3. Liga
Hattrick in sechs Minuten: Peter Remmert nun der Schnellste

Der 8. Spieltag in der 3. Liga sorgte für die Verbesserung eines mehr als 17 Jahre alten Rekordes. Peter Remmert sicherte Spitzenreiter MSV Duisburg nicht nur mit einem Dreierpack den Sieg gegen die TSG Hoffenheim II (3:2). Der 21-Jährige benötigte für seinen Hattrick auch nur sechs Minuten. In der Geschichte der Spielklasse traf kein Spieler so schnell dreimal. DFB.de wirft einen Blick zurück.
Dietmar Hirsch, Trainer des MSV Duisburg, bewies beim vierten Sieg im vierten Heimspiel ein glückliches Händchen. Der 54-Jährige brachte beim Zwischenstand von 0:2 gegen die zweite Mannschaft der TSG Hoffenheim gleich drei neue Spieler zur Pause. Einer von ihnen: Peter Remmert. Der Leihspieler vom Bundesligisten FC Schalke 04 hatte mit seinem lupenreinen Hattrick innerhalb von sechs Minuten (71./72./77.) maßgeblichen Anteil an der Wende und stellte gleichzeitig eine neue Bestmarke auf.
"Ich hatte kein Zeitgefühl, es ging alles ganz schnell", meinte der Angreifer im Interview bei MagentaSport. "Durch einen Standard kann man immer gefährlich werden. Ich hatte auch ein wenig Glück, dass der Ball direkt vor meinen Füßen lag", beschrieb Remmert seinen ersten Treffer. "Beim Ausgleich treffe ich den Ball gar nicht so optimal, aber er ist drin. Nach dem 2:2 ist das Momentum auf unserer Seite. Und dann explodiert natürlich das Stadion. Da ist es für jeden Gegner schwer, standhaft zu bleiben."
Lukunku war seit 2009 führend
Die zuvor unübertroffene Bestmarke bestand schon seit der Gründungssaison 2008/2009. Der damals für den FC Erzgebirge Aue aktive Ali Lukunku benötigte auch nur sieben Minuten für einen lupenreinen Hattrick. Gegen den FC Carl Zeiss Jena (5:0) verwandelte der 50-malige Nationalspieler der Demokratischen Republik Kongo neben einem Foulelfmeter (33.) auch einen Handelfmeter (36.) und traf zusätzlich noch aus dem Spiel heraus (40.).
Bitter für den damals 32 Jahre alten Rekordhalter: An jenem 21. Spieltag absolvierte Ali Lukunku verletzungsbedingt seinen letzten Einsatz für Aue und auch in der 3. Liga. Er verabschiedete sich also direkt nach seinem Rekord und verließ auch Deutschland nach etwas weniger als einem Jahr schon wieder. Seine Karriere beendete Lukunku im Sommer 2010 in Belgien bei RFC Lüttich.
Wende dank Tolcay Cigerci
In der zurückliegenden Saison kam Tolcay Cigerci dem Lukunku-Wert sehr nah. Der Mittelfeldspieler verhalf dem späteren Aufsteiger FC Energie Cottbus mit einem verwandelten Foulelfmeter (73.), einem direkt verwandelten Freistoß (78.) und einem Sololauf (82.) innerhalb von neun Minuten dazu, im Spitzenspiel gegen den direkten Konkurrenten Rot-Weiss Essen einen zwischenzeitlichen 1:3-Rückstand in eine 4:3-Führung zu drehen. Den Schlusspunkt der Partie zum 5:3-Endstand setzte dann sein damaliger Mitspieler Merveille Biankadi (90.+2).
Bis zum Dreierpack von Tolcay Cigerci war der erste Hattrick-Schütze der Spielzeit 2025/2026 auch der schnellste in der damaligen Saison. Alessio Besio (12./27./29.) steuerte am 20. Spieltag drei Treffer in Folge zum 5:2 (3:0) gegen den SV Waldhof Mannheim bei. An den Zeitraum von lediglich 17 Minuten, der immerhin zu Platz zwölf seit Bestehen der 3. Liga reicht, kamen zwischenzeitlich Felix Lohkemper für den SV Waldhof Mannheim beim 3:1 (0:0) gegen den TSV Havelse (28 Minuten) und Mika Schroers beim 3:0 von Alemannia Aachen gegen den SV Wehen Wiesbaden (29 Minuten) nicht ganz heran.
Dabei ist Besio, der inzwischen für den VfL Wolfsburg in der 2. Bundesliga stürmt, nicht einmal der schnellste Spieler des SC Verl, der einen lupenreinen Hattrick beisteuern konnte. Der mittlerweile beim SC Paderborn 07 in der Bundesliga unter Vertrag stehende Oliver Batista Meier (60., Handelfmeter/62./74.) traf am 10. Spieltag der Saison 2023/2024 im Auswärtsspiel bei Rot-Weiss Essen (5:0) innerhalb von nur 14 Minuten ebenfalls dreimal nacheinander.
Stroh-Engel jetzt noch Vierter
Dominik Stroh-Engel schnappte sich in der Spielzeit 2013/2014 im Trikot des SV Darmstadt 98 mit der Ausbeute von 27 Treffern die Torjägerkanone. Für den schnellsten Hattrick reichte es dagegen knapp nicht. Zwar trug sich Stroh-Engel beim 6:0 gegen den FC Hansa Rostock sogar viermal in die Torschützenliste ein. Für seine drei Treffer kurz nach der Halbzeit (47./54./57.) benötigte er allerdings zehn Minuten. Das reicht aktuell für Platz vier.
