Männer-Nationalmannschaft

Kapitän Kimmich: "Es geht auch um die Art und Weise"

24.03.2026
Kimmich: "Ich habe als Kapitän eine andere Rolle als bei den Turnieren vor vier oder acht Jahren" Foto: GES

Für die deutsche Nationalmannschaft beginnt mit dem ersten Länderspiel des Jahres am Freitag (ab 20.45 Uhr, live bei RTL) in Basel gegen die Schweiz die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko (11. Juni bis 19. Juli). Für Joshua Kimmich ist es das erste große Turnier als Kapitän der DFB-Auswahl. Vor der Partie gegen die Schweiz spricht der 31 Jahre alte Defensivspieler über die Stimmung im Team und seine veränderte Rolle in der Nationalmannschaft. DFB.de hat mitgeschrieben.

Joshua Kimmich über ...

… die aktuelle Situation: Ich hoffe, dass alle gesund und in einer guten Form sind. Wir kommen in eine Saisonphase, wo es das Wichtigste ist, fit und in einer guten Form zu sein. Es ist schade, dass der ein oder andere ausfällt. Die Spiele jetzt geben uns die Chance, näher zusammenzurücken und zusammenzuwachsen. Da erwartet man, dass jeder sich dem großen Ganzen hundert Prozent hingibt und wir uns entwickeln. Damit wir dann bereit sind, wenn es wirklich drauf ankommt.

… die Ausfälle: Schade, dass der ein oder andere nicht dabei ist. Ich drücke die Daumen, dass die Jungs schnell wieder dabei sind und dass es keine größeren Verletzungen sind. Wir sind auch davon abhängig, dass alle gesund und bereit sind.

… die Bedeutung der Länderspiele gegen die Schweiz und Ghana: Der Kader wird zum Turnier wieder ein bisschen anders aussehen. Wir konzentrieren uns auf die beiden Spiele. Danach auf die zwei Monate, die noch kommen, und dann die WM. Es ist wichtig, dass wir jetzt zwei positive und gute Spiele hinlegen. Im letzten Spiel gegen die Slowakei hat man gesehen, dass es nicht nur um das Ergebnis geht, sondern auch um die Art und Weise. Jetzt haben wir zweimal die Möglichkeit, wieder so aufzutreten. Jedes Spiel ist eine Chance, uns zu entwickeln und zu verbessern. Wir wollen die Spiele seriös angehen. Das sind keine Qualispiele, deswegen können wir es als Chance sehen, uns losgelöst von dem Druck einzuspielen und uns auf dem Platz besser kennenzulernen. Im Verein kann man viel auf dem Platz trainieren und ausprobieren, in der Nationalmannschaft ist das schwieriger, weil man nicht so viele Spiele hat. 

… das Spiel in Basel: Es war ein unangenehmes Spiel für uns bei der EM gegen die Schweiz. Ich erwarte wieder einen unangenehmen und harten Gegner, der uns fordern wird.

… seine veränderte Rolle als Kapitän der Nationalmannschaft: Man wächst in eine andere Rolle über die Jahre. Ich habe als Kapitän eine andere Rolle als bei den Turnieren vor vier oder acht Jahren. Die Bilanz ist nicht gut, ändert aber nichts an der Herangehensweise in den Turnieren. Wir sind kein Topfavorit, weil wir in den vergangenen Turnieren nicht abgeliefert haben. Wenn das erste Spiel losgeht, geht es aber nur um das Spiel und sonst nichts anderes, völlig losgelöst davon, wie die vergangenen Turniere liefen.

… Bundestrainer Julian Nagelsmann: Er hat sich nicht großartig verändert in seiner Herangehensweise und Vorbereitung. Die Vorbereitung auf die EM war sehr gut. Es ist eine Stärke von einem Trainer, beständig zu sein. Die Situation nach außen hin ändert sich immer mit Sieg und Niederlage, deswegen ist eine Beständigkeit nach innen wichtig. Julian hat seine Überzeugung und einen Plan, den er in die Mannschaft bringen will. Natürlich werden Dinge angepasst, und es wird reagiert. Hinsichtlich Verlässlichkeit ist es aber wichtig, einen Trainer zu haben, der an seine Prinzipien glaubt.

