3. Liga

28 Treffer: Torschützenkönig Gindorf knackt Bestmarke

10.06.2026
Mit der Torjägerkanone: Aachens 28-Tore-Mann Lars Gindorf (l.) Foto: IMAGO

Mit acht Toren in den letzten fünf Partien sicherte sich Lars Gindorf im Trikot von Alemannia Aachen in der abgelaufenen Saison 2025/2026 der 3. Liga mit insgesamt 28 Treffern nicht nur die Torjägerkanone. Der bislang von Hannover 96 ausgeliehene Offensivspieler übertraf auch die seit der Spielzeit 2013/2014 bestehende Saisonbestmarke. DFB.de gibt einen Überblick über die Torschützenkönige.

Bei der zwölf Jahre lang unangetasteten Torausbeute innerhalb einer Saison ist die Rede von Dominik Stroh-Engel, der in der Saison 2013/2014 für den SV Darmstadt 98 bemerkenswerte 27 Treffer zum damaligen Aufstieg in die 2. Bundesliga (über die Relegation gegen Arminia Bielefeld) beisteuerte. Das Besondere daran: In den übrigen 16 Spielzeiten erzielte sonst niemand so viele Tore in einer Saison der 3. Liga. Erst Gindorf verbesserte diesen Rekord. Und das, obwohl er erst nach dem 3. Spieltag verpflichtet wurde und insgesamt nur auf 34 Einsätze kam.

Ahmet Arslan verzeichnete in der Spielzeit 2022/2023 mit 25 Saisontreffern für die SG Dynamo Dresden den bis dahin zweitbesten Wert. Damit konnte er aber auch nicht verhindern, dass die Sachsen am Ende nicht über Rang sechs hinauskamen.

Zweimal reichten 17 Saisontore

Auf so viele Treffer wie Lars Gindorf oder "Dodo" Stroh-Engel kamen Christian Beck (1. FC Magdeburg) in der Saison 2016/2017 sowie Marcel Reichwein (Rot-Weiß Erfurt) in der Spielzeit 2011/2012 zwar bei weitem nicht. Allerdings reichten ihre jeweils 17 Tore, um letztlich in der Torjägerwertung auf Platz eins zu landen. Im Schnitt benötigt ein Angreifer in der 3. Liga knapp 22 Saisontore (exakt 21,72 Treffer), um sich die begehrte Auszeichnung zu schnappen.

Dass die Anzahl der 20 Torschützenkönige den Wert der bisherigen 18 Drittligaspielzeiten (ab der Saison 2008/2009) übersteigt, liegt daran, dass sich in bislang zwei Fällen jeweils zwei Angreifer die Torjägerkrone "teilen" mussten. Patrick Mayer (1. FC Heidenheim 1846) und Dominick Kumbela (Eintracht Braunschweig) trafen in der Spielzeit 2010/2011 jeweils 19-mal. Zwei Jahre später beendeten Anton Fink (Chemnitzer FC) und Fabian Klos (Arminia Bielefeld) mit jeweils 20 Toren die Saison gemeinsam an erster Stelle der individuellen Wertung.

Anton Fink Rekordtorschütze

Sowohl für Fink als auch für Klos war es dabei nicht die einzige Saison, in der sich die torgefährlichen Angreifer gegen die Konkurrenz durchsetzen konnten. Schon in der Premierenspielzeit 2008/2009 wurde Fink - damals noch für die SpVgg Unterhaching am Ball - zum ersten Torschützenkönig der 3. Liga überhaupt. Bis heute ist der inzwischen 38-Jährige, der aktuell als Spielertrainer mit dem Pforzheimer Kreisligisten 1. FC 08 Birkenfeld in der Relegation um den Aufstieg in die Landesliga spielt, mit deutlichem Abstand der erfolgreichste Torschütze der 3. Liga überhaupt. Aller Voraussicht nach wird er es auch noch viele Jahre bleiben.

In seinen zehn Spielzeiten traf Fink nur zweimal nicht zweistellig, war in insgesamt 324 Partien 136-mal erfolgreich. Zum Vergleich: Auf Platz zwei der "Ewigen Torschützenliste" folgt Marcel Bär (34), der dem FC Erzgebirge Aue auch nach dem Abstieg in die Regionalliga Nordost treu bleiben wird, mit 89 Treffern. Der drittplatzierte Zlatko Janjic (40) kommt auf die Ausbeute von 81 Treffern, kümmert sich allerdings mittlerweile als Sportvorstand um die Kaderzusammenstellung des SC Verl. Erst der siebtplatzierte Terrence Boyd (72 Treffer), der seinen Vertrag beim SV Waldhof Mannheim verlängert hat, könnte sich nach aktuellem Stand in der kommenden Spielzeit 2026/2027 in der Rangliste verbessern.

