3. Liga
Hattricks: Nur ein Spieler schneller als Tolcay Cigerci

Der schon vierte lupenreine Hattrick in dieser Saison könnte im Aufstiegsrennen der 3. Liga noch eine bedeutende Rolle spielen. Nicht zuletzt wegen der drei Treffer von Tolcay Cigerci drehte der FC Energie Cottbus im Topspiel gegen Rot-Weiss Essen ein 1:3 in ein 5:3. Cigerci verpasste nur knapp den Eintrag in die Geschichtsbücher als schnellster Hattrick-Schütze. DFB.de wirft einen Blick zurück.
Zunächst verwandelte Tolcay Cigerci in der 73. Minute einen Foulelfmeter zum 2:3-Anschlusstor. Lediglich fünf Minuten später fand ein direkt geschossener Freistoß (78.) des 31-Jährigen den Weg ins Netz. Und in der 82. Minute vollendete er nach einem Zuspiel seines älteren Bruders Tolga Cigerci einen Sololauf von der Mittellinie mit einem sehenswerten Schuss zum 4:3. Der Schlusspunkt gehörte dann seinem Mitspieler Merveille Biankadi (90.+2).
"Es gibt ein paar Fußballer, die gehören nicht in diese Liga. Cigerci gehört dazu", zollte auch Uwe Koschinat, Trainer von Rot-Weiss Essen, dem Hattrick-Schützen Respekt. "Es ist schon brutal, mit welcher Körpersprache dieser Spieler unterwegs ist und welche individuellen Qualitäten er hat. Das muss man dann auch einfach mal anerkennen." Cigerci erzielte seinen Hattrick gegen RWE in gerade einmal neun Minuten. Nur ein Spieler war in der Geschichte der 3. Liga noch schneller.
Ali Lukunku weiter unübertroffen
Die bislang unübertroffene Bestmarke besteht schon seit der Gründungssaison 2008/2009. Der damals für den FC Erzgebirge Aue aktive Ali Lukunku benötigte gerade einmal sieben Minuten für einen lupenreinen Hattrick. Gegen den FC Carl Zeiss Jena (5:0) verwandelte der 50-malige Nationalspieler der Demokratischen Republik Kongo neben einem Foulelfmeter (33.) auch einen Handelfmeter (36.) und traf zusätzlich noch aus dem Spiel heraus (40.).
Bitter für den damals 32 Jahre alten Rekordhalter: An jenem 21. Spieltag absolvierte Ali Lukunku verletzungsbedingt seinen letzten Einsatz für Aue und auch in der 3. Liga. Er verabschiedete sich also direkt nach seinem Rekord und verließ auch Deutschland nach etwas weniger als einem Jahr schon wieder. Seine Karriere beendete Lukunku im Sommer 2010 in Belgien bei RFC Lüttich.
Der erste Hattrick-Schütze der Saison 2025/2026 war bis zum Dreierpack von Tolcay Cigerci auch der schnellste in der laufenden Spielzeit. Alessio Besio (12./27./29.) steuerte am 20. Spieltag drei Treffer zum 5:2 (3:0) gegen den SV Waldhof Mannheim bei. An den Zeitraum von lediglich 17 Minuten, der immerhin zu Platz elf seit Bestehen der 3. Liga reicht, kamen zwischenzeitlich Felix Lohkemper für den SV Waldhof Mannheim beim 3:1 (0:0) gegen den TSV Havelse (28 Minuten) und Mika Schroers beim 3:0 von Alemannia Aachen gegen den SV Wehen Wiesbaden (29 Minuten) nicht ganz heran.
Besio ist allerdings nicht der schnellste Spieler des SC Verl, der einen lupenreinen Hattrick beisteuern konnte. Der mittlerweile beim SC Preußen Münster in der 2. Bundesliga unter Vertrag stehende Oliver Batista Meier (60., Handelfmeter/62./74.) traf am 10. Spieltag der Saison 2023/2024 im Auswärtsspiel bei Rot-Weiss Essen (5:0) innerhalb von nur 14 Minuten ebenfalls dreimal nacheinander.
Rekordschütze Stroh-Engel Dritter
Dominik Stroh-Engel schnappte sich in der Spielzeit 2013/2014 im Trikot des SV Darmstadt 98 mit der Ausbeute von 27 Treffern die noch immer gültige Bestmarke als Rekordtorschützenkönig innerhalb einer Saison. Für den schnellsten Hattrick reichte es dagegen knapp nicht. Zwar trug sich Stroh-Engel beim 6:0 gegen den FC Hansa Rostock sogar viermal in die Torschützenliste ein. Bei seinen drei Treffern kurz nach der Halbzeit (47./54./57.) war er allerdings drei Minuten "langsamer" als Lukunku.