… die Qualität des deutschen Kaders: Es zählt, was wir auf dem Platz bringen. Auch der beste Kader der Welt hat keine Garantie, Titel zu gewinnen. Es ist nicht wichtig, den besten Kader der Welt zu haben, sondern das beste Team der Welt. Dem muss sich jeder unterordnen, jeder muss alles in die Waagschale werfen.

… die Erwartung an Neulinge in der Mannschaft: Jeder soll Vollgas geben und sich in jeder Trainingseinheit zeigen. Da kann jeder Spieler als gutes Vorbild vorangehen. Man versucht, die neuen Spieler zu unterstützen. Für die Neuen ist es aber auch wichtig zu wissen, dass sie dabei sind, weil sie gute Spiele gezeigt und eine gewisse Qualität haben. Jeder sollte genug Selbstvertrauen haben, keiner soll ängstlich sein.

… Angelo Stiller: Angelo ist ein Spieler, der in sehr guter Form ist und einen großen Anteil an der guten Situation des VfB hat. Ich freue mich immer für Mannschaften, die viele deutsche Nationalspieler haben, das hilft uns. Wenn man eine gewisse Anzahl an Spielern aus einem Verein hat, erleichtert das vieles. Angelo bringt eine Qualität mit, die uns in der Nationalmannschaft hilft.

… Lennart Karl: Lennart macht es gut. Er hat eine gute Einstellung, weil er eine gute Mischung hat zwischen Selbstvertrauen und einer gewissen Laissez-faire-Haltung. Das braucht man, um bei Bayern und beim DFB in jungem Alter zu spielen. Er ist sehr mutig auf dem Platz, das mag ich sehr bei jungen Spielern. Er sucht seine Aktionen und den Abschluss, der sehr gut ist. Er ist ein Spieler, der versteht, wie er in Situationen kommt, wo er seine Stärken ausspielen kann. Er kann uns bei der Nationalmannschaft helfen.

… Jamal Musiala: Jamal ist ein ganz wichtiger Spieler. Wir hoffen sehr, dass er schnell wieder gesund zurückkommt. Er hat eine größere Verletzung gehabt, da ist es nicht so einfach, direkt wieder auf dem Toplevel zu spielen. Jamal macht es gut im Moment. In den Spielen, in denen er gespielt hat, hat man gemerkt, wie torgefährlich er ist. Er hat gezeigt, dass er ein ganz besonderer Spieler ist. Er bringt Qualitäten mit, die sehr besonders sind im Weltfußball.

… Antonio Rüdiger: Antonio ist ein sehr wichtiger Spieler. Manchmal vergisst man, was er abliefert. Er ist bei Real Madrid Stammspieler, kommt jedes Jahr weit in der Champions League. Davon haben wir nicht viele Spieler im Kader. Toni ist immer ein Spieler, auf den man sich verlassen kann. Als Mitspieler muss man sich bei ihm keine Gedanken machen. Er hat sehr oft bewiesen, dass er auf dem allerhöchsten Niveau performen kann.

… seine eigene Position: Generell haben wir eine andere Grundordnung als beim FC Bayern. Egal, ob ich auf der Sechs oder rechts hinten spiele, werde ich meine Qualitäten und Stärken einbringen.

… die Arbeit der Kimmich-Academy mit dem DFB: Es war ein Tag für Trainer und Interessierte. Wir haben mit der Kimmich-Academy und dem DFB eine Veranstaltung organisiert, bei der Hannes Wolf die Trainingsphilosophie Deutschland vorgestellt hat. Wir waren in meiner Heimatregion und haben viele Trainer und Betreuer aus dem Jugendbereich eingeladen - mit dem Ziel, den Menschen näherzubringen, wie man qualitative Trainingsinhalte bringen kann. Wir wollen Ehrenamtliche fördern, die an der Basis arbeiten. Das Ziel meiner Academy ist es, etwas in meiner Heimatregion zurückzugeben.

Kategorien: Männer-Nationalmannschaft

Autor: dfb