Für Fabian Klos (38) gab es nach 2013 bereits zwei Jahre später die zweite Trophäe, als er Arminia Bielefeld mit 23 Treffern erneut zum Aufstieg in die 2. Bundesliga schoss. Dort wurde er einige Jahre später (2019/2020) ebenfalls Torschützenkönig und steuerte 21 Treffer zum Sprung in die Bundesliga bei. Es folgte zunächst der Klassenverbleib, ehe die Arminia durch zwei Abstiege nacheinander unfreiwillig in die 3. Liga zurückkehrte. Kapitän Klos bestritt dort noch seine 13. Saison für die Ostwestfalen, hatte bei 37 Einsätzen mit neun Toren großen Anteil am Klassenverbleib und beendete dann seine aktive Laufbahn. In der "Ewigen Torschützenliste" der 3. Liga belegt Fabian Klos mit 62 Treffern Rang 14.

Toptorjäger kein Aufstiegsgarant

Dass die Tatsache, den Torschützenkönig in den eigenen Reihen zu haben, oft nicht ausreicht, um auch den erhofften sportlichen Erfolg zu haben, machen nicht zuletzt die zurückliegenden Jahre deutlich. In keiner der jüngsten sieben Spielzeiten stieg die Mannschaft, die den torgefährlichsten Angreifer stellte, auch in die 2. Bundesliga auf. So landete Alemannia Aachen trotz der 28 Treffer von Lars Gindorf und trotz der zweitbesten Rückrundenbilanz sämtlicher Teams nur auf Rang sieben.

Die 20 Saisontore von Fatih Kaya ermöglichten es dem SV Wehen Wiesbaden gerade einmal, die Spielzeit 2024/2025 auf dem neunten Platz zu beenden. Der FC Ingolstadt 04 landete trotz der 18 Treffer von Torschützenkönig Jannik Mause, der dabei noch die letzten drei Saisonspiele verletzungsbedingt verpasst hatte, am Ende der Saison 2023/2024 sogar nur auf Platz zehn. Schmerzlich war die Erfahrung zuvor auch für den TSV 1860 München. Gleich zweimal nacheinander erzielten Marcel Bär (21 Treffer) und Sascha Mölders (22) die meisten Tore in der Liga. Die Münchner "Löwen" blieben dennoch jeweils drittklassig.

Im besonderen Fall von Kwasi Okyere Wriedt (Torschützenkönig 2019/2020 mit der U 23 des FC Bayern München/24 Treffer) lag das allerdings nur daran, dass der Nachwuchs des Rekordmeisters trotz des Titelgewinns in der 3. Liga nicht aufstiegsberechtigt war. Insgesamt schafften es sogar 14 der 20 Torschützenkönige - und damit mehr als zwei Drittel aller Sieger - mit ihren Klubs nicht, den Gang in die 2. Bundesliga anzutreten.

Dass Fußball ein Mannschaftssport ist, zeigte auch die Saison 2009/2010 eindrucksvoll, als sich der Franzose Régis Dorn (SV Sandhausen) die Torjägerkanone sicherte. Während der Angreifer seine Kontrahenten überragte, schaffte es der SVS lediglich auf den 14. Tabellenplatz. Dorn war dabei für 22 der 54 Saisontreffer von Sandhausen verantwortlich. In der Spielzeit 2011/2012 traf der inzwischen 46 Jahre alte Dorn dann bei 14 Einsätzen lediglich zweimal, doch das Team stieg in die 2. Bundesliga auf. mspw

Die Torschützenkönige der 3. Liga im Überblick

 Saison  Spieler (Verein)  Tore
 2025/2026 Lars Gindorf (Alemannia Aachen) 28
 2024/2025 Fatih Kaya (SV Wehen Wiesbaden) 20
 2023/2024 Jannik Mause (FC Ingolstadt 04) 18
 2022/2023 Ahmet Arslan (SG Dynamo Dresden) 25
 2021/2022 Marcel Bär (TSV 1860 München) 21
 2020/2021 Sascha Mölders (TSV 1860 München) 22
 2019/2020 Kwasi Wriedt (FC Bayern München II) 24
 2018/2019 Marvin Pourié (Karlsruher SC) 22
 2017/2018 Manuel Schäffler (SV Wehen Wiesbaden) 22
2016/2017 Christian Beck (1. FC Magdeburg) 17
2015/2016 Justin Eilers (SG Dynamo Dresden) 23
2014/2015 Fabian Klos (DSC Arminia Bielefeld) 23
2013/2014 Dominik Stroh-Engel (SV Darmstadt 98) 27
2012/2013 Fabian Klos (DSC Arminia Bielefeld) 20
  Anton Fink (Chemnitzer FC) 20
2011/2012 Marcel Reichwein (Rot-Weiß Erfurt) 17
2010/2011 Patrick Mayer (1. FC Heidenheim) 19
  Dominick Kumbela (Eintracht Braunschweig) 19
2009/2010 Régis Dorn (SV Sandhausen) 22
2008/2009 Anton Fink (SpVgg Unterhaching) 21

Kategorien: 3. Liga

Autor: mspw