3. Liga
Vereint in der 3. Liga: Die Cigerci-Brüder und ihre Vorgänger

Nach unter anderem 70 Bundesligapartien und 173 Einsätzen in der höchsten türkischen Spielklasse absolviert Tolga Cigerci (33) für den FC Energie Cottbus derzeit seine ersten Einsätze in der 3. Liga. Ein nicht unwesentlicher Faktor ist dabei die Familie. Für die Lausitzer ist auch sein jüngerer Bruder Tolcay (31) am Ball. DFB.de mit dem Überblick über die Brüder-Paare der Drittliga-Geschichte.
"Für uns beide ging ein Traum in Erfüllung", sagte Tolga Cigerci nach den ersten Pflichtspielminuten, die er gemeinsam mit Tolcay auf dem Platz verbracht hatte, bei MagentaSport. "Er ist seinen Weg gegangen und ich bin meinen Weg gegangen. Jetzt haben sich unsere Wege hier gefunden. Dafür sind wir sehr dankbar."
Tolga Cigerci wurde wie sein Bruder in Nordenham geboren und durchlief im Nachwuchsleistungszentrum des VfL Wolfsburg zahlreiche Altersklassen. Nach einem einjährigen Leihgeschäft verpflichtete Hertha BSC den defensiven Mittelfeldspieler im Jahr 2014 fest für das Bundesliga-Team. Der viermalige türkische Nationalspieler spielte anschließend für die großen Istanbuler Klubs Galatasaray und Fenerbahce sowie später auch für Basaksehir, Ankaragücü und zuletzt Sivasspor, während Tolcay bis auf eine sechsmonatige Stippvisite bei Samsunspor stets in Deutschland am Ball war, unter anderem bei der SpVgg Greuther Fürth sowie bei verschiedenen Berliner Klubs.
Dass die Cigerci-Brüder nun in Cottbus vereint sein würden, stand erst am letzten Tag der Wintertransferperiode fest. Nachdem sein Vertrag in der höchsten türkischen Spielklasse ausgelaufen war, trainierte Tolga beim FC Energie mit, um sich fit zu halten. Anfang Februar schloss er sich den Lausitzern dann fest an. Seitdem stand Tolga Cgerci in jedem seiner bislang drei Einsätze auch gleichzeitig mit Tolcay auf dem Feld.
Die beiden Cigercis sind das 13. Brüderpaar, das in der 3. Liga gemeinsam Minuten auf dem Platz gesammelt hat. Nimmt man alle, die jemals in der dritthöchsten Spielklasse am Ball waren, dann sind es insgesamt 81, darunter sogar zwei Brüdertrios.
Premiere durch Pospischils
Den Auftakt machten in der Saison 2009/2010 - und damit ein Jahr nach der Gründung der dritthöchsten deutschen Spielklasse in ihrer jetzigen Form - Christian und Simon Pospischil, die beide am 16. Spieltag im Trikot von Kickers Offenbach gegen die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart (2:0) auf dem Feld standen. Während Christian insgesamt 68 Drittligapartien bestritt, stehen in der Vita von Simon nur zwei Begegnungen - dafür aber auch die besondere Partie mit seinem älteren Bruder.
Nur drei Wochen später standen erneut zwei Familienmitglieder zeitgleich auf dem Rasen. Benjamin Hübner, aktuell Co-Trainer von Bundestrainer Julian Nagelsmann bei der deutschen Nationalmannschaft, absolvierte im Trikot seines Jugendklubs SV Wehen Wiesbaden sein erstes von 14 gemeinsamen Spielen mit Bruder Florian. Während Benjamin bis zum Ende seiner aktiven Laufbahn unter anderem auch 122 Bundesligapartien für den FC Ingolstadt 04 und die TSG Hoffenheim bestritt, kehrte sein knapp neun Monate jüngerer Bruder Florian Ende Juli 2024 nach 26 Einsätzen in der höchsten Spielklasse sowie 146 Spielen in der 2. Bundesliga zum SVWW zurück.
Mit Christopher Hübner hat auch der Älteste der drei Geschwister neun Spiele in der 3. Liga zu Buche stehen. Gemeinsame Minuten mit Benjamin und Florian gab es aber "nur" in der damaligen zweiten Mannschaft der Hessen. Vater Bruno Hübner war nach seiner Zeit in der Bundesliga beim 1. FC Kaiserslautern einst zum SV Wehen gewechselt, dessen Weg er nach seiner aktiven Zeit als Trainer, Vize-Präsident und Manager prägte.
Göbel-Brüder oft gemeinsam
Nur zwei Brüderpaare haben noch mehr gemeinsame Spiele in der 3. Liga als Benjamin und Florian Hübner in ihrer Vita stehen. In der Saison 2018/2019 sammelten Florian und Felix Brügmann beim FC Carl Zeiss Jena in 22 Begegnungen zeitgleich Spielminuten. Übertroffen wird das nur noch von Christoph und Patrick Göbel. Die beiden Außenverteidiger standen für den FSV Zwickau in der Saison 2016/2017 in 24 Partien zusammen auf dem Platz.
