DFB-Pokal
Nach frühem Rückstand: FC Bayern dreht Auftaktpartie in Osnabrück

17 Erstligisten hatten zuvor schon den Sprung in die zweite Runde im DFB-Pokal geschafft - Titelverteidiger FC Bayern München ist nun die Nummer 18. Der Rekordpokalsieger setzte sich zum Abschluss der ersten Runde trotz eines frühen Rückstandes mit 4:1 (2:1) beim Zweitliga-Aufsteiger VfL Osnabrück durch. Somit haben sich erstmals seit 18 Jahren und insgesamt erst zum dritten Mal in diesem Jahrtausend alle 18 Bundesligisten in ihrem Auftaktspiel im Pokal behauptet.
Aber der haushohe Favorit, der mit einem 5:1 gegen den VfB Stuttgart in die Bundesligasaison gestartet war, musste mehr zittern als von den meisten vermutet. Denn die Gastgeber gingen durch ein Traumtor von Robin Meißner aus der Distanz früh in Führung (5.). Für die wacker verteidigenden Osnabrücker wurde der wachsende Druck der Bayern jedoch schon Mitte der ersten Halbzeit zu groß. Harry Kane (18.) und Tom Bischof (24.) drehten die Partie binnen sechs Minuten. Doch auch im weiteren Spielverlauf lieferte der Drittligameister der vergangenen Saison dem scheinbar übermächtigen Gegner einen Pokalfight. Erst der dritte Münchner Treffer durch Michael Olise brachte die Entscheidung (73.), Kane erhöhte noch per Foulelfmeter zum 4:1-Endstand (86.).
Meißners Kunstschuss aus der Distanz
Die Bayern überließen nichts dem Zufall und verzichteten im mit 15.741 Fans ausverkauften Stadion an der Bremer Brücke, darunter Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius, auf eine Komplettrotation. Dies verhinderte aber nicht den frühen, überraschenden Rückstand: Nach einem gewonnenen Zweikampf gegen Min-Jae Kim fasste sich Meißner aus knapp 30 Metern ein Herz und jagte den Ball am weit vor seinem Tor stehenden Bayern-Torwart Jonas Urbig vorbei in den Torknick (5.). Der Atmosphäre im gewohnt stimmungsvollen Osnabrück tat dies natürlich keinen Abbruch, und auch die Mannschaft in Lila-Weiß, deren Vorgänger in der Saison 1978/1979 die Bayern schon einmal aus dem Pokal geworfen hatten, agierte aus einer tiefstehenden Defensive heraus weiter frech und versuchte es immer wieder mit Schüssen aus der zweiten Reihe.
Dennoch hatten die Münchner nach dem frühen Schock die deutlich höheren Spielanteile und mit zunehmender Spielzeit mehr Zug zum Tor. So war es nur eine Frage der Zeit, wann der Ausgleich fallen würde. Begünstigt von Osnabrücker Ballverlusten traf zunächst Kane nach einer Chipflanke von Joshua Kimmich in den Rücken der gegnerischen Abwehr per Direktabnahme aus kurzer Distanz (18.). Und die Bayern blieben effizient: Nach einer Münchner Ballstafette konnte VfL-Torwart Jonas Krumrey einen Abschluss von Luis Diaz zwar zunächst noch parieren, den Nachschuss versenkte aber Bischof ins lange Eck sogar zum zweiten Treffer (24.).
Wer nun einen Münchner Spaziergang erwartet hatte, irrte aber gewaltig. Denn auch nach den beiden Toren veränderte sich die rasante Partie nicht. Die Gastgeber verteidigten hinten voller Leidenschaft den nur knappen Rückstand und setzten mit giftigen Gegenstößen den einen oder anderen Nadelstich. Die wohl beste Gelegenheit auf das dritte Tor der Bayern in der ersten Halbzeit vergab Michael Olise mit einem Flachschuss aus dem Rückraum (45.+2).
Osnabrück hält Spiel lange offen
Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit hielt Osnabrück gegen die Dominanz des Kontrahenten gut dagegen - und das Spiel lange offen. Wenn seine Vorderleute geschlagen waren, konnte sich Krumrey mehrfach auszeichnen, wie gegen Ismael Saibari nach einem Flachschuss (59.) oder Kane (61.). Vorne brachten die Gastgeber die Bayern trotz einiger vielversprechender Konter aber kaum in die Bredouille.
Als Osnabrück etwas zwingender zu werden schien, erzwang der Titelverteidiger die Entscheidung: Erst überwand Olise Krumrey nach einem Pass von Lennart Karl mit einem Heber ins lange Eck (73.). Dann zeigte Schiedsrichter Richard Hempel nach einem Foul von Jannik Müller an Aleksandar Pavlovic auf den Elfmeterpunkt (85.), Kane verwandelte ins rechte untere Eck (86.).
Kategorien: DFB-Pokal
Autor: sid/bt

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