3. Liga
Die Rekordspieler: Müllers Bestmarke "nicht für die Ewigkeit"

Schon seit mehr als fünf Jahren rangiert Robert Müller an der Spitze der Rekordspieler der 3. Liga. Insgesamt 348 Einsätze absolvierte der inzwischen 39 Jahre alte frühere Defensivspieler in der dritthöchsten deutschen Spielklasse. Diese Bestmarke könnte unter Umständen während der bevorstehenden Saison 2026/2027 fallen. DFB.de mit einem Überblick über die erfahrensten Drittligaprofis.
Ganz oben in der Liste der Rekordspieler gab es exakt seit dem 22. Mai 2021 keine Bewegung mehr. An diesem Datum bestritt Robert Müller für die SpVgg Unterhaching seine 348. Partie in der 3. Liga (1:1 beim 1. FC Magdeburg). Mit dieser Marke führt der gebürtige Schweriner, der seine höherklassige Laufbahn vor einiger Zeit beendet hat und inzwischen auch als Co-Trainer beim SV Siedenbollentin aus der NOFV-Oberliga Nord tätig ist, nach wie vor die Rangliste an.
Die SpVgg Unterhaching, deren damaligen Abstieg auch der Rekordmann nicht verhindern konnte, gehörte zwar von 2023 bis 2025 wieder der 3. Liga an. Robert Müller hatte die Vorstädter jedoch schon unmittelbar nach dem ersten Gang in die Regionalliga Bayern verlassen und stand danach noch zwei Jahre beim Greifswalder FC unter Vertrag, mit dem ihm 2022 der Aufstieg in die Regionalliga Nordost gelang. Verletzungsbedingt blieb der vorherige "Dauerbrenner" dort jedoch ein Jahr lang ohne jeden Einsatz. Für die benachbarte HSG Uni Greifswald lief Müller in der 8. Liga auf, zuletzt aber nur noch sporadisch (sechs Partien in der abgelaufenen Spielzeit).
Viele "Verfolger" nicht mehr in 3. Liga
Dass er weiterhin auf Platz eins rangiert, liegt vor allem daran, dass auch viele "Verfolger" wie etwa der zweitplatzierte Tim Danneberg (332 Partien), Thomas Geyer (331), Alf Mintzel (325), Rekordtorschütze Anton Fink (324) oder auch David Blacha (320) allesamt ebenfalls schon seit einiger Zeit nicht mehr in der 3. Liga auf dem Platz stehen. Während Danneberg nach dem Ende seiner Karriere direkt Co-Trainer beim VfL Osnabrück wurde und bis Februar die U 19 der Lila-Weißen betreute, lassen auch Mintzel (mit TGSV Holzhausen in der Kreisoberliga Rheingau-Taunus) und Fink (Spielertrainer beim Kreisligisten 1. FC 08 Birkenfeld) ihre Laufbahnen bei unterklassigen Klubs ausklingen. Blacha ist als Leiter Lizenzbereich bei Bundesliga-Aufsteiger SV 07 Elversberg tätig.
Thomas Geyer, der mit 331 Partien den dritten Platz in der Rekordliste belegt, ist zwar noch im höherklassigen Fußball aktiv. Der 35-Jährige trägt allerdings seit Sommer 2025 das Trikot des VfR Aalen, mit dem er gerade erst wieder in die Regionalliga Südwest aufgestiegen ist.
Bahns Vertrag in Aachen läuft aus
Der einzige Akteur aus der "Top 10", der gute Aussichten hätte, die Bestmarke von Robert Müller schon recht bald zu übertreffen, ist Bentley Baxter Bahn. Durch seine 21 Einsätze für Alemannia Aachen in der zurückliegenden Saison stehen nun insgesamt 324 Drittligabegegnungen in der Vita des 33 Jahre alten Mittelfeldspielers. Damit ist er auf Platz sechs vorgerückt, gleichauf mit Anton Fink.
Sollte Bahn - der neben Aachen auch schon für den SV Waldhof Mannheim, FC Hansa Rostock, den Halleschen FC, FSV Zwickau, FSV Frankfurt und die Stuttgarter Kickers in der dritthöchsten Spielklasse aufgelaufen war - auch in der kommenden Saison Drittligafußball spielen, dann könnte er der neue Rekordmann werden. Ob es dazu kommen wird, ist aber noch unklar. Bahns Vertrag bei Alemannia Aachen läuft zum Monatsende nach zwei Jahren aus und wird nicht verlängert.
