Männer-Nationalmannschaft
Havertz: "Wir haben alle dasselbe Ziel"

Die deutsche Nationalmannschaft hat in der Vorbereitung auf die WM in den USA, Kanada und Mexiko am heutigen Mittwoch das erste Training in den USA auf dem Gelände des MLS-Klubs Chicago Fire absolviert. Kai Havertz, der am gestrigen Abend aus London zum DFB-Team dazustieß, spricht über seine Position, Standards und das kommende Testspiel gegen die USA.
Kai Havertz über...
... die Anreise: Gestern bin ich zur Mannschaft gestoßen. Ich freue mich, nun hier dabei zu sein. Die Vorfreude ist da.
... seine Position: Ich kann vielseitig spielen. Bei Arsenal wie auch beim DFB hatte ich schon verschiedene Rollen. Auf den vier offensiven Positionen fühle ich mich am wohlsten. Letztens habe ich auf der Neun gespielt. Mal sehen, wie das Turnier verläuft, es wird aber auch gegnerabhängig sein. Für mich ist es kein großer Unterschied, wo ich spiele.
... sein Defensivspiel: Früher war ich kein Spieler, der viel nach hinten gearbeitet hat. Das hat sich bei Arsenal aber entwickelt. Generell entwickelt sich der Fußball auch in die Richtung, wie zum Beispiel in der Premier League. Jeder Spieler muss defensive Wege gehen. Das wurde in den letzten zwei Jahren auch zu meiner Stärke. Ich will dem Team helfen, wir müssen auch hinten viel arbeiten und in jeder Situation bereit sein.
... die Kaderqualität: Wir haben lieber mehr gute Spieler als weniger. Wir haben viele gute und auch junge Spieler, wie zum Beispiel Jamal. Wir haben im Kader eine Vielseitigkeit, die es im Turnierverlauf braucht. 2014 waren so viele Spieler wichtig, die auch von der Bank kamen und Spiele gedreht haben. Wir brauchen jeden Spieler, der auch auf unterschiedlichen Positionen spielen kann. Klar haben wir eine Grundidee und Jungs, die von Beginn an starten werden. Der Trainer versucht, das bestmöglichst umzusetzen.
... die Stürmer-Konkurrenz: Deniz Statistik spricht für ihn, er hat mit Stuttgart eine überragende Saison gespielt. Er ist in der Nationalmannschaft ein fester Bestandteil, das weiß er und alle Spieler. Keiner fürchtet hier jemanden. Wir müssen als Mannschaft zusammen funktionieren. Jeder muss da sein, wenn er gebraucht wird. Hier herrscht kein großer Kampf, jeder ist für jeden da. Das ist das Wichtigste.
... die Stürmerprofile im Kader: Alle drei Stürmer haben gerne den Ball am Fuß und wollen helfen, den Ball in die Box zu bekommen. Jeder hat andere Stärken. Deniz hat einen guten Riecher in der Box und eine gute Quote und steht oft in den richtigen Positionen. Nick ist auch technisch am Ball top, mit seiner Größe bringt eine gewisse Ausstrahlung mit in der Box. Ich bin eine Art Zwischending. Wir haben unterschiedliche Profile, aber alle dasselbe Ziel. Wir unterstützen uns und es wird kein Drama geben. Wir sind gemeinsam hier und unser gemeinsames Ziel ist es, hier weit zu kommen.
... UNO-Spiele im Team: Ich habe noch nicht mitbekommen, dass UNO gespielt wurde. Ich bin ein guter UNO-Spieler und hoffe auf eine Einladung.
... Standards: Die sind extrem wichtig und können große Spiele entscheiden. Wenn man gerade keine Lösung findet, kann ein ruhender Ball ausschlaggebend sein. Wir haben einen Top-Standardtrainer, der uns zur Seite steht. Er bereitet uns best möglichst auf die Gegner vor. Wir müssen jede Situation ausnutzen, um eine Torchance zu kreieren und zu nutzen. Daran werden wir im Verlauf der nächsten Woche viel arbeiten.
... Leroy Sane: Leroy ist ein Top-Typ, mit dem man jeden Tag Spaß hat. Er verbreitet gute Laune und hat vor allem für junge Spieler immer ein offenes Ohr. Er ist einer der besten Spieler, hat in England und bei Bayern abgeliefert. Auch er kann einen Unterschied machen und Spiele entscheiden. Wir erwarten von ihm, dass er uns auf und neben dem Platz hilft. Wir freuen uns, dass er dabei ist.
... die Torhüter: Darüber wurde genug geredet. Ich habe sie erst heute Morgen so richtig gesehen. Es ist die Entscheidung des Trainers, beide sind überragende Torhüter. Oliver hatte mit Hoffenheim eine überragende Saison. Über Manu muss man nicht viel sagen, er ist der beste Torwart, den ich in meiner Karriere erlebt habe. Deutschland kann froh sein, dass wir solch gute Torhüter dabei haben.
... Elfmeterschützen: Wir haben darüber noch nicht gesprochen. In den letzten Jahren war ich immer der Elfmeterschütze. Aber wir haben auch gute Spieler, die gute Elfmeter schießen können. Eine Hierarchie gibt es noch nicht.
... das USA-Spiel: Die USA haben gute Spieler und ein gutes Team. Viele spielen in den Top-Fünf-Ligen wie in der Premier League. Ich habe mit Pulisic gemeinsam bei Chelsea gespielt, er ist ein guter Spieler. Pochettino ist ein großartiger Trainer. Uns erwartet ein hartes Spiel. Sie spielen eine Heim-WM und ihre Fans sind gespannt. Die USA sind mittlerweile eine Top-Nation geworden.
... die Atmosphäre in den USA: Die US-Amerikaner wollen zuhause ihren Fans zeigen, dass sie da sind. Es wird ein guter Test gegen eine gute Truppe. Wir nutzen das, um die Plätze, die Fans und die Zeitzonen kennenzulernen. Wir gehen die Partie wie ein WM-Spiel an, um Selbstvertrauen zu sammeln.
... Führungsrollen: Ich bin keiner, der vor dem Spiel große Reden schwingt. Auf dem Platz will ich Verantwortung übernehmen und vorangehen, vor allem auch, wenn es nicht läuft. Wir haben viele Erfahrene dabei, auch ich bin nun seit neun Jahren im Profibereich unterwegs. Ich weiß, wie ich jungen Spielern helfen kann. Wir haben neben dem Kapitän weitere Leader, jeder Einzelne muss Verantwortung übernehmen. Wir haben lieber mehr Leader als zu wenige. Deswegen sind wir froh, dass Manu hier ist, weil er auch ohne die Binde am Arm vorangehen wird.
... südamerikanische Gegner: Ich kenne viele südamerikanische Spieler, sie sind freundlich und witzig. Sie lassen ihr Herz für ihren Klub und ihr Land auf dem Platz. Es ist immer schwer, gegen sie zu spielen. Von Ecuador kenne ich Hincapie, mit dem ich bei Arsenal spiele. Gegen ihn zu spielen, ist immer hart. Ich denke, südamerikanische Mannschaften können beim Turnier überraschen.
Kategorien: Männer-Nationalmannschaft, WM 2026
Autor: dfb

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