Männer-Nationalmannschaft
Kapitän Kimmich: "Alle wichtigen Dinge vermissen lassen"

Ratlosigkeit auf dem Platz, Selbstkritik am Mikrofon. Die Nationalmannschaft und Bundestrainer Julian Nagelsmann gehen nach dem 0:2 gegen die Slowakei in Bratislava und dem Fehlstart in die WM-Qualifikation hart mit sich ins Gericht. DFB.de hat die Stimmen zum Spiel.
Joshua Kimmich: Wir haben in keiner Phase Mut und Gier gezeigt. Wir sind schlecht ins Spiel gestartet und haben alle wichtigen Dinge vermissen lassen. Da müssen wir nicht über System oder Taktik sprechen. Es ist eine Einstellungssache und das war schon in den letzten Spielen das Problem. Es ist nun nicht der richtige Ansatz, uns gegenseitig zu zerlegen. Wir wissen, dass es heute nicht genug war. In drei Tagen haben wir die Chance, es besser zu machen. Wenn wir so auftreten wie heute, dann wird es nichts mit der WM-Qualifikation. Wir werden aber daran nicht zerbrechen. Wir glauben an unsere Qualität, diese müssen wir aber auch auf den Platz bringen. Jeder muss wissen, was auf dem Spiel steht.
Julian Nagelsmann: Ich finde, dass wir emotional deutlich unterlegen waren. Ein Gegner, der emotionaler spielt, bringt mehr Leistung auf den Platz als wir. Wenn wir uns die letzten zehn Jahre der Mannschaft anschauen, dann sollte uns bewusst sein, dass wir hier nicht mit 80 Prozent hinfahren und das locker gewinnen können. Heute waren wir meilenweit von einer guten Leistung entfernt. Wir haben die besten Spieler Deutschlands ausgewählt. Vielleicht müssen wir aber auf weniger Qualität und mehr auf Spieler setzen, die alles geben. Ich habe Vertrauen in die Mannschaft, aber wir müssen die Spiele anders angehen. Jeder Spieler muss verstehen, dass wir Spiele nicht mit angezogener Handbremse gewinnen können. Wir haben noch fünf Spiele und die müssen wir alle gewinnen.
Oliver Baumann: Die Slowaken warendeutlich besser bei den zweiten Bällen. Wir haben es nicht geschafft, die Räume eng zu halten, kompakt und sicher zu stehen. Die Slowaken waren emotionaler, wir haben Akzente gesetzt und Möglichkeiten bekommen, aber es hat das Tor gefehlt. Dadurch war der Schwung deutlich mehr beim Gegner. Wir dürfen uns jetzt nicht selbst zerfleischen. Wir müssen uns darauf konzentrieren, die Grundlagen auf den Platz zu bringen. Wenn das klappt, haben wir die fußballerische Qualität, um gut zu spielen. Heute war es aber definitiv ein Rückschlag.
Jonathan Tah: In allen Phasen des Spiels hatten wir wenig Zugriff, sowohl mit als auch ohne Ball. Wir haben verdient verloren, das kann man nicht leugnen. Es war ein schlechtes Spiel von uns heute. Das entspricht nicht unserem eigenen Anspruch und dem, was wir von uns erwarten. Wir müssen das aufarbeiten, ehrlich mit uns sein und es im nächsten Spiel besser machen.
Kategorien: Männer-Nationalmannschaft, WM 2026
Autor: dfb

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