3. Liga

Die Trainer*innen der 20 Klubs: Mota-Debüt zur Eröffnung

21.07.2026
Bringt internationale Erfahrung mit nach Mannheim: Waldhof-Coach Rui Mota Foto: imago

Um den Grundstein für eine erfolgreiche Saison in der 3. Liga zu legen, arbeiten die 20 Klubs aktuell in der Vorbereitung. In der neuen Spielzeit 2026/2027, die am 7./8./9. August mit dem 1. Spieltag beginnt, mischen nicht nur einige neue Teams in der dritthöchsten deutschen Spielklasse mit, sondern auch neue Trainer an der Seitenlinie. DFB.de gibt eine Übersicht.

Zwei Trainernamen sind dabei nicht nur in der 3. Liga, sondern auch im deutschen Profifußball neu. Besonders viel internationale Erfahrung bringt dabei Rui Mota mit, der nun als Chefcoach beim SV Waldhof Mannheim in der Verantwortung steht. Der 47-Jährige betreute zuletzt den bulgarischen Klub Ludogorets Razgrad, den er in die UEFA Europa League führte. Zuvor arbeitete der Portugiese nicht nur in seiner Heimat, sondern auch schon in Saudi-Arabien, Griechenland, Belgien, Polen, Brasilien, Türkei, Iran, Kroatien, Georgien, Armenien und Bulgarien.

"Die Voraussetzungen für erfolgreichen Fußball sind hier beim Waldhof vorhanden", betont Rui Mota. "Nun gilt es für uns als Trainerteam, aus einzelnen Spielern eine echte Mannschaft zu formen. Ein Team, in dem jeder für den anderen einsteht und alles dem gemeinsamen Erfolg untergeordnet wird. Wenn uns das gelingt, werden wir eine gute Saison spielen." Zum Auftakt seiner Zeit in der 3. Liga bestreitet Rui Mota mit dem SV Waldhof Mannheim am Freitag, 7. August (ab 19 Uhr, live bei MagentaSport), gleich das Eröffnungsspiel gegen Fortuna Düsseldorf.

Shala folgt in Verl auf Strobl

Zumindest schon im Juniorenbereich in Deutschland hat Orest Shala gearbeitet. Der neue Cheftrainer des SC Verl war im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des 1. FC Union Berlin tätig, ehe er in die Schweiz wechselte, um Peter Zeidler als Co-Trainer beim FC St. Gallen zu unterstützen. Nach drei Jahren übernahm Shala die zweite Mannschaft des Erstligisten, die er bis Sommer 2025 trainierte. In der zurückliegenden Saison war der 34-Jährige beim portugiesischen Drittligisten CD Mafra tätig, mit dem er die Rückkehr in die zweithöchste Spielklasse knapp verpasste.

"Für mich ist es ein überragender Schritt, diesen besonderen Verein in der 3. Liga übernehmen zu dürfen", sagt Orest Shala zu seinem Wechsel an die Verler Poststraße. Dort trat er die Nachfolge von Tobias Strobl (zum Bundesliga-Absteiger VfL Wolfsburg) an. "Ich sehe viele Parallelen in meiner Spielweise und der des Sportclubs", so Shala weiter. "Mein Ziel ist es die überaus erfolgreiche Arbeit der zurückliegenden Jahre fortzusetzen und in gewissen Details meinen Stempel aufzurücken."

Wörle und Ende sind zurück

Der dritte Trainer, der sein Amt mit dem Beginn der Vorbereitung angetreten hat, ist Thomas Wörle beim SC Preußen Münster. Der ehemalige Frauen-Cheftrainer des FC Bayern München hatte - übrigens gleichzeitig mit den Münsteraner "Adlerträgern" - zuvor den SSV Ulm 1846 Fußball zum Durchmarsch von der Regionalliga bis in die 2. Bundesliga geführt, ehe sich die Wege im März 2025 trennten. Nun soll der 44-Jährige die einem Jahr nach den "Spatzen" aus der zweithöchsten Spielklasse abgestiegenen Preußen stabilisieren.

Ein Vorgänger von Wörle in Münster ist ebenfalls wieder in der 3. Liga für eine Mannschaft verantwortlich. Rund vier Wochen nach seinem Aus beim SC Preußen schloss sich Alexander Ende im Frühjahr Fortuna Düsseldorf an. Den Abstieg aus der 2. Bundesliga konnte der 46-Jährige zwar nicht mehr verhindern, die Fortuna um ihren neuen Sportvorstand Samir Arabi setzen aber weiterhin auf Ende.

Die drei neuen Cheftrainer sowie Alexander Ende sind allerdings nicht die einzigen, die erstmals mit ihrem aktuellen Team eine Sommervorbereitung bestreiten. Auch Sascha Hildmann (SSV Jahn Regensburg/seit 31. März 2026), Michael Schiele (FC Würzburger Kickers/seit 16. März 2026), Argirios Giannikis (1. FC Saarbrücken/seit 11. Februar 2026), Daniel Scherning (SV Wehen Wiesbaden/seit 10. November 2025) und Mersad Selimbegovic (Alemannia Aachen/seit 6. November 2025) starten mit ihren Mannschaften erstmals in eine neue Saison.

