DFB-Nachwuchsliga

FCM-Trainer Matthias Mincu: "Wir wollen den Gegner zu Fehlern zwingen"

30.04.2026
Matthias Mincu: "Ich nehme im Umfeld bereits viel an Euphorie wahr" Foto: Seidler/1. FC Magdeburg

Im Viertelfinale um die Deutsche B-Junioren-Meisterschaft trifft die U 17 des 1. FC Magdeburg am Samstag (ab 14 Uhr) auf den FC Schalke 04. Trainiert wird der FCM-Nachwuchs von UEFA-Pro-Lizenz-Inhaber Matthias Mincu (33), der schon seit 14 Jahren als Trainer tätig ist. Im DFB.de-Interview spricht Mincu mit Mitarbeiter Peter Haidinger über die Teilnahme an der Endrunde und die Nachwuchsförderung.

DFB.de: Im Viertelfinale um die Deutsche B-Junioren-Meisterschaft geht es für den 1. FC Magdeburg gegen den Nachwuchs des FC Schalke 04. Überwiegt die Vorfreude oder die Anspannung bei Ihrem Team, Herr Mincu? 

Matthias Mincu: Ich habe eine gesunde Mischung aus beiden Aspekten bei meinen Spielern ausgemacht. Insbesondere vor dem Achtelfinale gegen den 1. FSV Mainz 05 hatte man den Jungs die Nervosität bereits angemerkt. Das wurde dann mit guter Laune überspielt. 

DFB.de: Ihr Team setzte sich gegen die Mainzer mit 3:2 nach Verlängerung durch. Was war für den Erfolg entscheidend? 

Mincu: Wir hatten keine gänzlich zufriedenstellende erste Halbzeit gespielt. Eine klare Ansage in der Kabine war nötig, um das Team wieder vollends in die Spur zu bekommen. Auch die Jungs haben in der Pause untereinander Klartext gesprochen. Im zweiten Abschnitt hatte die Mannschaft mit einer größeren Energie agiert und die Begegnung - nach einem 0:2-Rückstand - noch gedreht. Dass uns ein Teil der aktiven FCM-Fanszene unterstützte hatte, hat die Jungs enorm beflügelt und dabei geholfen, die Partie noch zu gewinnen. 

DFB.de: Die Schalker schalteten in ihrem Achtelfinale den FC Bayern München 1:0 aus. Welchen Eindruck haben Sie von den Königsblauen? 

Mincu: Uns erwartet ein sehr reifer Gegner, der kernig verteidigt. Die Schalker Mannschaft machte gegen Bayern München einen physisch stabilen Eindruck, verfügt individuell über sehr hohe Qualität. 

DFB.de: Worauf wird es ankommen? 

Mincu: Wir wollen Druck ausüben und den Gegner zu Fehlern zwingen. Dafür müssen wir mutig auftreten, dürfen nicht ängstlich sein. 

DFB.de: Welche Bedeutung hat die Teilnahme an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft grundsätzlich für die Spieler und den Verein? 

Mincu: Ich nehme im Umfeld bereits viel an Euphorie wahr. Vom Verein erfahren wir eine große Wertschätzung. Unser Team setzt sich aus sehr vielen guten Einzelspielern zusammen, die sich in solchen K.o.-Duellen präsentieren können. Auch vor einem Jahr standen wir schon im Achtelfinale, sind damals durch ein 2:4 bei RB Leipzig ausgeschieden. 

DFB.de: Ihre Mannschaft hatte die Hauptrundengruppe in der Liga A als Tabellenführer abgeschlossen. Dabei landeten Borussia Dortmund, der Hamburger SV, Hannover 96, RB Leipzig und Holstein Kiel hinter dem FCM. War Ihnen da schon klar, dass noch mehr geht? 

Mincu: Es ging für uns in der Gruppenphase nicht darum, irgendwie unter die besten vier Mannschaften zu kommen. Unser Ziel war es, einen der ersten Plätze zu erreichen, um in der K.o.-Runde Heimvorteil zu haben. Das hat gut funktioniert. Wenn wir unsere Qualität auf den Platz bringen, können wir jeder Mannschaft Probleme bereiten. 

DFB.de: Was macht für Sie den Reiz des K.o.-Modus aus? 

