3. Liga

Lok Leipzig oder Würzburg: Wer schafft es in die 3. Liga?

28.05.2026
Aufstiegsspiele zur 3. Liga: Wer sichert sich den letzten Startplatz? Foto: imago/Collage DFB

In zwei Playoff-Spielen um den Aufstieg kämpfen der 1. FC Lokomotive Leipzig, Meister der Regionalliga Nordost, und der FC Würzburger Kickers aus der Regionalliga Bayern um den 20. und letzten freien Startplatz für die Saison 2026/2027 in der 3. Liga. Das Hinspiel findet am heutigen Donnerstag (ab 19 Uhr) in Leipzig statt, das Rückspiel am Montag (ab 18.30 Uhr) in Würzburg. MagentaSport überträgt jeweils live. Das DFB.de-Zahlenstück.

Klubs mit unterschiedlichen Erfahrungen: Die Situation, zwei Partien um den Aufstieg in die 3. Liga zu bestreiten, kennen sowohl der 1. FC Lokomotive Leipzig als auch die Würzburger Kickers bereits - allerdings mit teilweise unterschiedlichem Ausgang. Die Leipziger verpasste dabei auf die knappste Art und Weise den Sprung in die dritthöchste Spielklasse. Der 1. FC Lokomotive scheiterte am Ende der Saison 2019/2020 nach zwei Unentschieden gegen den SC Verl (2:2, 1:1) lediglich an der damals noch gültigen Auswärtstorregel. Mit Kapitän Djamal Ziane und Farid Abderrahmane waren schon damals zwei Spieler aus dem aktuellen Kader dabei. In der zurückliegenden Saison hatten die von Jochen Seitz trainierten Leipziger gegen den TSV Havelse (1:1 und 0:3 nach Verlängerung) das Nachsehen. Das Gefühl, in die 3. Liga aufzusteigen, kennen dagegen die Würzburger Kickers bereits. Am Ende der Saison 2014/2015 behaupteten sich die Unterfranken nach dem 1:0 im Hinspiel 6:5 im Elfmeterschießen gegen den 1. FC Saarbrücken aus der Regionalliga Südwest. Kapitän Peter Kurzweg stand damals - wie auch bei den nicht erfolgreich verlaufenden Aufstiegsspielen 2023/2024 gegen Hannover 96 II (1:0 und 4:5 im Elfmeterschießen) - schon bei den Kickers unter Vertrag. Nun wird er nach den beiden Duellen mit dem Nordost-Meister seine Karriere beenden.

Nordost-Bayern-Duelle: In dieser Spielzeit wird insgesamt zum 14. Mal seit der Einführung der Playoff-Duelle mindestens ein Aufsteiger in die 3. Liga in zwei Aufstiegsspielen ermittelt. Dabei kommt es allerdings erst zum zweiten Mal zum Aufeinandertreffen zweier Teams aus den Regionalliga-Staffeln Nordost und Bayern. Die Premiere gab es in der Saison 2022/2023. Niclas Anspach und Mathias Fetsch legten mit ihren Toren für den damaligen Bayern-Meister SpVgg Unterhaching bereits im Hinspiel mit einem 2:1-Auswärtssieg beim Nordost-Vertreter FC Energie Cottbus den Grundstein für den Schritt in die 3. Liga. Jonas Hildebrandt hatte zwischenzeitlich für die Lausitzer ausgleichen können. Im Rückspiel im heimischen Sportpark Unterhaching legte die SpVgg dank der Treffer von Mathias Fetsch und Simon Skarlatidis ein 2:0 zum Aufstieg nach.

Regionalliga Nord am erfolgreichsten: Durch den Vorjahreserfolg des TSV Havelse schafften bislang sieben von elf Nord-Regionalligisten über die Aufstiegsspiele den Schritt in die 3. Liga. Den Bestwert hatte sich die Nord-Staffel zuvor mit der Regionalliga Bayern (sechs von zehn Teilnehmern) geteilt. Die Vereine aus der Regionalliga Südwest - die bis zur Saison 2017/2018 sogar mit jeweils zwei Vertretern am Start waren - kommen dagegen nur auf drei Aufstiege bei zwölf Versuchen. Seit der Saison 2018/2019 steigt der Südwest-Meister - wie seit 2020/2021 auch der West-Titelträger - direkt auf.

Nordost-Klubs zuletzt viermal unterlegen: Die Teilnehmer aus der Regionalliga Nordost hatten in den Aufstiegsspielen lange Zeit eine äußerst positive Bilanz. Mit Ausnahme der TSG Neustrelitz (2013/2014 gegen die U 23 des 1. FSV Mainz 05) konnten sich fünf der ersten sechs Nordost-Meister jeweils in den Aufstiegsspielen durchsetzen. Der FC Energie Cottbus war in der Saison 2018/2019 (3:2 und 0:0 gegen den SC Weiche Flensburg 08) allerdings der bislang letzte Vertreter aus der Nordost-Staffel, dem das gelang. Neben dem aktuellen Teilnehmer 1. FC Lokomotive Leipzig (2019/2020 gegen den SC Verl und 2024/2025 gegen den TSV Havelse) und dem BFC Dynamo (2021/2022 gegen den VfB Oldenburg) scheiterte in der Saison 2022/2023 auch der FC Energie Cottbus an der SpVgg Unterhaching (1:2 und 0:2). Die Nordost-Klubs gingen somit viermal in Serie als Verlierer aus den Aufstiegsspielen hervor.

