DFB-Pokal der Frauen
Finalduelle mit Bayern: Die Bilanz spricht für Wolfsburg

Das Pokalfinale der Frauen an Christi Himmelfahrt, also diesen Donnerstag (ab 16 Uhr, live im ZDF und bei Sky), wird zum Kräftemessen der besten deutschen Mannschaften. Meister gegen Vizemeister, Titelverteidiger gegen Rekordpokalsieger - auch in diesem Wettbewerb streiten sich die Frauen des FC Bayern München und VfL Wolfsburg also um den Titel. Was in der Google Pixel Frauen-Bundesliga heuer eine klare Sache ist, kann im Pokalfinale ganz anders laufen. Die Historie dieses Duells spricht jedenfalls dem VfL Mut zu - er gewann die beiden bisherigen Endspiele gegen die Bayern. DFB.de blickt zurück.
2018: VfL Wolfsburg - FC Bayern München 0:0 n.V., 3:2 i.E.
Ins Finale 2018 zogen die "Wölfinnen" zum vierten Mal in Folge ein, gewonnen hatten sie alle, und als amtierende Meisterinnen waren sie natürlich auch Favorit. Die Bayern-Frauen waren aber mit nur drei Zählern Rückstand Zweiter geworden und bereits auf Augenhöhe mit den Seriensiegerinnen. So verwunderte es wohl keinen Beobachter, dass sich eine ausgeglichene Partie entwickelte. Es war sogar eine gute, bloß fehlte die Würze eines jeden Fußballspiels: Der Ball wollte einfach nicht ins Tor an diesem Tag, und der da schon ehemalige Bundestrainer auf der Tribüne, Horst Hrubesch, selbst ein großer Torjäger, dürfte so manches Mal mit dem Kopf geschüttelt haben. Aber die Torhüterinnen Almuth Schult (Wolfsburg) und Manuela Zinsberger (München) hatten auch einen besonders guten Tag. Zinsberger machte kurz vor der Pause die größte Chance des Spiels zunichte, als sie gegen die allein auf sie zustrebende Ewa Pajor parierte. Die größte Bayern-Chance bot sich erst in der Verlängerung der nach sechsmonatiger Verletzungspause zurückgekehrten Simone Laudehr.
Aber es blieb beim 0:0 vor 17.700 Zuschauern, und weil ein Finale seinen Sieger braucht, bat Schiedsrichterin Sandra Stolz (Priwalk) zum Elfmeterschießen. Selbst das wurde zunächst ein Torvermeidungswettbewerb: Drei der ersten vier Elfmeter wurden vergeben, nur Wolfsburgs Isabel Kerschkowski behielt die Nerven. Als Zinsberger die nächsten beiden VfL-Elfmeter hielt, schien sich das Glück zu wenden, doch Schult bewahrte ihr Team davor und hielt einen zweiten Elfmeter, ein dritter der Bayern war an die Latte gegangen. Einen Spickzettel mit Infos über die Schützinnen lehnte sie übrigens ab, "am Ende entscheidet doch das Bauchgefühl, wohin man springt."
Die letzten drei Schüsse vom Kreidepunkt waren alle drin, die Norwegerin Caroline Graham Hansen beendete das Drama schließlich mit ihrem Treffer zum 3:2. Wie sie die Last der Verantwortung bewältigte, hat man eher selten gehört: "Ich habe versucht, mich nicht zu sehr unter Druck setzen zu lassen", sagte sie. "Ich habe mir vorgestellt, dass ich in meinem Garten stehe." So wurde der Rasen von Müngersdorf zu Hansens privater Wiese - eiskalt verwandelte sie, und alle stürzten auf sie zu. Auch Seriensieger können sich unbändig freuen. Die Wolfsburger Allgemeine titelte nach dem Spiel: "Doubled gut!"
Trainer Stephan Lerch, der die VfL-Frauen zu Saisonbeginn übernommen hatte, war froh dass die Siegesserie (die bis 2024 anhalten sollte) im Pokalfinale unter ihm nicht abgerissen war. Dass er auf der Pressekonferenz danach von seinen Spielerinnen mit Sekt geduscht wurde, nahm er da gern in Kauf. Zu sehr gefeiert wurde nicht, fünf Tage später stand das Finale in der Champions League an. Mit dem erhofften Triple wurde es dann aber nichts - nach Verlängerung hieß es 1:4 gegen Olympique Lyon.
Das Elfmeterschießen:
Behringer scheitert an Schult - 1:0 Kerschkowski für Wolfsburg - Demann an die Latte - Jakabfi scheitert an Zinsberger - 1:1 Islacker - Masar scheitert an Zinsberger - Vonkova scheitert an Schult - 2:1 Harder - 2:2 Laudehr - 3:2 Hansen