Koschinat winkt Platz zwei

Nico Willig (VfB Stuttgart II), Stefan Kleineheismann (TSG Hoffenheim II) und Marian Wilhelm (FC Viktoria Köln/alle seit 1. Juli 2025) haben jeweils ihr erstes Jahr hinter sich. Etwas mehr als ein halbes Jahr länger im Amt sind Uwe Koschinat (Rot-Weiss Essen/seit 12. Dezember 2024) und Daniel Brinkmann (FC Hansa Rostock/seit 2. November 2024). Mit der nun bevorstehenden Saison könnte Koschinat (275 Spiele) in der Liste der Rekordtrainer der 3. Liga an Stefan Krämer (287) und Joe Enochs (292) vorbeiziehen und den zweiten Platz übernehmen. Nur Spitzenreiter Pavel Dotchev (390 Partien) ist noch außer Reichweite.

Mit Ausnahme der Würzburger Kickers, bei denen Michael Schiele im Frühjahr und somit in der heißen Phase der zurückliegenden Saison nach seiner ersten Amtszeit (3. Oktober 2017 bis 29. September 2020) an alte Wirkungsstätte zurückgekehrt war, stellen die übrigen Aufsteiger einige der dienstältesten Trainer*innen. Lucas Beniermann steht seit dem 12. August 2024 beim SV Meppen in der Verantwortung. Der 35-Jährige begeht somit wenige Tage nach dem Saisonauftakt beim MSV Duisburg (Samstag, 8. August, 14 Uhr) sein zweijähriges Dienstjubiläum, das sein Gegenüber Dietmar Hirsch gerade schon hinter sich gebracht hat. Der 54-Jährige kehrte im Sommer 2025, ein Jahr nach seinem Amtsantritt, mit den "Zebras" in die dritthöchste Spielklasse zurück und landete dort auf Anhieb auf Rang vier.

Diese Marke schon seit einiger Zeit durchbrochen hat Matthias Mink bei Fortuna Köln. Der mit 58 Jahren älteste Chefcoach der 3. Liga war schon als Spieler selbst für die Kölner Südstädter am Ball und trainierte das Team zwischen Juli 2007 und Juni 2011 schon einmal - damals in der jeweils fünftklassigen Verbandsliga Mittelrhein und in der NRW-Liga. Seit 2022 ist Mink Sportlicher Leiter der Fortuna. Am 1. März 2024 übernahm er parallel dazu auch die Position als Cheftrainer.

Ferchichi in Doppelfunktion

Sogar bereits mehr als drei Jahre im Verein verzeichnet Pascal Reinhardt. Der frühere Drittligaspieler (sieben Einsätze für die zweite Mannschaft des 1. FSV Mainz 05) steht seit dem 1. Juli 2023 bei der SG Sonnenhof Großaspach an der Seitenlinie und führte den selbsternannten "Dorfklub" in diesem Zeitraum von der Oberliga Baden-Württemberg bis zurück in die 3. Liga. Reinhardt ist mit 33 Jahren zugleich der jüngste Trainer aller derzeitigen Drittligisten.

Bei der Länge der Amtszeit als Cheftrainer wird Pascal Reinhardt nur von Samir Ferchichi beim TSV Havelse übertroffen. Nach mehreren Aufgaben im Nachwuchsbereich übernahm der 41-Jährige am 21. September 2022 als Trainer die erste Mannschaft. Die Garbsener führte Ferchichi im Sommer 2025 zur Rückkehr in die 3. Liga. Mit dem Beginn der Vorbereitung auf die anstehende Spielzeit hat Ferchichi zusätzlich auch die Aufgaben als Sportlicher Leiter übernommen.

Wittmann am längsten im Klub

Eine Besonderheit gibt es bei Sabrina Wittmann und dem FC Ingolstadt 04. Die 35-Jährige, die am 2. Mai 2024 zunächst als Interimstrainerin übernommen hatte und wenige Wochen später offiziell befördert wurde, steht damit von allen Trainer*innen am längsten ohne Unterbrechung bei ihrem Klub in der 3. Liga an der Seitenlinie.

Außerdem kommt sie auf die längste Vereinszugehörigkeit aller Trainer*innen. Ab 2011 war Wittmann zunächst Spielerin in Ingolstadt aktiv, startete aber nur ein Jahr später auch schon als Nachwuchstrainerin. Sie coachte nach und nach fast sämtliche Juniorinnen- und Junioren-Teams der "Schanzer", arbeitete als Sportliche Leiterin und Direktorin Entwicklung für den FCI-Nachwuchs, wurde 2021 Cheftrainerin der U 19 und rückte knapp drei Jahre später zu den Profis auf. Am Samstag, 8. August (ab 14 Uhr, live bei MagentaSport und im BR Fernsehen) startet sie mit ihrem Team mit dem Heimspiel gegen Aufsteiger FC Würzburger Kickers in ihre dritte komplette Saison.

Kategorien: 3. Liga

Autor: mspw