Zumindest unterbot Stroh-Engel damit immer noch die Marke von 13 Minuten, die beim schnellsten Hattrick von "Viererpack-Vorgänger" Salvatore Amirante vergangen waren. In der zweiten Saison der 3. Liga (2009/2010) hatte der Italiener großen Anteil am 6:0-Heimerfolg des FC Carl Zeiss Jena gegen die damals von Ex-Nationalspieler Mehmet Scholl trainierte zweite Mannschaft des FC Bayern München. Nach der Pause drehte Amirante beim Stand von 2:0 richtig auf und legte insgesamt noch viermal nach (48./63./64./76.), dreimal davon innerhalb von 13 Minuten. Drei der vier Tore erzielte er dabei per Kopf.
Etwas mehr als dreieinhalb Jahre nach Salvatore Amirante war auch Mehmet Kara innerhalb von 13 Minuten dreimal erfolgreich. Keine sechs Wochen, nachdem er vom türkischen Erstligisten Genclerbirligi Ankara zum SC Preußen Münster zurückgekehrt war, entschied der Offensivspieler in der Saison 2012/2013 das Heimspiel gegen den Lokalrivalen VfL Osnabrück (3:1) durch Treffer in der 12., 17. und 25. Minute praktisch im Alleingang.
Erst weitere vier Jahre und neun Monate später sollte die Marke von 13 Zeigerumdrehungen für einen Dreierpack noch einmal unterboten werden. In der Saison 2017/2018 erwischte Timmy Thiele vom FC Carl Zeiss Jena einen Glanztag. Nach einem 0:1-Rückstand wendete er am 20. Spieltag beim 4:3 gegen den SV Wehen Wiesbaden mit vier Toren innerhalb von nur 21 Minuten (43./51./55./64.) das Blatt. Es ist der bislang schnellste Viererpack in der 3. Liga. In der Wertung der Blitzhattricks reichen zwölf Minuten zum vierten Rang.
Benedict Hollerbach nun in der Bundesliga
Erst in der Spielzeit 2022/2023 eroberte ein Spieler die damals dritte Position hinter Ali Lukunku (sieben Minuten) und Dominik Stroh-Engel (zehn). Benedict Hollerbach gelang am 22. Spieltag für den SV Wehen Wiesbaden im Auswärtsspiel bei der SpVgg Bayreuth (3:2) in elf Minuten ein Hattrick. Kurz nach der Halbzeitpause (50./53./61.) legte er für die Hessen den Grundstein zum Erfolg.
Am Saisonende schaffte Hollerbach mit dem SV Wehen Wiesbaden über die Relegation gegen Arminia Bielefeld (4:0/2:1) den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Für den mittlerweile 24-Jährigen ging es sogar noch eine Spielklasse weiter nach oben. Der Angreifer wechselte zum Bundesligisten und damaligen Champions-League-Teilnehmer 1. FC Union Berlin. Inzwischen ist er für den 1. FSV Mainz 05 in der höchsten deutschen Spielklasse am Ball, muss derzeit aber wegen eines Achillessehnenrisses pausieren.
Komplettiert wird die Top 10 von zwei weiteren früheren Drittligaprofis. Michele Rizi steuerte im Februar 2018 beim 4:2 des SC Preußen Münster bei der zweiten Mannschaft des SV Werder Bremen nach seiner Einwechslung sogar vier Treffer bei. Dabei erzielte er seine ersten drei Tore (56./61./72.) innerhalb von 16 Minuten. In sogar nur 15 Minuten gingen beim 3:0 des SV Meppen gegen den FSV Zwickau im August 2022 alle drei Treffer auf das Konto von Marvin Pourié (75./81./90.).
| Spieler | Saison | Verein | Endstand | Minuten für Hattrick |
| Ali Lukunku | 2008/2009 | FC Erzgebirge Aue | 5:0 (3:0) gegen FC Carl Zeiss Jena | 7 |
| Tolcay Cigerci | 2025/2026 | FC Energie Cottbus | 5:3 (1:2) gegen Rot-Weiss Essen | 9 |
| Dominik Stroh-Engel | 2013/2014 | SV Darmstadt 98 | 6:0 (2:0) gegen Hansa Rostock | 10 |
| Benedict Hollerbach | 2022/2023 | SV Wehen Wiesbaden | 3:2 (0:0) bei SpVgg Bayreuth | 11 |
| Timmy Thiele | 2017/2018 | FC Carl Zeiss Jena | 4:3 (1:1) gegen SV Wehen Wiesbaden | 12 |
| Salvatore Amirante | 2009/2010 | FC Carl Zeiss Jena | 6:0 (2:0) gegen FC Bayern München II | 13 |
| Mehmet Kara | 2012/2013 | Preußen Münster | 3:1 (3:1) gegen VfL Osnabrück | 13 |
| Oliver Batista-Meier | 2023/2024 | SC Verl | 5:0 (1:0) bei Rot-Weiss Essen | 14 |
| Marvin Pourié | 2022/2023 | SV Meppen | 3:0 (0:0) gegen FSV Zwickau | 15 |
| Michele Rizzi | 2017/2018 | Preußen Münster | 4:2 (0:1) bei Werder Bremen II | 16 |
| Alessio Besio | 2025/2026 | SC Verl | 5:2 (3:0) gegen Waldhof Mannheim | 17 |
Kategorien: 3. Liga
Autor: mspw

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