3. Liga
MSV Duisburg jagt eigenen Startrekord

Vier Spiele, vier Siege: Der MSV Duisburg ist das einzige Team, das in der 3. Liga eine makellose Bilanz vorweisen kann. Erst zum sechsten Mal überhaupt in der Historie der Spielklasse legte eine Mannschaft mit zwölf Punkten los. Besser als aktuell die "Zebras" stand noch kein Drittligist nach vier Spieltagen da. Dabei wandelt der MSV auf seinen eigenen Spuren. DFB.de mit der Übersicht.
Dass sich die aktuelle Siegesserie der Duisburger auch am zurückliegenden Spieltag fortsetzen würde, war zwischenzeitlich alles andere als absehbar. In der Partie beim SSV Jahn Regensburg (2:1) geriet das Team von Trainer Dietmar Hirsch nach einer Tätlichkeit von Angreifer Lex Tyger Lobinger (25.) zunächst durch eine Roten Karte in Unterzahl. Kurz nach der Pause nutzten die Regensburger dies durch Lucas Hermes (56.) zur Führung aus.
Zehn "Zebras" kamen aber noch zurück. Der eingewechselte Peter Remmert (71.) glich für den MSV aus, Tobias Fleckstein (81.) krönte die Aufholjagd mit einem Spieler weniger noch mit dem entscheidenden Tor zum Auswärtserfolg. "Ich bin sehr stolz", freute sich Dietmar Hirsch. "Absoluter Respekt an das Team. So viel Moral, so viel Wille, so viel Zusammenhalt: Das ist unfassbar. Da ziehe ich den Hut vor meinen Jungs."
Beste Bilanz nach vier Partien
Damit hat der MSV Duisburg nicht nur als insgesamt erst sechstes Team seit der Gründung der 3. Liga zur Saison 2008/2009 die Ausbeute von zwölf Zählern nach vier Partien auf dem Konto. Das aktuelle Torverhältnis von 12:3 ist unerreicht. Damit sind die Duisburger nun besser als Kickers Offenbach (10:2) und der SSV Jahn Regensburg (7:0) in der Spielzeit 2010/2011 sowie der TSV 1860 München (10:3) in der Saison 2022/2023. Auch einen eigenen Wert konnten die Duisburger übertreffen. Erst vor einem Jahr hatte der MSV ebenfalls mit vier Siegen bei einem Torverhältnis von 11:4 losgelegt.
Auch wenn die aktuelle Zwischenbilanz besser ist, hat der Start in die zurückliegende Saison ein besonderes Kapitel in der 3. Liga geschrieben. Mit zwei weiteren Erfolgen stellte der MSV Duisburg mit insgesamt sechs Partien eine neue Bestmarke an Siegen zum Saisonstart auf. Zuvor hatten sich zwei Klubs den Höchstwert von fünf Dreiern nacheinander geteilt.
Trainerwechsel trotz Topstart
Als erster Verein konnte Kickers Offenbach in der Saison 2010/2011 mit dem früheren Bundesligaprofi Wolfgang Wolf (308 Einsätze für den 1. FC Kaiserslautern und die Stuttgarter Kickers) an der Seitenlinie diesen Wert aufstellen. Großen Anteil am erfolgreichen Auftakt des OFC hatte der spätere Erstligastürmer Oliver Occéan, der gleich vier der zwölf Treffer beisteuern konnte. Auf der Gegenseite wurde die Defensive der Kickers um Torhüter Robert Wulnikowski nur dreimal überwunden.
Trotz des erfolgreichen Starts mit 15 Punkten aus den ersten fünf Partien betreute Wolfgang Wolf das Team freilich nicht bis zum Saisonende. Ende Februar 2011 musste der inzwischen 68-Jährige nach der Zwischenbilanz von nur fünf Zählern aus sieben Begegnungen gehen. Unter seinen Nachfolgern Thomas Gerstner (bis Ende April 2011) und Tobias Dudeck (bis Ende Juni 2011) landete der OFC trotz der vielversprechenden Ausgangslage im Aufstiegsrennen in der Endabrechnung nur noch auf Rang sieben. Der SSV Jahn Regensburg, der in der Saison 2010/2011 mit vier Erfolgen ebenfalls sehr gut aus den Startlöchern gekommen war, kam unmittelbar dahinter ins Ziel.
Aufstieg knapp verpasst
Übertroffen werden die Offenbacher und die Regensburger - neben dem MSV Duisburg - nur noch von einem weiteren Verein: Zu Beginn der Spielzeit 2022/2023 ging der TSV 1860 München unter Trainer Michael Köllner - wie auch zuvor der OFC - fünfmal nacheinander als Sieger aus seinen Partien hervor. Auch die Tordifferenz der "Löwen" (plus neun) war mit Kickers Offenbach identisch. Allerdings konnte die Offensive um Marcel Bär (heute FC Erzgebirge Aue) und Fynn Lakenmacher (SV Darmstadt 98) einen Treffer mehr erzielen.
Genau wie der OFC zwölf Jahre zuvor verpasste allerdings auch der TSV 1860 am Saisonende den Aufstieg (Platz acht), nachdem sich der Klub schon Ende Januar 2023 von Trainer Köllner getrennt hatte. Auch für den MSV Duisburg reichte es trotz des Rekordstarts in der abgelaufenen Saison als Aufsteiger "nur" zu Rang vier. Die Teilnahme an der Relegation zur 2. Bundesliga verpassten die "Zebras" erst in einem Herzschlagfinale am 38. und letzten Spieltag durch das 1:1 gegen den FC Viktoria Köln denkbar knapp.
Dresden am längsten unbesiegt
Während der MSV Duisburg den Startrekord an Siegen nacheinander hält und auch jetzt so gut wie kein Team zuvor dasteht, fehlen bis zum Bestwert an Partien ohne Niederlagen noch einige Begegnungen. Die längste Serie an Spielen, in denen nach dem Saisonstart immer mindestens ein Punkt herausgesprungen war, hält Dynamo Dresden.
Die SGD blieb in der Saison 2015/2016 in ihren ersten zwölf Partien unbesiegt und holte dabei unter Trainer Uwe Neuhaus zehnmal die volle Ausbeute (insgesamt 32 Punkte). Bei nur zwei Niederlagen in der gesamten Spielzeit stiegen die Dresdner am Saisonende auch als Meister in die 2. Bundesliga auf. Auf elf Partien ohne Niederlage brachte es in der Spielzeit 2011/2012 der 1. FC Saarbrücken. Bei insgesamt fünf Unentschieden fiel die Ausbeute (23 Punkte) allerdings deutlich geringer aus.
In den ersten acht Partien derselben Spielzeit musste auch der SSV Jahn Regensburg (18) keine Niederlage hinnehmen. Immerhin neunmal ungeschlagen blieb Fortuna Köln (21) zum Auftakt in der Saison 2017/2018. Im gleichen Jahr hatte nach acht Begegnungen auch der spätere Aufsteiger SC Paderborn 07 (22) immer etwas Zählbares mitgenommen.
Auf zehn Partien ohne Niederlage brachte es der MSV Duisburg vor einem Jahr. Mit dem Beginn der Englischen Woche am Samstag (ab 14 Uhr, live bei MagentaSport und im WDR) wird sich in der Partie bei Fortuna Düsseldorf zeigen, ob die Duisburger den Bestmarken zum Start noch näherkommen können.
Kategorien: 3. Liga
Autor: mspw

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