Die Rekordteilnehmer: Bei der deutlich höheren Anzahl an Teilnehmern aus der Regionalliga Südwest überrascht es nicht, dass immer noch zwei der insgesamt fünf Rekordteilnehmer aus eben dieser Spielklasse kamen. Im Jahr der Einführung der Aufstiegsspiele (2012/2013) stieg die SV 07 Elversberg nach einem 3:2 und einem 1:1 gegen die zweite Mannschaft des TSV 1860 München in die 3. Liga auf. Bei den beiden weiteren Teilnahmen der Saarländer (2015/2016 gegen den FSV Zwickau und 2016/2017 gegen die SpVgg Unterhaching) hatte jeweils der Gegner das bessere Ende für sich. Auf ebenfalls drei Teilnahmen kam die U 23 des VfL Wolfsburg. Allerdings gelang dem (mittlerweile aufgelösten) Wölfe-Nachwuchs weder 2013/2014 (0:0 und 0:1 gegen die SG Sonnenhof Großaspach) noch 2015/2016 (1:0 und 0:2 gegen den SSV Jahn Regensburg) oder 2016/2017 (3:1 und 1:4 gegen die U 23 des FC Bayern München) der Schritt nach oben. Noch bitterer war es für den SV Waldhof Mannheim, der ab der Spielzeit 2015/2016 sogar dreimal in Folge (Sportfreunde Lotte, SV Meppen und KFC Uerdingen 05) den Sprung von der Regionalliga Südwest in die 3. Liga erst in den Aufstiegsspielen verpasste. Kleines "Happy End" für den SV Waldhof: In der Saison 2018/2019 stiegen die Mannheimer - nach einer Änderung der Aufstiegsregelung - als erster Meister der Regionalliga Südwest direkt in die 3. Liga auf und konnten sich dort auch etablieren. Der 1. FC Lokomotive Leipzig und die Würzburger Kickers erweitern nun die Riege der Rekordteilnehmer.

Heimniederlagen mit Folgen: Geht man nach der Statistik, dann könnte ein Erfolg der Würzburger Kickers im Hinspiel beim 1. FC Lokomotive Leipzig schon fast die "halbe Miete" für den Aufstieg in die 3. Liga sein. Bislang ist es noch keiner Mannschaft in den Aufstiegsspielen zur 3. Liga gelungen, eine Heimniederlage im Hinspiel in der folgenden Auswärtsbegegnung noch zu drehen. Mit der zweiten Mannschaft des 1. FSV Mainz 05 (2:0 und 3:1 gegen die TSG Neustrelitz in der Saison 2013/2014), den Würzburger Kickers (1:0 und 6:5 im Elfmeterschießen gegen den 1. FC Saarbrücken 2014/2015), dem FC Carl Zeiss Jena (3:2 und 0:1 gegen dem FC Viktoria Köln 2016/2017), dem TSV 1860 München (3:2 und 2:2 gegen den 1. FC Saarbrücken), dem FC Energie Cottbus (3:2 und 0:0 gegen den SC Weiche Flensburg/beide 2017/2018), dem TSV Havelse (1:0 und 1:0 gegen den 1. FC Schweinfurt 05/2020/2021) dem VfB Oldenburg (2:0 und 1:2 gegen den BFC Dynamo) und der SpVgg Unterhaching (2:1 und 2:0 gegen Energie Cottbus) hatte in allen bisherigen acht Fällen jeweils die zunächst auswärts erfolgreiche Mannschaft auch nach Abschluss beider Partien das bessere Ende für sich, wenn auch mehrmals äußerst knapp.

Der Modus: Die Aufstiegsspiele werden mit Hin- und Rückspiel ausgetragen. In diesem Jahr hat der Vertreter aus der Staffel Nordost, der 1. FC Lokomotive Leipzig, im Hinspiel am Donnerstag (ab 19 Uhr, live bei MagentaSport) zunächst Heimrecht gegen Bayern-Vertreter Würzburger Kickers. Bei Punkt- und Torgleichstand nach beiden Partien ist die Anzahl der auswärts erzielten Tore - wie im Europapokal - nicht mehr ausschlaggebend. Bei einem Remis in der Summe beider Partien geht das Rückspiel (Montag, ab 18.30 Uhr, live bei MagentaSport) in die Verlängerung (zweimal 15 Minuten). Fällt auch dort keine Entscheidung, folgt ein Elfmeterschießen.

Kategorien: 3. Liga

Autor: mspw