Zumindest unterbot Stroh-Engel damit aber immer noch die Marke von 13 Minuten, die beim schnellsten Hattrick von "Viererpack-Vorgänger" Salvatore Amirante vergangen waren. In der zweiten Saison der 3. Liga (2009/2010) hatte der Italiener großen Anteil am 6:0-Heimerfolg des FC Carl Zeiss Jena gegen die damals von Ex-Nationalspieler Mehmet Scholl trainierte zweite Mannschaft des FC Bayern München. Nach der Pause drehte Amirante beim Stand von 2:0 richtig auf und legte insgesamt noch viermal nach (48./63./64./76.), dreimal davon innerhalb von 13 Minuten. Drei der vier Tore erzielte er dabei per Kopf.
Etwas mehr als dreieinhalb Jahre nach Salvatore Amirante war auch Mehmet Kara innerhalb von 13 Minuten dreimal erfolgreich. Keine sechs Wochen, nachdem er vom türkischen Erstligisten Genclerbirligi Ankara zum SC Preußen Münster zurückgekehrt war, entschied der Offensivspieler in der Saison 2012/2013 das Heimspiel gegen den Lokalrivalen VfL Osnabrück (3:1) durch Treffer in der 12., 17. und 25. Minute praktisch im Alleingang.
Erst weitere vier Jahre und neun Monate später sollte die Marke von 13 Zeigerumdrehungen für einen Dreierpack noch einmal unterboten werden. In der Saison 2017/2018 erwischte Timmy Thiele vom FC Carl Zeiss Jena einen Glanztag. Nach einem 0:1-Rückstand wendete er am 20. Spieltag beim 4:3 gegen den SV Wehen Wiesbaden mit vier Toren innerhalb von nur 21 Minuten (43./51./55./64.) das Blatt. Es ist der bislang schnellste Viererpack in der 3. Liga. In der Wertung der Blitzhattricks reichen 13 Minuten zum geteilten sechsten Rang.
Hollerbach nun Bundesligaprofi
Erst in der Spielzeit 2022/2023 eroberte ein Spieler die damals dritte Position hinter Ali Lukunku (sieben Minuten) und Dominik Stroh-Engel (zehn). Benedict Hollerbach gelang am 22. Spieltag für den SV Wehen Wiesbaden im Auswärtsspiel bei der SpVgg Bayreuth (3:2) in elf Minuten ein Hattrick. Kurz nach der Halbzeitpause (50./53./61.) legte er für die Hessen den Grundstein zum Erfolg.
Am Saisonende schaffte Hollerbach mit dem SV Wehen Wiesbaden über die Relegation gegen Arminia Bielefeld (4:0/2:1) den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Für den mittlerweile 25-Jährigen ging es sogar noch eine Spielklasse weiter nach oben. Der Angreifer wechselte zum Bundesligisten und damaligen Champions-League-Teilnehmer 1. FC Union Berlin. Inzwischen ist er für den 1. FSV Mainz 05 in der höchsten deutschen Spielklasse am Ball, vor wenigen Wochen gab er sein Comeback nach einem Achillessehnenriss.
Komplettiert wird die "Top11" von zwei weiteren früheren Drittligaprofis. Michele Rizzi steuerte im Februar 2018 beim 4:2 des SC Preußen Münster bei der zweiten Mannschaft des SV Werder Bremen nach seiner Einwechslung sogar vier Treffer bei. Dabei erzielte er seine ersten drei Tore (56./61./72.) innerhalb von 16 Minuten. In sogar nur 15 Minuten gingen beim 3:0 des SV Meppen gegen den FSV Zwickau im August 2022 alle drei Treffer auf das Konto von Marvin Pourié (75./81./90.).
| Spieler | Saison | Verein | Endstand | Minuten für Hattrick |
| Peter Remmert | 2026/2027 | MSV Duisburg | 3:2 (0:2) gegen TSG Hoffenheim II | 6 |
| Ali Lukunku | 2008/2009 | FC Erzgebirge Aue | 5:0 (3:0) gegen FC Carl Zeiss Jena | 7 |
| Tolcay Cigerci | 2025/2026 | FC Energie Cottbus | 5:3 (1:2) gegen Rot-Weiss Essen | 9 |
| Dominik Stroh-Engel | 2013/2014 | SV Darmstadt 98 | 6:0 (2:0) gegen Hansa Rostock | 10 |
| Benedict Hollerbach | 2022/2023 | SV Wehen Wiesbaden | 3:2 (0:0) bei SpVgg Bayreuth | 11 |
| Timmy Thiele | 2017/2018 | FC Carl Zeiss Jena | 4:3 (1:1) gegen SV Wehen Wiesbaden | 12 |
| Salvatore Amirante | 2009/2010 | FC Carl Zeiss Jena | 6:0 (2:0) gegen FC Bayern München II | 13 |
| Mehmet Kara | 2012/2013 | Preußen Münster | 3:1 (3:1) gegen VfL Osnabrück | 13 |
| Oliver Batista-Meier | 2023/2024 | SC Verl | 5:0 (1:0) bei Rot-Weiss Essen | 14 |
| Marvin Pourié | 2022/2023 | SV Meppen | 3:0 (0:0) gegen FSV Zwickau | 15 |
| Michele Rizzi | 2017/2018 | Preußen Münster | 4:2 (0:1) bei Werder Bremen II | 16 |
| Alessio Besio | 2025/2026 | SC Verl | 5:2 (3:0) gegen Waldhof Mannheim | 17 |
Kategorien: 3. Liga
Autor: mspw

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