19), Georgien (FC Dila Gori) und Armenien (FC Noah). Damit ist er bei der internationalen Erfahrung die Nummer eins in Liga 3.
Kategorien: 3. Liga
Autor: mspw

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