DFB-Pokal der Junioren
Neuer RB-Trainer Marc Heidenmann: "Wir stellen uns gerne der Herausforderung"

Das Duell zwischen den U 19-Teams von RB Leipzig und des 1. FC Kaiserslautern am Samstag (ab 14.05 Uhr, live bei Sky) gehört zu den Topspielen der ersten Runde im DFB-Pokal der Junioren. Bei RB gibt Trainer Marc Heidenmann (zuvor 1. FSV Mainz 05 U 17) sein Debüt. Im DFB.de-Interview spricht der 35-Jährige mit Mitarbeiter Peter Haidinger über seine neue Aufgabe und Nachwuchsleiter David Wagner.
DFB.de: Ihr Team startet im DFB-Pokal der Junioren mit der Partie gegen den 1. FC Kaiserslautern in die neue Saison. Wie macht sich der bevorstehende Pflichtspielstart bei Ihrem Team bemerkbar, Herr Heidenmann?
Marc Heidenmann: Wir waren während der Vorbereitung vier Wochen zusammen und freuen uns, dass wir nun endlich mit Pflichtspielen starten. Das merkt man auch bei den Jungs: Im Training ist nochmal ein bisschen mehr Schärfe festzustellen als ohnehin schon, was sehr erfreulich ist.
DFB.de: Nach Ihrem Wechsel zur U 19 von RB Leipzig stehen Sie vor Ihrer Premiere. Ist daher auch bei Ihnen die Aufregung ein wenig größer als sonst?
Heidenmann: Grundsätzlich ist das erste Pflichtspiel für einen neuen Klub immer etwas Besonderes. Dieser Aspekt ist jedoch nicht das, was mich momentan in der täglichen Arbeit mit der Mannschaft beschäftigt.
DFB.de: Bei der Generalprobe gab es ein 1:2 gegen die TSG Hoffenheim. Wie bewerten Sie die Saisonvorbereitung insgesamt?
Heidenmann: Wir haben gegen den aktuellen Deutschen Meister definitiv Schritte in die richtige Richtung gemacht. Wir sind dort hingefahren, wollten schauen, wo wir stehen, und haben aus der Partie einige Erkenntnisse gewonnen. Insgesamt haben wir die Vorbereitung gut genutzt und fühlen uns bereit für das erste Pflichtspiel.
DFB.de: Schon Anfang März stand Ihr Wechsel vom 1. FSV Mainz 05 zu RB Leipzig fest. Was hat Sie an der Aufgabe besonders gereizt?
Heidenmann: Ich habe zehn Jahre beim 1. FSV Mainz 05 verbracht, wollte raus aus meiner Komfortzone. Für mich hat sich die Möglichkeit geboten, mich in einem neuen Umfeld zu beweisen und für mich persönlich den nächsten Schritt zu gehen.
DFB.de: In Mainz haben Sie als Assistent von Cheftrainer Bo Svensson auch die Arbeit in der Bundesliga kennengelernt. Was konnten Sie für Ihre weitere Laufbahn mitnehmen?
Heidenmann: Insgesamt war das für mich eine wahnsinnig lehrreiche Zeit, auf diesem Niveau arbeiten zu dürfen. Ich konnte auf dem höchsten Level lernen und Bo Svensson bei seiner Arbeit hautnah beobachten. Für diese Erfahrung bin ich sehr dankbar.
DFB.de: Statt wie zuletzt die Mainzer B-Junioren betreuen Sie nun in Leipzig die U 19. Welche Unterschiede gibt es bei der Arbeit mit den verschiedenen Altersklassen?
Heidenmann: Die Unterschiede sind gar nicht so groß. Im Umgang mit den Jungs ist es für mich keine Frage des Alters. Am Ende geht es darum, die Spieler besser zu machen und zu entwickeln. Wir wollen diesen Weg gemeinsam gehen. Es gibt in der Arbeit mit verschiedenen Altersklassen tatsächlich mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede.
DFB.de: Als regelmäßiger Champions League-Teilnehmer ist bei RB Leipzig der Sprung zu den Profis besonders herausfordernd. Wie können die Talente am besten vorbereitet werden?
Heidenmann: Wir wollen dafür natürlich mit den besten Spielern zusammenarbeiten, die für uns verfügbar sind. Die Jungs wollen wir bestmöglich entwickeln und in vielerlei Hinsicht auf das höchste Niveau vorbereiten. Im Optimalfall drängen sich die Spieler, die wir hochschieben, dann auch bei den Profis auf und kommen zu regelmäßigen Einsätzen. Sicherlich ist es in einem kleineren Verein, der nicht in der Champions League spielt, ein wenig einfacher, Spieler an das Level der Profimannschaft heranzuführen. Dieser Herausforderung stellen wir uns jedoch gerne, haben an uns selbst die höchsten Ansprüche.
DFB.de: Wie läuft der Austausch mit Nachwuchsleiter David Wagner, der viele Jahre selbst Profi und Trainer war?
Heidenmann: Der ist sehr eng. David Wagner hat sich sehr darum bemüht, dass ich nach Leipzig komme. Der Kontakt ist zunächst durch ihn entstanden und David war während der gesamten Zeit mein erster Ansprechpartner. Der Austausch ist vertrauensvoll und die Wege sind kurz, weil unsere Büros ganz dicht zusammenliegen.
DFB.de: Im Juniorenbereich wartet RB Leipzig noch auf den ersten nationalen Titelgewinn. Wie groß ist die Lust, für die Premiere zu sorgen?
Heidenmann: Wir sind Wettkämpfer, wollen möglichst immer gewinnen. Wir tun aber gut daran, nur von Spiel zu Spiel zu schauen. Wir nehmen an verschiedenen Wettbewerben teil, in denen wir bestmöglich performen wollen. Wir benötigen ein funktionierendes Mannschaftskonstrukt, um Spieler zu Profis zu entwickeln.
DFB.de: Könnte es gerade im DFB-Pokal von Vorteil sein, dass einige Spieler des aktuellen Kaders K.o.-Spiele durch die Endrunde um B-Junioren-Meisterschaft bereits kennen?
Heidenmann: Alles, was du gespielt und im Fußball erlebt hast, kann dir in solchen Spielen helfen. Wir haben einige Jungs davon im Kader, die genau wissen, worauf es ankommt.
DFB.de: Wie ist Ihr Eindruck vom Auftaktgegner 1. FC Kaiserslautern?
Heidenmann: Ich komme aus Worms und habe mit Mainz 05 bereits sehr viele Duelle mit dem FCK bestritten. Ich kenne viele Jungs und weiß, dass der FCK in jedem Jahr gute Nachwuchsmannschaften auf den Platz schickt. Wir sind uns der Herausforderung bewusst und erwarten eine heiße Challenge.
DFB.de: Was wollen Sie von Ihrer Mannschaft sehen?
Heidenmann: Wir wollen dominant auftreten und dem Gegner sofort zeigen, dass wir die Mannschaft sind, die unbedingt gewinnen und eine Runde weiterkommen möchte. Diese Mentalität gilt es auszustrahlen, wenn wir auf dem Platz stehen.
Kategorien: DFB-Pokal der Junioren
Autor: mspw

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