U 17-Juniorinnen
Mirja Kropp: "Wir sind eine besondere Gruppe"

Nach zwei Siegen aus zwei Spielen sind die deutschen U 17-Juniorinnen bereits für das EM-Halbfinale qualifiziert und haben das WM-Ticket gelöst. Torhüterin Mirja Kropp spricht nach dem 1:0-Erfolg gegen England im DFB.de-Interview über das Zusammenspiel mit der Abwehr, die Bedeutung des Halbfinaleinzugs und den besonderen Zusammenhalt der Torhüterinnen-Gruppe.
DFB.de: Mirja, herzlichen Glückwunsch zum 1:0-Erfolg gegen England, wie blickst du auf das Spiel?
Mirja Kropp: Es war ein intensives Spiel. Wir waren eklig in den Zweikämpfen und haben die Intensität angenommen. Dieses aktive Verteidigen ist unsere Stärke. Wir haben gezeigt, dass wir auch gegen spielerisch starke Mannschaften mit individuell guten Spielerinnen bestehen können.
DFB.de: In zwei Spielen gab es bisher nur ein Gegentor. Wie funktioniert das Zusammenspiel mit der Abwehrkette?
Kropp: Das läuft richtig gut! Mit der Abwehrkette ist es super, weil sie von sich aus schon sehr viel mitbringen und ein großes Spielverständnis haben. Da brauche ich von hinten auch gar nicht viel zu coachen. Wir haben das Zusammenspiel zwischen Torhüterin und Verteidigung oft trainiert, wie wir das Tor gemeinsam verteidigen. Das wurde richtig gut angenommen und hilft mir enorm.
DFB.de: Sabine Loderer erwartet, dass du dich auch im Spielaufbau mit einbringst, liegt dir das aktive Spiel mit dem Ball am Fuß?
Kropp: Mittlerweile schon. Es hat ein bisschen gedauert, bis sich das entwickelt hat, aber mittlerweile kann ich der Mannschaft viel Ruhe mitgeben. Da kommt mir unser Spielsystem zugute. Ich mag es, mich dort mit einzuschalten und Impulse zu geben.
DFB.de: Gehört dazu auch mal die eine oder andere risikoreiche Aktion?
Kropp: Schon (lacht). Ich bin jemand, der risikofreudiges Spiel mag. Das muss natürlich nicht immer sein, aber hin und wieder geht es schon. Ich finde, es trägt in gewisser Weise zur Ruhe bei, auch mal unruhige Momente zu haben. Das ist nicht etwas, was jeder machen würde, aber ich mag es, so zu spielen. Wenn es eng wird, denke ich nicht groß nach und handle instinktiv. Und dann klappt es auch in der Regel.
DFB.de: Wie gehst du damit um, wenn eine Aktion dann doch mal nicht gelingen sollte?
Kropp: Man hat als Torhüterin keine andere Möglichkeit, das schnell abzuhaken und wieder nach vorne zu blicken, selbst wenn mal ein Fehler passiert. Es hilft niemanden, wenn man dann hinten steht und rumgrummelt. Deswegen muss man einfach direkt wieder die Sicherheit ausstrahlen, die vorher schon da war. Dann nimmt die Mannschaft das auch so an und unterstützt auch dabei.
DFB.de: Die Torhüterinnen-Gruppe gilt oft als eigenes "Team im Team". Was macht die Zusammenarbeit mit Anika Dübel, Clementine Engel und Torwarttrainerin Tanja Bacher aus?
Kropp: Wir sind noch einmal eine besondere Gruppe. Es ist egal, wer spielt, wir supporten uns immer. Jede nimmt ihre Rolle richtig gut an, ich fühle mich durch Anika und Clem total gestärkt. Sie geben mir Sicherheit und das Bewusstsein, dass sie hinter mir stehen, egal was passiert. Und falls ich mal nicht spielen kann, sind sie der Rückhalt für mich und das Team. Wir unterstützen uns gegenseitig und geben uns gegenseitig das Gefühl, die Beste zu sein.
DFB.de: Durch den Sieg der Norwegerinnen gegen Nordirland steht fest, ihr seid als Gruppensieger im Halbfinale und damit auch für die WM in Marokko qualifiziert. Was bedeutet dir das?
Kropp: Das war unser erstes großes Ziel, auf das wir seit bald 22 Monaten hingearbeitet haben. Das jetzt geschafft zu haben, fühlt sich noch immer etwas surreal an. Dieses Team ist wie eine Familie und wir wollen einfach möglichst lange Zeit miteinander verbringen. Deswegen bedeutet es alles für uns, diese WM-Quali geschafft zu haben und noch weiter im Turnier zu sein. Das ist sehr besonders für uns.
DFB.de: Am Sonntag steht zunächst noch das dritte Gruppenspiel gegen Nordirland an. Was nehmt ihr euch für die Partie vor?
Kropp: Jedes Spiel hier ist wichtig, auch wenn wir schon sicher Gruppenerster sind. Dennoch ist es für das Gefühl und für das Team wichtig, dass wir sagen können, wir können gegen jeden Gegner gewinnen – egal ob tief stehend, ob hoch stehend. Wir müssen unseren Fokus wieder schärfen, aber wir sind eine Mannschaft, die das gut kann. Wir sagen jetzt nicht, wir haben die WM-Quali geschafft, das Halbfinale reicht uns. Wir wollen immer mehr, wir wollen die Besten sein. Dieses Mindset nimmt jede an, alle ziehen am selben Strang. Wir wollen alle füreinander diesen Pokal holen und dafür den nächsten Schritt machen.
Kategorien: U 17-Juniorinnen
Autor: yr

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