Männer-Nationalmannschaft

Undav sichert Sieg gegen Elfenbeinküste: DFB-Team im Sechzehntelfinale

20.06.2026
Superjoker in Toronto: Deniz Undav (l.) schießt Deutschland zum 2:1 gegen die Elefenbeinküste Foto: DFB/dpa Picture-Alliance

Die deutsche Nationalmannschaft hat auch das zweite Gruppenspiel bei der FIFA Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko gewonnen und sich bereits für die K.o.-Runde qualifiziert. Das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann siegte in Toronto dank eines Doppelpacks von Joker Deniz Undav (68., 90.+4) mit 2:1 (0:1) gegen die Elfenbeinküste, für die Franck Kessié in der 30. Minute zur Führung getroffen hatte. 

Nagelsmann vertraute derselben Startelf, die zum WM-Auftakt gegen Curacao klar gewonnen hatte. Vor Torhüter Manuel Neuer, der mit seinem 21. WM-Einsatz neuer Rekordtorhüter bei Weltmeisterschaften ist, bildeten Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck innen mit Kapitän Joshua Kimmich und Nathaniel Brown auf den Außen die Viererkette. Im Mittelfeld bildeten Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha die Doppelsechs vor dem Offensivtrio Florian WirtzJamal Musiala und Leroy Sané und der einzigen Spitze Kai Havertz.

Gleich nach Anpfiff hatte Havertz nach langem Ball den ersten Abschluss, zielte aber zu hoch (1.). Die Teams tasteten sich in den folgenden Minuten ein wenig ab, Deutschland hatte mehr Ballbesitz, die Afrikaner lauerten auf Umschaltmomente. Die erste Großchance hatte dann in der zehnten Minute die DFB-Auswahl, doch Torwart Yahia Fofana kratzte den Kopfball von der Torlinie. Auf der Gegenseite zog Wilfried Singo wenig später ab, wurde aber von Nathaniel Brown geblockt (12.).

Deutsches Chancenplus - dann trifft Kessié

Beide Mannschaften gingen früh ins Pressing, setzten den Gegner im Spielaufbau weit in der eigenen Hälfte unter Druck. Musiala hatte von der Strafraumgrenze den nächsten Abschluss, verfehlte das lange Eck aber um einen halben Meter (18.). Ein abgefälschter Fernschuss Nmechas tropfte kurz darauf aufs Tordach (21.). Die folgende Ecke landete zwar über Pavlovic im Tor, doch Schiedsrichter Juan Gabriel Benitez aus Paraguay hatte ein Offensivfoul gesehen (22.).

Und dann stand es plötzlich 0:1: Yan Diomandé setzte sich auf links durch, brachte den Ball an den Fünf-Meter-Raum, wo Kapitän Kessié nach Abpraller abstaubte. Die deutsche Mannschaft musste sich erst einmal schütteln, dann bekam sie aber wieder besseren Zugriff. Wirtz wurde in der 41. Minute am Strafraumrand noch entscheidend geblockt. Und auch in der Nachspielzeit kam er nicht entscheidend zum Abschluss (45.+7). So blieb es zur Pause beim Rückstand.

Superjoker Undav kommt und trifft doppelt

Zur zweiten Hälfte musste Julian Nagelsmann den angeschlagenen Innenverteidiger Nico Schlotterbeck ersetzen, für ihn kam Antonio Rüdiger in die Partie (46.). Die ersten Akzente setzten die Afrikaner mit vielen Ballgewinnen, die erste Chance hatte aber Musiala, dessen Schuss ans Außennetz abgefälscht wurde (48.). Die Ivorer wurden ein ums andere Mal mit ihren schnellen Angreifern gefährlich, erst wurde Kessié (50.) geblockt, dann zielte Christ Inao Oulai (51.) zu hoch. 

Nadiem AmiriJamie Leweling und Deniz Undav sollten das deutsche Offensivspiel beleben, sie ersetzten ab der 60. Minute Jamal Musiala, Leroy Sané und Aleksandar Pavlovic. Deutschland wurde nun wieder dominanter, brachte sich aber noch nicht in klare Abschlusspositionen. In der 63. Minute köpfte Havertz nach einer Ecke dann knapp daneben - es war der Auftakt für eine Drangphase. Und sie mündete im Ausgleich durch Undav, der Amiris Flanke unbedrängt aus fünf Metern volley einschoss.

Elfter Sieg in Serie

Das Momentum war nun auf deutscher Seite, auch wenn sich die Afrikaner dank der obligatorischen Trinkpause etwas sammeln konnten und das Spiel wieder ausgeglichener gestalten konnten. Kai Havertz verließ das Feld für Leon Goretzka (85.), der noch einmal eine physische Komponente ins Spiel bringen sollte. In den Schlussminuten hatten beide Teams noch Chancen auf den Sieg: Zunächst rettete Goretzka gegen Simon Adingra (87.), dann auf der Gegenseite Fofana gegen Browns Schuss (88.). Auch Amiri hatte noch den Sieg auf dem Fuß, schloss aber zu zentral ab (90.+1).

Und dann nutze Undav auch seine zweite Chance nach Zuspiel von Nmecha zum Siegtreffer. Damit drehte das DFB-Team nicht nur die Partie, sondern qualifizierte sich auch vorzeitig fürs Sechzehntelfinale. Nicht zu vergessen: Es war seit dem 3:1 gegen Nordirland am 7. September 2025 der elfte Sieg in Serie für deutsche Nationalmannschaft.

Kategorien: Männer-Nationalmannschaft, WM 2026

Autor: sid/js