Mincu: Die Dynamik in einem K.o.-Spiel ist eine ganz andere: Man kann etwas gewinnen, aber auch alles verlieren. Ich bin ein großer Fan davon, dass man im Juniorenbereich solche Wettkampfsituationen für die Spieler schafft. Damit bekommen die Jungs bereits das Rüstzeug, das sie im weiteren Verlauf ihrer Karriere benötigen. 

DFB.de: In einem möglichen Halbfinale könnte Ihr Team erneut auf den BVB treffen. Welche Erinnerungen haben Sie noch an die Duelle? 

Mincu: Wir hatten den BVB zu Hause mit 6:4 besiegt und im Rückspiel eine 0:4-Niederlage kassiert. Es waren sehr emotionale Duelle. Beide Spiele wurden intensiv geführt, fanden auf einem sehr hohen Level statt. Wir haben großen Respekt vor dem BVB, der über abgezockte Einzelspieler verfügt. Wenn es noch einmal zu diesem Match kommen sollte, wäre das für jeden Zuschauer mit Sicherheit eine attraktive Partie. Erst einmal beschäftigen wir uns aber nur mit unserem nächsten Gegner - und der heißt FC Schalke 04. 

DFB.de: Sie sind schon seit zwölf Jahren für den FCM tätig, waren auch schon Co-Trainer unter dem damaligen Cheftrainer Christian Titz. Was konnten Sie sich abschauen? 

Mincu: Inhaltlich habe ich viel von ihm gelernt. Für mich persönlich war die Zusammenarbeit mit Christian Titz eine große Bereicherung. Das eigene Spiel durchdrücken zu wollen und für jede Situation Lösungen parat zu haben, war sein Credo. Sein fußballerischer Ansatz war stets aktiv und wenig reagierend. 

DFB.de: Wie läuft aktuell die Zusammenarbeit mit der Lizenzabteilung? 

Mincu: Alle Trainer von der U 12 bis in den Profibereich arbeiten sehr gut zusammen. Wir haben kurze Wege, was die Kommunikation erleichtert. Die beiden Trainer Petrik Sander und Pascal Ibold, die zuvor die U 23 betreut hatten, sind weiterhin ganz stark an der Nachwuchsarbeit interessiert. Es ist ein sehr angenehmer Austausch. Die enge Zusammenarbeit ist ein wichtiges Prädikat, das den FCM besonders auszeichnet. 

DFB.de: Sie wurden bereits im Alter von 21 Jahren Co-Trainer der U 19. Wie kam es dazu, dass Sie schon so früh die Trainerlaufbahn eingeschlagen haben? 

Mincu: Im Herrenbereich hatte ich mir als Torhüter bei meinem Heimatverein Kreveser SV einen Schien- und Wadenbeinbruch zugezogen. Während der Verletzungspause hatte ich mich im theoretischen Bereich viel mit Fußball beschäftigt. Die Angst vor einer neuerlichen Verletzung habe ich nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Ich studierte damals in Magdeburg und hatte das Glück, dass Thomas Hoßmang und der heutige Nachwuchsleiter Carsten Müller mich dazu genommen haben, obwohl ich bis dahin nichts vorzuweisen hatte. Zwei Jahre habe ich gelernt, geholfen und unterstützt. Danach habe ich meine Lizenzen gemacht und Schritt für Schritt mehr Verantwortung übertragen bekommen. 

DFB.de: Welche persönlichen Ziele verfolgen Sie als Trainer? 

Mincu: Ich möchte mit dem Team gegen den FC Schalke 04 eine Runde weiterkommen. Dieses kurzfristige Ziel steht demnach im Vordergrund. Als junger Trainer hatte ich mir mal einen Karriereplan zurechtgelegt, jetzt ist das aber nicht mehr der Fall. Ich fühle mich in meiner aktuellen Rolle beim FCM pudelwohl. 

DFB.de: Was reizt Sie grundsätzlich an der Aufgabe, mit jungen Spielern zusammenzuarbeiten? 

Mincu: Wenn man die Spieler in ihrer ganzheitlichen Entwicklung begleitet, bekommt man unglaublich viel zurück und sieht ganz schnell Lernerfolge. Als Trainerteam sind wir Begleiter und Ansprechpartner für die Jungs, die aus eigener Motivation die Strapazen auf sich nehmen. Ich arbeite sehr gerne mit ihnen zusammen.

Kategorien: DFB-Nachwuchsliga

Autor: mspw