Männer-Nationalmannschaft
Mit Raum und Rüdiger gegen Ecuador

Mit Deniz Undav hatte der Mann der Stunde der deutschen Nationalmannschaft auf dem Podium im WM-Stadion von New York New Jersey Platz genommen. Drei Tore und zwei Torvorlagen in zwei Spielen lautet seine bisherige WM-Bilanz. Damit ist er in der Liste der Topscorer dieser Weltmeisterschaft in bester Gesellschaft – unter anderen mit dem argentinischen Superstar Lionel Messi, dem Brasilianer Vinicius Junior, Erling Haaland aus Norwegen und Kylian Mbappé aus Frankreich.
"Das ist krass, auf der Liste mit den größten Spielern zu sein, die wir haben", sagte Undav am Mittwochabend. Vor allem Messi bewundere er sehr, verriet der Angreifer vom VfB Stuttgart. Am heutigen Donnerstag im abschließenden Gruppenspiel gegen Ecuador (ab 22 Uhr MESZ, live bei MagentaTV und in der ARD) kann Deniz Undav seine Statistik weiter ausbauen. Auch wenn er nicht in der Startelf stehen wird, wie Bundestrainer Julian Nagelsmann im Rahmen der offiziellen Abschlusspressekonferenz verkündete.
"Es ist die berechtigste Frage von allen, dass man darüber diskutiert, ob wir wechseln oder nicht. Wir im Trainerteam haben viel überlegt und mit den Spielern gesprochen", sagte Nagelsmann. "Aber in den Wochen vor der WM war die entscheidende Frage, dass die Mannschaft sich einspielen muss, dass sie nur wenige Spiele gemeinsam hat. Wir haben mit Jamal Musiala, Felix Nmecha und Kai Havertz Spieler, die teilweise ein Jahr weg waren, nicht viele Spiele gemacht haben. Wir haben noch ein Spiel, was wir gewinnen wollen und was wir auch dazu nutzen wollen, uns auf die K.o-Phase vorzubereiten - mit allem, was dazu gehört. Das betrifft Spieler, die beginnen. Das betrifft aber auch Spieler wie Deniz, die eine herausragende Joker-Rolle haben."
"Das Wichtigste ist, dass die Mannschaft gewinnt"
Schließlich stecke hinter den Personalentscheidungen System. "Wir haben eine Idee. Das haben wir Deniz erklärt und auch den anderen Spielern. Wir treffen unsere Entscheidungen nicht aus Jux und Dollerei, sondern aus Überzeugung. Deswegen werden wir morgen die Wechsel vornehmen, die wir vornehmen müssen", sagte Nagelsmann. Demnach ersetzt Antonio Rüdiger den verletzten Nico Schlotterbeck, der am Mittwoch gemeinsam mit der Mannschaft die Reise nach New York antrat – auf Krücken. Und David Raum rückt für Nathaniel Brown in die Startelf, den Frankfurter plagen leichte Adduktorenbeschwerden, als Vorsichtsmaßnahme bleibt er gegen Ecuador draußen.
"Ich versuche, guten Input zu bringen, ob von der Bank oder von Anfang an", sagte Undav. "Das Wichtigste ist, dass die Mannschaft gewinnt, das steht an erster Stelle. Alles andere muss man hinten anstellen. Ich versuche einfach, meinen Job zu erledigen. Das hat jetzt in zwei Spielen gut geklappt." Im Tor wird abermals Manuel Neuer stehen. "Die bisherigen beiden Spiele waren jetzt keine Torwartspiele" sagte Nagelsmann. "Es waren keine Situationen für den Torwart dabei, um Bälle zu halten und Rhythmus zu bekommen."
Nicht nur im German House of Soccer, der Anlaufstelle für Fans in Manhattan, waren am Mittwoch viele deutsche Fans zu sehen, sondern unter anderem auch am legendären Times Square. Undav und Nagelsmann freuen sich nach dem Heimspiel in Toronto, dem 2:1 über die Elfenbeinküste und der vorzeitigen Qualifikation für das Sechzehntelfinale als Gruppensieger, über ein weiteres stimmungsvolles Duell – auch wenn Ecuador am Donnerstag die Stimmungshoheit im Stadion haben dürfte.
"Beide Fanlager dürfen ruhig alles raushauen"
"Im Großraum New York leben 500.000 Ecuadorianer, sie haben zurecht eine große Fanbase. Morgen wird es laut, es sind aber auch viele deutsche Fans da, ich habe heute schon Bilder vom Times Square gesehen", sagte Nagelsmann. "Wir freuen uns drauf. Beide Fanlager dürfen ruhig alles raushauen." Auch Fanliebling Undav meinte: "Das Stadion ist auf jeden Fall riesig, da kann die Stimmung wieder überragend werden. Es sind viele deutsche Fans da, ich hoffe, dass der Support wieder so gut wird wie gegen die Elfenbeinküste."
Vorausblicken auf das Sechzehntelfinale am Montag in Boston wollte der Bundestrainer am Mittwoch noch nicht. "Wir sollten die Kirche im Dorf lassen", sagte Nagelsmann. "Wir haben zwei Spiele gewonnen, eines relativ klar, eines relativ knapp. Jetzt liegt der Fokus auf Ecuador. Und dann mal schauen, wer Montag unser Gegner wird. Wir sollten im Hier und Jetzt bleiben und nicht zu weit vorausschauen." Mit dieser Taktik sind der Bundestrainer und sein Top-Torjäger Undav bislang gut gefahren.
Kategorien: Männer-Nationalmannschaft, WM 2026
Autor: al

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