Männer-Nationalmannschaft
Nagelsmann: "Wir sind überzeugt, dass es das beste Team ist"

Der Kader der deutschen Nationalmannschaft steht, die FIFA Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko kann kommen. Nach der Nominierung seines 26-köpfigen Aufgebots hat Bundestrainer Julian Nagelsmann über seine Auswahl und das WM-Turnier gesprochen.
Julian Nagelsmann über...
... seinen WM-Kader: Der allerwichtigste Punkt ist, dass wir überzeugt sind, dass es das beste Team ist, das als Gruppe gut funktioniert. Wir haben ein paar neue Spieler dabei und auch welche, die schon länger dabei sind. Die Arbeit mit der Mannschaft ist ungeheuer angenehm, alle haben sich sportlich und menschlich qualifiziert. Es haben zuletzt immer die Mannschaften die WM gewonnen, bei denen die Verbindung der Spieler als Gruppe sehr gut war. Auch das wollten wir beachten und wir wissen auch, dass viele, die jetzt zu Hause bleiben, gute Leistungen gebracht haben. Sie haben uns am Telefon tolle Rückmeldungen gegeben.
Das Video zur Nominierung
... die mögliche WM-Stammelf: Das Team ist der Kern. Wir müssen das beste Team sein als Gruppe. Als geschlossene Einheit besser zu sein als Mannschaften mit vielleicht noch besseren Kadern. Das ist auch das, was mir aus der Mannschaft selbst gespiegelt wird. Eine zentrale Achse ist immer wertvoll, wir haben viele Spieler im Kopf, die die erste Elf bilden. Wir haben viele Spieler über die letzten drei Jahre aufgebaut in ihren Rollen, daran werden wir jetzt nicht rütteln. Aber natürlich können da Überraschungen dazu kommen.
... Manuel Neuer: Ich plane mit ihm als Nummer eins. Über allem stand, dass du versuchst, die größte Anzahl an Topspielern zu nominieren, aber auch Herausforderer. Bei den Torhütern hat man nur eine begrenzte Auswahl, anders als bei den Feldspielern. Unserer Hauptaufgabe war es, die besten Torhüter des Landes zu nominieren und da gehören Alex Nübel, Oli Baumann und Manuel Neuer dazu. Wir haben uns entschieden, ihn zu kontaktieren, ob er noch einmal für die Nationalmannschaft spielen möchte. Es waren viele Gespräche im Trainerteam. Jeder weiß, welche Aura er hat und welche Qualität er einer Mannschaft gibt. Wir haben kein Torwartproblem, die Entscheidung steht so und ist in meinen Augen die richtige.
... Jonas Urbig: Wir wollten im Training einen vierten Torwart dabei haben, der immer Vollgas gibt, der der Gruppe eine gute Energie gibt. Wir haben vor Ort große Distanzen und wollen die Möglichkeit haben, auf gewisse Situationen zu reagieren. Jonas ist deshalb verdientermaßen dabei, steht zwar nicht im Kader, aber wird uns begleiten.
... Tom Bischof: Wir haben einige dieser jungen, talentierten Spieler, die auf dem Sprung sind, wie Said El Mala, Assan Ouedraogo, Tom Bischof oder Nicolò Tresoldi, die natürlich ein großes Zukunftsversprechen sind für den DFB. Wir haben sie aus unterschiedlichen Gründen nicht nominiert, bei Tom gibt es eine große Konkurrenz auf seiner Position. Ich habe ihm gesagt, dass er super nah dran war, wir haben seinen Namen lange diskutiert. Er wird, wenn alles normal läuft, Turniere für den DFB in der A-Nationalmannschaft spielen. Er war natürlich traurig und gefrustet, aber hat gut reagiert. Alle Spieler sind eingeladen, sich mit guten Leistungen weiter zu bewerben.
... die Rekonvaleszenten Felix Nmecha und Jamal Musiala: Jamal ist immer besser in Fahrt gekommen und hat immer noch genügend Zeit, Rhythmus zu sammeln. Selbst wenn er bei 95 Prozent ist, ist er einer der herausragenden Spieler im Weltfußball. Er ist auch robuster geworden. Felix hat in seiner Reha gut gearbeitet, eine extreme Stabilität im Knie gewonnen, vielleicht sogar mehr als vorher. Das letzte Spiel hat er über 90 Minuten gespielt und das s ehr gut verkraftet. Er hat so viel Talent, Speed und Dynamik und wird uns extrem helfen, ein gutes Turnier zu spielen.
... Maximilian Beier: Ich bin ein Freund davon, Spieler im Kader zu haben, die viele Positionen einnehmen können. Maxi hatte im Vergleich zu Karim Adeyemi die Nase vorne, er hat eine starke Saison gespielt. Es gibt viele Szenarien, wo Maxi sehr viel verkörpert mit seiner Mentalität. Er ist immer unterwegs, hat extrem hohen Speed und ist immer auf dem Gaspedal. Er hat eine gute Torquote und verkörpert viel von der deutschen Mentalität, die wir auf den Platz bringen wollen.
