3. Liga
Hattricks: Zehn Spieler noch schneller als Besio

Mit einem furiosen 5:2-Heimsieg gegen den SV Waldhof Mannheim übernahm der SC Verl erstmals in dieser Saison die Tabellenführung in der 3. Liga. Maßgeblichen Anteil daran hatte Alessio Besio, der in gerade einmal 17 Minuten einen lupenreinen Hattrick zur 3:0-Führung beisteuerte. In der Geschichte der Spielklasse trafen aber einige Spieler noch schneller. DFB.de wirft einen Blick zurück.
Dass der SC Verl gegen Mannheim zum siebten Mal aus nun zwölf Spielen ohne Niederlagen als Sieger vom Feld gehen würde, deutete sich bereits mit dem ersten Tor von Alessio Besio in der 12. Minute an. Etwas mehr Zeit verging, bis der vom SC Freiburg ausgeliehene Angreifer in der 27. Minute erneut Grund zum Jubeln hatte. Seinen persönlichen Schlusspunkt setzte er dann in der 29. Minute.
"Es hat sich schon ein wenig unwirklich angefühlt, aber die Freude ist unglaublich groß", so der Schweizer über seinen Hattrick, mit dem der SC Verl erstmals auf Platz eins geklettert ist. "Es gibt wenig Schöneres als die Tabellenführung. Wir schauen aber wirklich nur von Spiel zu Spiel. Deswegen haben wir auch diesen Erfolg. Bei uns geht in erster Linie um den Spaß. Und wenn man Spaß hat, ist man immer am besten. Ich glaube, das ist bei uns der Schlüssel."
Batista Meier war für Verl noch schneller
Besio ist allerdings nicht der schnellste Spieler des SC Verl, der einen lupenreinen Hattrick beisteuern konnte. Der mittlerweile beim SC Preußen Münster in der 2. Bundesliga unter Vertrag stehende Oliver Batista Meier (60., Handelfmeter/62./74.) traf am 10. Spieltag der Saison 2023/2024 im Auswärtsspiel bei Rot-Weiss Essen (5:0) innerhalb von 14 Minuten ebenfalls dreimal nacheinander.
Auch beim Wert für den schnellsten Dreierpack in der aktuellen Spielzeit muss sich Besio auf Platz zwei einordnen. Und erneut war Rot-Weiss Essen als Gegner beteiligt. Als Einwechselspieler des SV Waldhof Mannheim konnte sich Nicklas Shipnoski (76./80./89., Foulelfmeter) in nur 13 Minuten dreimal zum 6:1 (2:0)-Heimerfolg in die Torschützenliste eintragen. Da zwischenzeitlich aber der Essener Marek Janssen (85.) verkürzen konnte, gehört zumindest der schnellste lupenreine Hattrick dieser Spielzeit Alessio Besio. In der Ligageschichte rangiert Verls aktueller Angreifer mit seinen 17 Minuten auf Platz elf.
Ali Lukunku nach wie vor unübertroffen
Die bislang unübertroffene Bestmarke besteht schon seit der Gründungssaison 2008/2009. Der damals für den FC Erzgebirge Aue aktive Ali Lukunku benötigte gerade einmal sieben Minuten für einen lupenreinen Hattrick. Gegen den FC Carl Zeiss Jena (5:0) verwandelte der 50-malige Nationalspieler der Demokratischen Republik Kongo neben einem Foulelfmeter (33.) auch einen Handelfmeter (36.) und traf zusätzlich noch aus dem Spiel heraus (40.).
Bitter für den damals 32 Jahre alten Rekordhalter: An jenem 21. Spieltag absolvierte Ali Lukunku verletzungsbedingt seinen letzten Einsatz für Aue und auch in der 3. Liga. Er verabschiedete sich also direkt nach seinem Rekord und verließ auch Deutschland nach etwas weniger als einem Jahr schon wieder. Seine Karriere beendete Lukunku im Sommer 2010 in Belgien bei RFC Lüttich.
