Männer-Nationalmannschaft

Nagelsmann: "Nübel spielt als Belohnung für seine guten Leistungen"

29.03.2026
Nagelsmann: "Ein Standardtor kann ein Dosenöffner sein" Foto: DFB/GES-Sportfoto

Das letzte Länderspiel vor der WM-Kaderbekanntgabe am 12. Mai steigt für die Männer-Nationalmannschaft am Montag (ab 20.45 Uhr, live in der ARD) gegen Ghana in Stuttgart. Am Tag vor dem Spieltag sprechen Bundestrainer Julian Nagelsmann und Torwart Alexander Nübel auf DFB.de über den Platz zwischen den Pfosten, Rollengespräche und den afrikanischen Kontrahenten.

Julian Nagelsmann über...

... den Platz im Tor gegen Ghana: Alexander Nübel wird spielen. Wir haben kein Casting auf der Torwartposition. Es ist eine Belohnung für seine guten Leistungen über einen langen Zeitraum. In den vergangenen drei Monaten hat Alex noch einen Schritt nach vorne gemacht. Alex bringt gute Leistungen im Training und ist sehr loyal Oliver Baumann gegenüber. Er ist ein wichtiger Teil für ein gut funktionierendes Torwarttraining. Er macht das alles sehr gut, deshalb bekommt er in Stuttgart sein Heimspiel.

... interne Rollengespräche: Wir haben mit jedem Spieler ein Gespräch geführt, ob er sein WM-Platz sicher ist oder nicht und wie seine Rolle im Kader aussieht. Jeder Spieler soll zwei Monate vor der WM wissen, woran er ist. Dementsprechend werden wir Entscheidungen treffen. Ich weiß noch nicht genau, wer spielt, aber rollengemäß haben wir eine Idee.

... die Rollenverteilung im Tor: Oli ist die Eins und Alex die Nummer zwei. Alex erfüllt diese Rolle sehr gut, wie man es von einer sehr, sehr guten Nummer zwei erwartet.  Alex macht es top und wäre in vielen Nationen die Nummer eins. Auf der Torwartposition haben wir von eins bis sechs keine Probleme.

... die Aufstellung gegen Ghana: Wir wissen es noch nicht genau. Wir müssen das Abschlusstraining abwarten. Im morgigen Spiel werden wir etwas mehr rotieren müssen, um ein paar Spieler zu steuern. Sie sollen in den nächsten Wochen auch gesund bleiben.

... die Einsatzchancen von Deniz Undav: Geplant ist, dass er Einsatzminuten bekommt, weil er sie sich verdient hat. Es liegt nicht an Stuttgart als Spielort, sondern an seiner Quote.

... Gegner Ghana: Von der Höhe der Niederlage gegen Österreich (1:5, Anm. d. Red.) sind wir überrascht, auch wenn wir wissen, dass Österreich sehr gut ist. Ghana hat fast immer mit einer Fünferkette gespielt, gegen Österreich war es eine Viererkette. Deshalb wissen wir nicht genau, was sie gegen uns machen werden. Wir gehen davon aus, dass sie tief stehen und mit ihren schnellen Flügelstürmern auf Konter spielen werden, um uns wehzutun. So haben sie auch das Tor gegen Österreich erzielt. Wir glauben nicht, dass sie hoch pressen werden oder den Ball wollen.

... die WM-Chancen verletzter Spieler: Gesundheit ist eine Grundvoraussetzung, um noch in den WM-Kader reinzurutschen. Nadiem Amiri hat es beispielsweise bei uns immer gut gemacht. Aber seine Verletzung setzt ihn schon lange außer Gefecht. Das betrifft auch andere Spieler. Ich möchte das Buch für keinen zumachen. Aber je näher die WM rückt und du keine Spiele machst, desto schwerer wird es. Aber die Türe ist offen für alle.

... den Austausch mit Marc-André ter Stegen: Wir haben vorgestern kurz gesprochen. Er ist immer da, wenn man ihn braucht und wenn er einen Beitrag leisten kann. Er kümmert sich nicht nur um sich, sondern hat auch einen Blick für die Mannschaft hier. Aus Respekt vor ihm mache ich das Thema WM nicht zu, dennoch ist die Chance sehr gering, wenn er ein Jahr lang raus ist. Er soll in der Reha Gas gaben. Er hat keine großen Schmerzen mehr, aber es dauert alles seine Zeit.

... die Wichtigkeit des ruhendes Balls: Die Anzahl an Standardtoren ist schon extrem und wird wohl noch höher werden. Etwa ein Drittel der Tore fallen aus Standards. Das ist ein wichtiger Punkt, gerade wegen der klimatischen Bedingungen, die wir bei der WM erwarten. Ein Standardtor kann ein Dosenöffner sein oder es kann schlecht sein, wenn man was hinten reinbekommt.

... Leroy Sané: Leroy hat weiterhin die Option, sich hier und bei seinem Klub zu zeigen. Die Tür ist für keinen zu, aber auch nicht dauerhaft offen. Gerade in der Offensive geht es in Sachen Kader auch ums Momentum. Ich habe immer die Aufgabe, alle Spieler mitzunehmen und solange die Stange zu halten, bis wir Entscheidungen getroffen haben. Spieler, die auch mal ein Eins-gegen-eins gehen können, haben wir nicht in Hülle und Fülle. Das Spiel gegen die Slowakei muss die Benchmark sein. Gegen die Schweiz war es von Leroy in Ordnung: nicht besonders gut, aber auch nicht schlecht.

... Leon Goretzka: 2024 konnte er mit deutlich weniger Spielzeit rechnen als jetzt. Aber er wird nicht garantiert Stammspieler sein. 2024 waren Kroos und Gündogan dabei, es gab deutlich weniger Spielzeit zu vergeben. Wir haben ihn nicht optimal in der Rolle des Back-ups gesehen. Du kannst den Kader von heute nicht mit dem von vor zwei Jahren vergleichen.

Alexander Nübel über...

... die Vorfreude auf seinen Einsatz gegen Ghana: Ich freue mich extrem. Es ist quasi mein Wohnzimmer in Stuttgart. Familie und Freunde sind da. Ich kann es kaum erwarten, morgen Abend zu spielen.

... seine Ansprüche in der Nationalmannschaft: Meine Rolle ist klar, meine Form ist relativ gut. Ich bin gut reingekommen in die Rückrunde. Es ist kein Casting, aber ich freue mich trotzdem und will mich zeigen. Die heiße Phase in der Liga und im Pokal stehen auch bevor. Dort möchte ich gute Leistungen bringen.

... Veränderungen in seinem Spiel: Ich bin konstanter geworden. Je weniger Fehler ein Torwart macht, desto besser ist es. In meinem Aufbauspiel und als Team generell haben viel zielstrebiger nach vorne gespielt.

... Jonas Urbig: Ich habe ihn hier zum ersten Mal kennengelernt. Er ist ein sehr guter Junge, sehr eifrig und schon sehr weit für sein Alter. Was ich von ihm gesehen habe, war sehr, sehr gut.

Kategorien: Männer-Nationalmannschaft, WM 2026

Autor: dfb