Bis zum Ende der Spielzeit 2024/2025 hatte noch Robert Müllers früherer Mitspieler Markus Schwabl von der SpVgg Unterhaching die besten Aussichten, sich in der Rangfolge weiter nach oben zu verbessern. Der nun 35 Jahre alte Rechtsverteidiger war bis dahin mit 326 Partien auf Platz vier geklettert. Da der Sohn von Vereinspräsident und Ex-Nationalspieler Manfred Schwabl den Hachingern aber auch nach dem Abstieg in die Regionalliga Bayern als Spieler und Sportdirektor treu geblieben ist, kommen vorerst keine weiteren Begegnungen mehr dazu.
"Bin lange genug Rekordspieler"
Dass er immer noch Rekordspieler der 3. Liga ist, empfindet Robert Müller "als Auszeichnung, auf die ich auch stolz bin. Als Profi verzichtet man auf einiges, was nicht immer alle sehen oder auch wissen - wie zum Beispiel Geburtstage oder Feierlichkeiten. Meine Eltern leben in Leipzig. Während meiner Karriere habe ich aber eigentlich nie bei einem Verein in der Nähe gespielt. Die Anzahl an Drittligaspielen ist nicht nur ein Zeichen von harter Arbeit, sondern auch Qualität. So blind kann ich nicht gewesen sein, wenn ich so viele Spiele absolvieren durfte", sagt der Routinier mit einem Grinsen.
An eine "Bestmarke für die Ewigkeit" glaubt er allerdings nicht. "Schließlich war ich schon vor der Gründung der 3. Liga aktiv und zwischenzeitlich auch in der 2. Bundesliga am Ball", sagt er. Da sich Offensivspieler Marcel Costly (295 Begegnungen) gerade für einen Wechsel vom FC Ingolstadt 04 zum 1. FC Heidenheim 1846 in die 2. Bundesliga entschieden hat, räumt Müller vor allem einem ehemaligen Weggefährten "gute Chancen" ein, ihn eines Tages abzulösen: Christoph Greger (258 Einsätze). Der 29-Jährige steht inzwischen beim FC Viktoria Köln unter Vertrag. "Christoph ist ein super verlässlicher Innenverteidiger. Aus unserer gemeinsamen Zeit bei der SpVgg Unterhaching weiß ich, wie sehr er seinen Körper pflegt", so Müller. Hätte Greger nicht einen Großteil der abgelaufenen Saison verletzungsbedingt verpasst, wäre er zumindest schon in die "Top 20" vorgestoßen.
Robert Müller betont: "Wer auch immer mich letztlich überholt: Ich gönne es jedem. Schließlich weiß ich, wie viel Arbeit dahinter steckt. Wenn ich die Bestmarke nach einem halben Jahr verloren hätte, wäre ich sicherlich nicht begeistert gewesen. Inzwischen bin ich aber lange genug Rekordspieler."
Für acht Klubs in der 3. Liga aktiv
Robert Müller hält übrigens auch den Rekord für die Anzahl der Vereine, für die er in der 3. Liga am Ball war. Seine 348 Begegnungen bestritt er in insgesamt elf Spielzeiten für den FC Carl Zeiss Jena (37), Holstein Kiel (36), den FC Hansa Rostock (35), den SV Wehen Wiesbaden (100), den VfR Aalen (87), den KFC Uerdingen 05 (zwei), den FC Energie Cottbus (17) und die SpVgg Unterhaching (34). Dazu war Robert Müller auch in der Bundesliga (ein Spiel für Hertha BSC) und in der 2. Bundesliga (55 Begegnungen für Jena und Rostock) aktiv.
Das Trikot eines achten Drittligisten könnte auch Bentley Baxter Bahn in der kommenden Saison tragen. Sieben verschiedene Vereine verzeichnen sonst noch Marcus Piossek (299 Einsätze), Soufian Benyamina (285), Tobias Rühle (273), Timmy Thiele (241), Jan Löhmannsröben (226) und Steven Ruprecht (216). Das komplette Gegenteil in der Liste der Rekordspieler ist Sascha Mockenhaupt, der sämtliche seiner 255 Drittligaspiele für den SV Wehen Wiesbaden bestritten hat, den Klub aber in diesem Sommer verlassen hat.
Die "Top 20" der Rekordspieler
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Kategorien: 3. Liga
Autor: mspw

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