DFB-Pokal
Leverkusen dreht Pokalspiel gegen Nürnberg

Geärgert, aber nicht geschlagen: Bayer Leverkusen hat ein vorzeitiges Ausscheiden in der zweiten DFB-Pokalrunde gegen den starken Zweitligisten 1. FC Nürnberg abgewendet. Die Werkelf drehte einen 0:2-Rückstand gegen die Franken noch in einen 5:2 (1:2)-Heimsieg. Auch der FC Bayern München ließ im Vergleich Erstligist gegen Zweitligist mit einem 6:1 (2:1) gegen den 1. FC Magdeburg nichts anbrennen. Der 1. FC Kaiserslautern setzte sich im Zweitligaduell der ehemaligen Pokalsieger mit 2:0 (1:0) bei Hannover 96 durch. Die TSG Hoffenheim musste beim Zweitligisten Holstein Kiel ins Elfmeterschießen und schied dort mit 3:4 aus. Nach 90 und 120 Minuten hatte es 1:1 gestanden.
Nürnberg brachte Bayer mit Toren durch Rafael Lubach (14.) und Sigurd Haugen (30.) an den Rand einer Niederlage, doch Edmond Tapsoba (41., 49.) brachte den zweimaligen Titelträger fast im Alleingang wieder auf Kurs. Patrick Schick (70.), Jonas Hofmann (78.) und Lucas Vazquez (89.) drehten das Spiel endgültig zugunsten Leverkusens. Michael Olise (10., 50., Foulelfmeter), Ismael Saibari (21.), Lennart Karl (70.), Nathaniel Brown (73.) und der eingewechselte David Santos (90.+3) sorgten letztendlich für einen deutlichen Sieg der Bayern. Magdeburg hielt die Partie aber lange offen und kam durch Mateusz Zukowski (15.) sogar zwischenzeitlich zum Ausgleich. Kaiserslautern hielt am Maschsee gegen druckvoller Hannoveraner lange eine knappe Führung durch Milos Lukovic (14.), erst kurz vor Schluss legte der eingewechselte Ivan Prtajin (87.) nach. Für Hoffenheim besorgte Adam Hlozek (11.) die Führung, ehe Adrian Kapralik (23.) für Kiel den Spielstand egalisierte. Im Elfmeterschießen hielt Kiels Torwart Lio Rothenhagen den entscheidenden Versuch von Hoffenheims Mats Rots.
Leverkusen dreht spät auf
Den favorisierten Leverkusenern gehörte im Duell gegen den ambitionierten Zweitligisten mit guten Chancen die Anfangsphase, doch das Tor fiel auf der anderen Seite. Nach der überraschenden Führung der Nürnberger gestalteten die Franken die Begegnung völlig offen - und legten sogar nach einem mustergültigen Konter von Haugen nach. Die Werkself, zuletzt 2024 Pokalsieger, musste sich kurz schütteln, schaltete aber kurz vor dem Pausenpfiff einen Gang hoch und kam so zum Anschlusstreffer durch Tapsoba, der eine Ecke mit der Schulter über die Linie wuchtete.
Nach der Pause wechselte Leverkusen dreimal - und es ging so weiter, wie der erste Durchgang aufgehört hatte: Nach einer Ecke war Tapsoba mit dem Ausgleich zur Stelle - diesmal im Nachfassen, nachdem sein erster Kopfball von FCN-Keeper Jan Reichert noch abgewehrt worden war. Die Gastgeber drückten nun auf die Führung. Aleix Garcia vergab freistehend (59.), aber dennoch war der dritte Treffer nur eine Frage der Zeit. Nach einem Foul von Alexios Kalogeropoulos an Schick zeigte FIFA-Schiedsrichter Felix Zwayer auf den Elfmeterpunkt. Der Gefoulte verwandelte selbst, bevor Hofmann und Vazquez das Ergebnis sogar noch deutlicher gestalteten.
