Männer-Nationalmannschaft
Deutschland kassiert historische Niederlage in der Slowakei

Die deutsche Nationalmannschaft hat einen bitteren Fehlstart in die WM-Qualifikation hingelegt. Die DFB-Auswahl unterlag in ihrem ersten Spiel auf dem Weg zur WM 2026 in Bratislava gegen die Slowakei mit 0:2 (0:1) und muss das Feld in Gruppe A nun von hinten aufrollen. Für das DFB-Team war es die allererste Niederlage in einem Auswärtsspiel in der WM-Qualifikation überhaupt in seiner 117-jährigen Geschichte und zudem die erste Niederlage in einem Pflichtspiel gegen die Slowakei.
Gegen quirlige Slowaken tat sich das deutsche Team über weitere Strecken der Partie sehr schwer. David Hancko kurz vor der Pause (42.) und David Strelec mit einem sehenswerten Schlenzer (55.) erzielten die Treffer für den WM-Teilnehmer von 2010, der sich zunächst an die zweite Stelle in Gruppe A setzte. Im anderen Gruppenspiel unterlag Luxemburg gegen Nordirland mit 1:3.
Erster Warnschuss nach zwei Minuten
Die Slowaken erwischten den besseren Start und hatten bereits nach nicht einmal zwei Minuten eine erste Großchance: Eine scharfe Hereingabe des früheren Bundesligaprofis Ondrej Duda verpasste im Zentrum der einschussbereite Innenverteidiger Lubomir Satka knapp (2.). Mit giftigem Pressing machte die Slowakei, die bei der EM 2024 im Achtelfinale erst nach Verlängerung an England gescheitert war, dem deutschen Aufbauspiel das Leben schwer. Das DFB-Team brauchte einige Minuten, um sich an diese Herangehensweise zu bemühen.
Das DFB-Team ließ schon in der Anfangsviertelstunde ebenfalls eine offensive Grundausrichtung erkennen. Gerade der schnelle Nnamdi Collins, der auf der rechten defensiven Außenbahn sein Debüt in der Nationalmannschaft gab, trat zunächst durch einige Tempoläufe in Erscheinung und belebte ebenso wie Maximilian Mittelstädt auf der anderen Seite das deutsche Angriffsspiel. Klare Torgelegenheiten sprangen gegen die kompakt stehende gegnerische Defensive zunächst aber nicht heraus.
Nach 20 Minuten nisteten sich stattdessen die Slowaken wieder in der deutschen Hälfte ein. Nach einem Steilpass von Strelec scheitere der erst 19-jährige Leo Sauer aus neun Metern an DFB-Torwart Oliver Baumann (21.). Nach der folgenden Ecke von Duda, die zur Überraschung aller am Außenpfosten landete (22.), gab es nur zwei Minuten später ein schnelles Wiedersehen von Sauer und Baumann, doch auch im zweiten Versuch verhinderte Baumann zwei Minuten später einen deutschen Rückstand (23.).
Hancko leitet Führung selber ein
Deutschland war nun mehr als gewarnt und schaltete sich wieder ins Angriffsspiel ein. Doch erst scheiterte Mittelstädt per Nachschuss aus der Distanz an Torwart Martin Dubravka (24.), dann Antonio Rüdiger per Kopf nach einer Ecke (25.) und schließlich Kapitän Joshua Kimmich auf dem Rückraum (27.). Auf der anderen Seite machte der quirlige Sauer weiter ordentlich Dampf - und Jonathan Tah musste für den bereits geschlagenen Abwehrkollegen Rüdiger klären (28.).
In Richtung Halbzeit blieb es ein wildes Spiel mit offenen Visier auf beiden Seiten - es ging munter hin und her. In der 32. Minute fand Wirtz mit einem Flachschuss aus zehn Metern gegen Dubravka seinen Meister, auch die Gastgeber stellten die deutsche Abwehr immer wieder vor Probleme. An der Seitenlinie machte Bundestrainer Julian Nagelsmann aus seiner Unzufriedenheit keinen Hehl, als hätte er geahnt, was folgen sollte: der slowakische Führungstreffer. Nach einem Ballverlust von Wirtz in der slowakischen Hälfte leitete Hancko mit einem Tempolauf seinen eigenen Treffer selbst ein. Nach einer Rückgabe von Strelec von der Grundlinie überwand der 24-Jährige Baumann aus zehn Metern (42.).
Strelec erstickt deutschen Schwung im Keim
Mit David Raum für den zunehmend in die Bredouille geratenen Collins und mit neuem Mut kam das DFB-Team aus der Kabine und erspielte sich mit einem Schuss von Leon Goretzka auf den kurzen Pfosten eine erste gute Gelegenheit (48.). Doch auch die Slowakei behielt ihren Schwung aus Durchgang eins bei. Nahezu nach einer Kopie des Gegentreffers spielten sich die flinken Gastgeber nach vorne und scheiterten mit Strelec erst an Baumann (54.). Eine Minute später sollte Strelec aber Gelegenheit zum Jubeln haben: Der Offensivspieler des FC Middlesbrough dribbelte Rüdiger aus und schlenzte den Ball unhaltbar in den Torwinkel zum 2:0 aus slowakischer Sicht (55.).
Eine Antwort des DFB-Teams auf den zweiten Gegentreffer ließ leider auf sich warten. Die Slowakei blieb das aktivere Team, während der viermalige Weltmeister in einer nun tempoärmeren Partie Ideenlosigkeit offenbarte und kaum Torgefahr erzeugte. Ein Flachschuss von Goretzka brachte immerhin einen Eckstoß ein (71.).
In der Schlussphase versuchte es die Nagelsmann-Elf gegen verwaltende Slowaken vermehrt mit hohen Bällen, doch auch dies erwies sich als wenig erfolgsversprechend. In der Nachspielzeit prüfte Satka seinen eigenen Torwart mit einem Querschläger (90.+4). Aus Sicht der Nationalmannschaft war es heute ein Abend zum Vergessen!
Kategorien: Männer-Nationalmannschaft, WM 2026
Autor: sid/bt

Europameister Hrubesch wird 75: "Kopfball-Ungeheuer" und Erfolgstrainer
Heute wird Horst Hrubesch 75 - und blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück. Er hat den deutschen Fußball über Jahrzehnte geprägt - als Spieler auf und als Trainer neben dem Platz. Vom Europameister 1980 bis zum Trainer-Preisträger 2009.

Fritz und Ottmar Walter: Das erste Brüderpaar im DFB-Dress
Heute vor 75 Jahren schrieben Fritz und Ottmar Walter Geschichte. Beim Länderspiel in Basel standen erstmals zwei Brüder gemeinsam für Deutschland auf dem Platz, eine Premiere im DFB-Dress. Der DFB.de-Überblick.

DFB trauert um Prof. Dr. Heinrich Heß
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) trauert um Prof. Dr. Heinrich Heß, den früheren Mannschaftsarzt der A-Nationalmannschaft der Männer. Heß ist in Saarbrücken im Alter von 94 Jahren nach kurzer Krankheit gestorben, wie seine Familie mitteilte.
















