Männer-Nationalmannschaft

Nagelsmann: "Habe viel Gutes gesehen"

28.03.2026
Julian Nagelsmann: "Wir mussten auch ein paar Widerstände überstehen" Foto: Getty Images

Start ins WM-Jahr geglückt! Nach dem 4:3-Auswärtssieg der deutschen Nationalmannschaft in der Schweiz ordnete Bundestrainer Julian Nagelsmann das Spiel ein und richtete sein Augenmerk auf Gutes, Verbesserungswürdiges und den kommenden Gegner.

Frage: Herr Nagelsmann, wie bewerten Sie die Leistung ihrer Mannschaft gegen die Schweiz?

Julian Nagelsmann: Ich habe viel Gutes gesehen, wir haben viele Tore erzielt und viele Chancen herausgespielt, mussten aber auch ein paar Widerstände überstehen. Die Mentalität fand ich gut, auch, dass wir mit 100 Prozent Spannung unterwegs waren. Die Jungs sind trotz des späten Ausgleichs nochmal verdient zurückgekommen. Trotzdem gibt es ein paar Punkte, die wir besser machen können im Verteidigen.

Frage: Was sagen Sie zum Auftritt von Florian Wirtz?

Nagelsmann: Was ihn auszeichnet, ist sein Engagement - als linker Zehner so viel zu rennen und zu ackern, ist außergewöhnlich. Er ist im Weltfußball ein Name, und wenn er das beibehält, wird er über ganz lange Zeit ganz oben stehen bei allen Klubs, weil er unfassbar gut ist und immer die nötige Power hat. Lothar Matthäus hat als Note eine Eins plus mit Sternchen gegeben. Wer wird ihm widersprechen wollen? Geht nicht.

Frage: Wirtz hatte einen schwierigen Start in Liverpool. Wie haben Sie ihm geholfen?

Nagelsmann: Das war eine ganz normale Situation, die einen jungen Menschen beschäftigt. Er ist ein Mensch, der Gefühle hat und damit erstmal klarkommen muss, dass er Gegenwind kriegt. In der Schärfe war es nicht berechtigt. Wir haben da noch enger zueinander gefunden, haben viele gute Gespräche geführt, in denen er sich extrem geöffnet hat. Er ist ein intelligenter, total offener Typ, wo im Gespräch viel zurückkommt. Aus der Phase kann er viel rausziehen und stärker sein als jemals zuvor.

Frage: Wie bewerten Sie den Auftritt von Nico Schlotterbeck?

Nagelsmann: Er war mit Ball ein bisschen unsicher und unkonzentriert in der ein oder anderen Situation. Das 0:1 hat er mit eingeleitet, aber Haken dran. Ich will, dass die Jungs Dinge probieren und mutig sind, er kriegt keinen Rüffel. Er hat sich gut gefangen und sehr hart verteidigt, sich gegen wuchtige Schweizer super behauptet.

Frage: Und Leroy Sané?

Nagelsmann: Ich erwarte nicht immer zwei Tore und drei Vorlagen, es geht um das Gesamtbild. Er hat aufblitzen lassen, was er kann, aber er kann noch intensiver spielen und es besser machen. Er hat im Verein ordentliche Spielzeit, aber viele entscheidende Spiele nicht gemacht, den fehlenden Rhythmus muss man berücksichtigen. Er bekommt am Montag die nächste Chance, es besser zu machen.

Frage: Was sagen Sie zu Ihrer Mittelfeldzentrale mit Leon Goretzka und Angelo Stiller?

Nagelsmann: Für Leon war der Raum deutlich enger. Er hatte drei sehr gute Situationen, aus allen drei hätte ein Tor entstehen können. Er hat in Umschaltsituationen eine gute Position gehabt, einen guten Einfluss im Anlaufen, das war insgesamt in Ordnung. Angelo hat mit Ball ein super Spiel gemacht, war sehr ruhig, das ist seine große Stärke, er wird selten nervös, wenn er Fußballspielen kann. Er kann aber aggressiver verteidigen wie beim 0:1. Aber er hat es gut gemacht dafür, dass er nachnominiert wurde.

Frage: Wie froh sind Sie über die Rückkehr von Kai Havertz?

Nagelsmann: Er hat sehr gut gespielt, sehr engagiert, ein bisschen hat ihm das Fortune gefehlt. Er hat sehr mannschaftsdienlich gespielt, hatte sechs, sieben sehr gefährliche Situationen. Wenn er die perfekte Fitness findet, ist er für uns auf einem Niveau wie Flo oder Jamal Musiala oder Serge Gnabry heute - ein Unterschiedsspieler.

Frage: Muss am Montag gegen Ghana die Null stehen?

Nagelsmann: Zu null ist immer schön. Ich erwarte und wünsche mir vor allem, dass wir das Spiel gewinnen. Aber das sind nicht meine Bediensteten, die da auf dem Acker stehen...

Kategorien: Männer-Nationalmannschaft

Autor: sid/dfb