Magdeburg hält lange gut mit
Die frühe Führung der Münchner gegen Magdeburg war weniger überraschend, die Art und Weise schon: Olise schloss einen mustergültigen Konter zur Führung des Rekordpokalsiegers ab, der zuvor schon einige gute Gelegenheiten hatte. Doch das Team aus Sachsen-Anhalt, das vor 26 Jahren in einem legendären Zweitrundenspiel den FC Bayern nach Elfmeterschießen aus dem Pokal geworfen hatte, ergab sich nicht und kam durch einen von Hiroki Ito unglücklich abgefälschten Distanzschuss von Torjäger Zukowski fünf Minuten später zum Ausgleich. Die erneute Antwort der Bayern, die das Spiel erwartungsgemäß diktierten, ließ durch Saibari aber nicht lange auf sich warten. Magdeburg verkaufte sich aber auch in der Folgezeit teuer, setzte mit so manchem Gegenstoß aber den einen oder anderen empfindlichen Nadelstich und hielt so die Sinne der Münchner geschärft. Magdeburgs Baris Atik traf in der Nachspielzeit der ersten Hälfte sogar noch den Pfosten (45.+1).
Nach einem Foulspiel von Pierre Nadjombe gab es einen Foulelfmeter für die Bayern, den Olise locker lässig verwandelte. Daraufhin war der Widerstand der Magdeburger weitestgehend gebrochen und München machte es deutlich.
Hannover macht nichts aus Überlegenheit
Im Vergleich zu schwächeren Auftritten in der 2. Bundesliga zeigte Hannover im Pokal ein anderes Gesicht und dominierte die erste Halbzeit mit viele Torgelegenheiten. Dennoch ging der Pokalsieger von 1992 nach einem platzierten Flachschuss von Lukovic mit einem Rückstand in die Pause. Die Pfälzer konnten sich zudem einmal mehr bei ihrem starken Schlussmann Julian Krahl bedanken, der reihenweise Hannoveraner Chancen vereitelte.
Auch im zweiten Durchgang spielte Hannover zeitweise auf ein Tor, blieb aber weiter abschlussschwach. Der FCK verteidigte die Führung mit Glück und Geschick und kam kurz vor Schluss sogar zum zweiten Treffer.
Rothenhagen wird zum Elfmeterhelden
Hoffenheim erwischte mit der frühen Führung nach einem Gewaltschuss aus zwölf Metern von Hlozek im hohen Norden den besseren Start und wähnte sich nach einem vermeintlichen 2:0 durch Tim Lemperle bereits mit einem Bein im Achtelfinale (22.). Doch der Treffer zählte aufgrund einer Abseitsstellung nicht. Im unmittelbaren Gegenzug traf Kapralik nach einem Tempolauf mit der Pike postwendend zum Ausgleich (23.). Dadurch verlor Hoffenheim den Faden und hatte sogar Glück, dass der enteilte Phil Harres mit einem Alleingang kurz vor der Pause an Hoffenheims Pokalkeeper Luca Philipp scheiterte (45.+1).
Der zweite Durchgang begann mit einer Schrecksekunde für Kiel, als Torwart Lio Rothenhagen den Ball dem eingewechselten Fisnik Asllani genau in die Füße spielte, seinen Fehler dann aber selbst mit einer Glanzparade korrigierte (50.). Auch in der Folgezeit drückte der Erstligist auf die erneute Führung. Die größte Chance zum Sieg hatte aber Kiel, als Kasper Davidsen mit einem wuchtigen Kopfball an Philipp scheiterte (81.).
In der Verlängerung war der Bundesligist dem Treffer näher als die "Störche". Die beste Chance hatte aber Giorgi Kvilitaia, der einen Kopfball für die Kieler über die Querlatte setzte (104.). Im zweiten Durchgang schenkten sich beide Mannschaften nichts, die Entscheidung fiel aber im Elfmeterschießen. Dort setzte Kiels Kvilitaia den Ball zu Beginn an den Pfosten, bevor nach zwei Treffern auf beiden Seiten Hoffenheims Leon Avdullahu den Ball über das Tor schoss. Beim entscheidenden Elfmeter verließen Rots die Nerven.
Kategorien: DFB-Pokal
Autor: sid/bt

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