Besonders hoch hinaus ging es für Johannes und Maximilian Eggestein. Nach neun gemeinsamen Drittligapartien 2016/2017 für die zweite Mannschaft des SV Werder Bremen rückte beide zu den Profis auf. So kamen die gebürtigen Hannoveraner in nicht weniger als 50 Pflichtspielen in der Bundesliga und dem DFB-Pokal zusammen zum Einsatz. Maximilian verließ Bremen im August 2021 in Richtung des SC Freiburg. Johannes ist nach Stationen bei Royal Antwerpen und beim FC St. Pauli nun für Austria Wien am Ball.
Otto-Zwillinge nicht zeitgleich
Das jüngste Beispiel für Geschwister, für die der Weg von der 3. Liga aufwärts führte, sind Said und Malek El Mala. Nach ihrer gemeinsamen Zeit beim FC Viktoria Köln (sieben gemeinsame Partien) tragen die beiden Brüder seit dem zurückliegenden Sommer das Trikot des Bundesligisten 1. FC Köln. Während für Said bereits 24 Einsätze im Oberhaus zu Buche stehen, wartet Malek noch auf sein Pflichtspieldebüt für die Profis. Er spielte stattdessen bislang elfmal für die zweite Mannschaft in der Regionalliga West.
Nicht immer bedeutet eine gemeinsame Zeit bei einem Verein, dass Geschwister auch gleichzeitig auf dem Platz stehen. So zählte zwischenzeitlich neben dem aktuellen Profi Yari Otto auch dessen Zwillingsbruder Nick zum Kader des SC Verl. Bei den beiden Partien, die Nick in der Spielzeit 2022/2023 absolvierte, war er nicht zusammen mit Yari im Einsatz. So erging es zuvor auch schon dem aktuellen Bundesligaprofi Omar Traoré (1. FC Heidenheim) und seinem fast vier Jahre jüngeren Bruder Hakim 2021/2022 beim VfL Osnabrück.
Auch Nationalspieler dabei
Auch ohne gemeinsame Einsätze gab es schon einige namentlich sehr bekannte Brüder, die in der 3. Liga aktiv waren oder noch sind. So bestritt Nationalspieler Antonio Rüdiger einst für die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart 22 Begegnungen. Sein Bruder Sahr Senesie stand für den SV Wacker Burghausen und die SG Sonnenhof Großaspach in 79 Partien auf dem Feld.
Weltmeister Toni Kroos war - wie sein jüngerer Bruder Felix - ebenfalls in der dritthöchsten Spielklasse am Ball, wenn auch nur einmal (für den FC Bayern München II). Auch Felix und Fabian Götze - Brüder von WM-Siegtorschütze Mario Götze - haben eine Vergangenheit in der 3. Liga. Sebastian Rudy schaffte es ebenfalls bis in die Nationalmannschaft, sein älterer Bruder Florian brachte es auf sechs Drittligapartien.
Sascha ist der dritte Hingerl
Seit wenigen Wochen zurück in der 3. Liga ist Manuel Riemann. Der inzwischen 37 Jahre alte Torhüter hatte bereits in der Gründungssaison 2008/2009 für den SV Wacker Burghausen in der Spielklasse zwischen den Pfosten gestanden. Am vergangenen Wochenende vertrat er bei Alemannia Aachen den verletzten Fotis Pseftis. Riemanns Bruder Alexander (33) absolvierte sein letztes von insgesamt 111 Drittligaspielen im Oktober 2018 für den VfL Osnabrück.
Klaus Gjasula (Rot-Weiss Essen) vertritt aktuell ebenfalls wieder seinen Familiennamen in der 3. Liga, in der auch sein vier Jahre älterer Bruder Jürgen Gjasula schon aktiv war. Christian Kinsombi läuft derzeit für den FC Hansa Rostock auf, während David Kinsombi beim Zweitligisten SC Paderborn 07 unter Vertrag steht. Sascha Hingerl (SSV Jahn Regensburg) ist derweil nach Kevin und Marco bereits der dritte Bruder in der 3. Liga.
Eine besondere Konstellation gibt es auch bei Frederik (VfL Osnabrück) und Gustav Christensen (FC Ingolstadt 04), die aktuell für Ligakonkurrenten aktiv sind. Mitte April treffen die Teams der beiden Brüder im Rahmen des 34. Spieltages aufeinander. Dann könnte er zum ersten Familienduell auf dem Platz kommen. Das Hinspiel (1:0 für den VfL) hatte Frederik Christensen (23) nämlich krankheitsbedingt verpasst, während sein jüngerer Bruder Gustav von Beginn an für Ingolstadt stürmte. Kurios: In allen anderen Partien in dieser Saison stand Frederik mindestens im Osnabrücker Aufgebot.
Kategorien: 3. Liga
Autor: mspw

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