... Nathaniel Brown: Ich halte ihn für einer der talentiertesten Linksverteidiger, die es gibt. Er verkörpert viel von einem kompletten Spieler, kann überall auftreten und ist ein sehr guter Verteidiger. Er ist sehr schnell. Er war in Frankfurt stabil, hat immer ein konstant hohes Niveau gehabt.
... Nadiem Amiri: Nadiem kenne ich seit er 16, 17 ist. Er spielt immer schon so, er braucht keine Anlaufphase. Er will immer gewinnen und ist immer am Limit unterwegs. Er wird eine Backup-Rolle haben, aber sicher Einsatzzeiten bekommen. Er sorgt für viel Gefahr mit seinen Vorlagen, seine Emotionalität kann noch mal was auslösen in gewissen Momenten.
... Angelo Stiller, Chris Führich und Maximilian Mittelstädt: Führich und Mittelstädt waren zuletzt sehr formstark und gehören zu den absoluten Härtefällen. Angelo hat im letzten Lehrgang eine schwere Situation gehabt, weil er zunächst nicht nominiert war. Nach seiner Nachnominierung hatten wir ein Gespräch und er hat die beiden Spiele bekommen, in denen er sich extremen Druck gemacht hat. Er hat es in beiden sehr gut gemacht, ich war super zufrieden, auch mit seinem Auftreten im Lehrgang. Mit Aleksandar Pavlovic ist er der stabilste Sechser, den wir haben. Bei Maxi tut es mit extrem leid, er hat einmal kurz geschwächelt und die beiden anderen Kandidaten haben es zu der Zeit gut gemacht. Chris kann ich auch nur ein Kompliment aussprechen, wie er reagiert hat. Er hat eine sehr gute Rückrunde gespielt, hat bei uns aber nie ganz das VfB-Gesicht zeigen können. Dann mussten wir uns entscheiden und haben uns wegen seiner Variabilität dann für Jamie Leweling entschieden.
... Leroy Sané: Er hat bei uns in den letzten vier Spielen fünf Scorer gesammelt. Er wird immer kontrovers diskutiert, weil er immer eine gewisse Ausstrahlung hat. Aber er genießt eine extrem hohe Anerkennung in der Mannschaft und hat nach wie vor etwas ganz Besonderes im engen Raum. Gerade gegen tief stehende Gegner kann er mit seinem Speed und Kombinationsspiel etwas auslösen. Ich traue mir zu, ihn so zu kitzeln, dass am Ende der WM mehr positive als negative Stimmen kommen.
... die Stürmersituation: Tim Kleindienst war fast ein Jahr raus, er ist ein Spieler, der Rhythmus braucht. Ich hätte ihn sehr gerne dabei gehabt, aber nach der langen Verletzung konnten wir das leider nicht machen. Bei Niclas Füllkrug war es die Quote, die nicht gut war. Er hat lange Zeit ganz wenig Tore geschossen. Nicolò Tresoldi war super lange nah dran, aber das Problem ist, dass du immer Spieler daheim lassen musst.
... die verschobene Nominierung: Generell ist es aus Trainersicht immer gut, eine Nominierung so spät wie möglich zu machen. Sie war jetzt zum perfekten Zeitpunkt, um den verletzten Spielern genügend Zeit zu geben, um zurückzukommen. Die Verschiebung war insofern das Richtige.
... sein Ausblick aufs Turnier: Alle Mannschaften wollen Weltmeister werden, die Betonung liegt auf wollen, und wir wollen es auch. Dazu gehören gute Leistungen, aber auch ein bisschen Fortune. Jeder Spieler ist in der Pflicht, den Willen jeden Tag zu zeigen und alles dafür zu tun.
... den Vergleich mit Topteams: Ich sehe uns gerüstet. Die Situation vor der Heim-EM war nicht groß anders und da waren wir gegen Spanien auch nicht die schlechtere Mannschaft. Es entscheidet immer die Tagesform und Dinge, die man nicht beeinflussen kann. Wir haben es nicht in der Hand, für Euphorie zu sorgen. Unser Job ist es, die Momente zu kreieren, damit die Fans in die Euphorie kommen. Wir können nur das beeinflussen, was wir beeinflussen können.
... den Weg zur WM: Fußball ist die schönste Nebensache der Welt. Es gab extrem viele Diskussionen, viele Dinge, die man hinterfragt und versucht, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Jetzt ist nur noch Vorfreude angesagt. Es wird eine große Herausforderung, aber der stellen wir uns. Wir sind heiß.
Kategorien: Männer-Nationalmannschaft, WM 2026
Autor: dfb

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