Dominik Stroh-Engel mit zweitbestem Wert
Dominik Stroh-Engel schnappte sich in der Spielzeit 2013/2014 im Trikot des SV Darmstadt 98 mit der Ausbeute von 27 Treffern die noch immer gültige Bestmarke als Rekordtorschützenkönig innerhalb einer Saison. Für den schnellsten Dreierpack reichte es dagegen knapp nicht. Zwar trug sich Stroh-Engel beim 6:0 gegen den FC Hansa Rostock sogar viermal in die Torschützenliste ein. Bei seinen drei Treffern kurz nach der Halbzeit (47./54./57.) war er allerdings drei Minuten "langsamer" als Lukunku.
Zumindest unterbot Stroh-Engel damit immer noch die Marke von 13 Minuten, die beim schnellsten Hattrick von "Viererpack-Vorgänger" Salvatore Amirante vergangen waren. In der zweiten Saison der 3. Liga (2009/2010) hatte der Italiener großen Anteil am 6:0-Heimerfolg des FC Carl Zeiss Jena gegen die damals von Ex-Nationalspieler Mehmet Scholl trainierte zweite Mannschaft des FC Bayern München. Nach der Pause drehte Amirante beim Stand von 2:0 richtig auf und legte insgesamt noch viermal nach (48./63./64./76.), dreimal davon innerhalb von 13 Minuten. Drei der vier Tore erzielte er dabei per Kopf.
Mehmet Kara entscheidet Derby für Münster
Etwas mehr als dreieinhalb Jahre nach Salvatore Amirante war auch Mehmet Kara innerhalb von 13 Minuten dreimal erfolgreich. Keine sechs Wochen, nachdem er vom türkischen Erstligisten Genclerbirligi Ankara zum SC Preußen Münster zurückgekehrt war, entschied der Offensivspieler in der Saison 2012/2013 das Heimspiel gegen den Lokalrivalen VfL Osnabrück (3:1) durch Treffer in der 12., 17. und 25. Minute praktisch im Alleingang.
Erst weitere vier Jahre und neun Monate später sollte die Marke von 13 Zeigerumdrehungen für einen Dreierpack noch einmal unterboten werden. In der Saison 2017/2018 erwischte Timmy Thiele vom FC Carl Zeiss Jena einen Glanztag. Nach einem 0:1-Rückstand wendete er am 20. Spieltag beim 4:3 gegen den SV Wehen Wiesbaden mit vier Toren innerhalb von nur 21 Minuten (43./51./55./64.) das Blatt. Es ist der bislang schnellste Viererpack in der 3. Liga. In der Wertung der Blitzhattricks reichen zwölf Minuten zum vierten Rang.
Benedict Hollerbach nun in der Bundesliga
Erst in der Spielzeit 2022/2023 eroberte ein Spieler die Position drei hinter Ali Lukunku (sieben Minuten) und Dominik Stroh-Engel (zehn). Benedict Hollerbach gelang am 22. Spieltag für den SV Wehen Wiesbaden im Auswärtsspiel bei der SpVgg Bayreuth (3:2) in elf Minuten ein Hattrick. Kurz nach der Halbzeitpause (50./53./61.) legte er für die Hessen den Grundstein zum Erfolg.
Am Saisonende schaffte Hollerbach mit dem SV Wehen Wiesbaden über die Relegation gegen Arminia Bielefeld (4:0/2:1) den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Für den mittlerweile 24-Jährigen ging es sogar noch eine Spielklasse weiter nach oben. Der Angreifer wechselte zum Bundesligisten und damaligen Champions-League-Teilnehmer 1. FC Union Berlin. Inzwischen ist er für den 1. FSV Mainz 05 in der höchsten deutschen Spielklasse am Ball.
Sonst kamen nur noch zwei weitere Drittligaprofis mit weniger Minuten als Alessio Besio für einen Dreierpack aus. Dennis Dressel erzielte im November 2020 beim 6:1 des TSV 1860 München gegen den Halleschen FC seine ersten drei von insgesamt vier Toren an diesem Tag innerhalb einer Viertelstunde (41./45./56.), allerdings unterbrochen durch die Halbzeit. Ebenfalls in nur 15 Minuten gingen beim 3:0 des SV Meppen gegen den FSV Zwickau im August 2022 alle drei Treffer auf das Konto von Marvin Pourié (75./81./90.).
Kategorien: 3. Liga
Autor: mspw

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