2024: VfL Wolfsburg - FC Bayern München 2:0
Die Neuauflage sechs Jahre später war ein Treffen zwischen Titelverteidigerinnen (VfL) und Meisterinnen. Die Ära der Bayern-Frauen, seit 2023 ununterbrochen die Nummer eins im Land, stand noch ziemlich am Anfang. In Köln kam es vor nun schon 44.400 Zuschauern zum Schaulaufen der aktuellen deutschen Nationalspielerinnen - insgesamt elf kamen zum Einsatz. Von 2018 waren auf Wolfsburger Seite noch zwei Spielerinnen dabei: Ewa Pajor und Einwechselspielerin Joelle Wedemeyer. Bei Bayern gab es nur eine "Überlebende", allerdings nur, weil Pernille Harder die Seiten gewechselt hatte, was sich zumindest für dieses Finale nicht als Vorteil erwies. Denn der Pokal blieb in Wolfsburg.
Einen Seitenwechsel plante auch Lena Oberdorf, die ihren Abschied im VfL-Dress gegen ihren künftigen Verein gab. Weil sie das in ihrer Jugend mal kategorisch ausgeschlossen hatte, wurde sie dafür nun angefeindet. Von daher war es für Oberdorf, wie sie sagte, "ein spezielles Spiel. Ich habe medial sehr viel abbekommen, was ich ein Stück weit verstehen kann." Umso wichtiger war es ihr auch, allen Verdächtigungen entgegenzutreten und das Spiel zu gewinnen - was gelang. Zum zehnten Mal in Folge ging der Pokal nach Wolfsburg, doch diesmal machten es die "Wölfinnen" nicht so spannend wie 2018.
Schon vor der Pause fielen die beiden einzigen Tore des sonnigen Nachmittags. Jule Brand traf zum frühen 1:0 (14.), per Aufsetzer aus rund 20 Metern. Den Bayern versetzte er einen Schock, wann hatte man zuletzt eine Halbzeit der Münchnerinnen quasi ohne Torchance gesehen? Merle Frohms im VfL-Tor musste ihr unbestrittenes Können jedenfalls erst nach der Pause zeigen, als die Bayern schon zwei Tore aufholen mussten. Denn nach einer Ecke von Svenja Huth hatte Dominique Jansen einen Kopfball aus rund 15 Metern unter die Latte gesetzt (40.).
Der Sieg der Titelverteidigerinnen geriet danach kaum noch in Gefahr. Einmal musste Merle Frohms einen Kopfball von Lea Schüller parieren, einmal musste sie sich lang machen, um einen Schuss von Klara Bühl um den Pfosten zu lenken. Dann war es vorbei, und unter den Klängen von Queen ("We are the champions") und Neil Diamond ("Sweet Caroline") zelebrierten die Siegerinnen ihre einmalige Rekordserie im deutschen Fußball: Zehn Pokalsiege in Folge bedeuteten auch 50 gewonnene Pokalspiele - und nach fünf Jahren blieben sie wieder mal während der ganzen Runde ohne ein Gegentor.
"Letztes Jahr konnten wir den Pokalsieg nicht so genießen, weil es in der Liga noch um was ging", sagte Trainer Tommy Stroot. "Dieses Jahr werden wir Köln auseinandernehmen. Ich gehe fest davon aus, dass der Dom wackeln wird." Der Dom soll es überstanden haben, aber nun sind sie ja schon wieder da, die Finalisten von 2024…
Tore: 1:0 Brand (14.), 2:0 Janssen (40.)
Kategorien: DFB-Pokal der Frauen
Autor: um
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Klink: "In einem DFB-Pokalfinale kann alles passieren"
Es ist das Traumfinale um den DFB-Pokal: Am Donnerstag (ab 16 Uhr, live im ZDF und bei Sky) treffen der VfL Wolfsburg und FC Bayern München in Köln aufeinander. Mit DFB.de spricht FCB-Torhüterin Anna Klink über das große Duell.

Pokalfinale Wolfsburg gegen FC Bayern live im TV und Stream
In den vergangenen elf Jahren hieß der DFB-Pokalsieger der Frauen entweder VfL Wolfsburg oder FC Bayern München. Daran wird sich auch im zwölften Jahr nichts ändern, denn beide treffen am Donnerstag (ab 16 Uhr) aufeinander. Alle Infos im FAQ.

Tickets fürs Pokalfinale in Köln
Der Vorverkauf fürs DFB-Pokalfinale der Frauen in Köln läuft. Für das Duell von Rekordsieger VfL Wolfsburg mit Titelverteidiger Bayern München am Donnerstag (ab 16 Uhr, live im ZDF und auf Sky) sind Restkarten verfügbar.