DFB-Pokal
Pokalsieger Deniz Undav: "Ich bin einfach nur glücklich"

Der VfB Stuttgart hat zum vierten Mal den DFB-Pokal gewonnen. Der Bundesligist gewann im Finale mit 4:2 (3:0) gegen Arminia Bielefeld. Der deutsche Nationalspieler Deniz Undav, der das zwischenzeitliche 3:0 erzielt hatte, hielt den Pokal fest in seinem Arm, als er mit DFB.de über das Spiel und seine Gefühlslage sprach.
DFB.de: Herr Undav, für Außenstehende war das Spiel ein echtes Spektakel. Wie haben Sie das empfunden?
Deniz Undav: Ja, zu 100 Prozent. Beide Mannschaften haben alles gegeben. Bielefeld hat sich nicht versteckt. Sie haben ihren Spielstil beibehalten. Sie hatten sogar früh im Spiel eine riesige Chance. Aber diese Chance haben sie Gott sei Dank nicht reingemacht. Und dann haben wir das Spiel mit unseren Toren direkt entschieden.
DFB.de: Nach 28 Minuten führten Sie bereits mit 3:0. Drei Tore hat Ihre Mannschaft innerhalb von 13 Minuten erzielt. So etwas lässt sich eigentlich nicht planen…
Undav: Doch, das war der Plan. Wenn wir das erste Tor machen, wollten wir direkt mit dem zweiten und dritten Tor nachlegen. Das haben wir gemacht. Wir hätten auch direkt das vierte und fünfte Tor machen können. Dann wären wir in der Schlussphase nicht noch einmal ins Schwitzen geraten, als wir die zwei Gegentore gekriegt haben. Da waren wir nicht schlau und haben Bielefeld zurück ins Spiel geholt. Aber am Ende haben wir gewonnen.
DFB.de: Haben Sie sich nach den beiden späten Gegentreffern noch einmal Sorgen gemacht?
Undav: Ja, am Ende hat der Alex (Nübel, Anm.d.Red.) das eine Ding noch super auf der Linie gerettet. Ich glaube, wenn der Ball auch noch reingegangen wäre, wären wir noch einmal ins Schwimmen geraten. Aber wir haben den Kopf über Wasser gehalten und den Sieg geholt.
DFB.de: Nun war das nicht die einfachste Saison für den VfB Stuttgart. In der Bundesliga sind Sie auf Tabellenplatz 9 gelandet. Ist der Pokalsieg nun ein schöner und versöhnlicher Abschluss?
Undav: Ja, hundertprozentig. Wir haben das Ding geholt. Das war unser Ziel. Pokal geholt, neunter Platz in der Liga, Qualifikation für die Europa League – da können wir alle stolz drauf sein.
DFB.de: Die Stimmung im Berliner Olympiastadion war wieder einmal etwas ganz Besonderes. Wie haben Sie die Atmopshäre wahrgenommen?
Undav: Als wir auf den Platz kamen und die Fans gesungen haben, bekam ich eine Gänsehaut. Ich glaube, ich war da schon leicht am Tanzen (lacht). Ich habe mich gefreut, war aber trotzdem ganz entspannt und locker. Nachdem wir die Tore gemacht haben, war die Stimmung unbeschreiblich.
DFB.de: Sie halten den Pokal in Ihren Armen. Haben Sie schon daraus getrunken?
Undav: Nee, ich habe noch nicht daraus getrunken. Irgendjemand hat Bier daraus getrunken. Aber ich mag kein Bier. Wäre es Jägermeister gewesen, hätte ich einen getrunken (grinst).
DFB.de: Was bedeutet Ihnen dieser Titel persönlich?
Undav: Ich bin einfach nur glücklich, wieder europäisch spielen zu dürfen und einen Titel geholt zu haben. Ich selbst habe niemals darüber nachgedacht, einen Pokal gewinnen zu können. Jetzt habe ich das Gott sei Dank getan. So richtig realisiert habe ich das aber noch nicht.
DFB.de: Und was bedeutet das für die Mannschaft? Nun wird wahrscheinlich in der ganzen Stadt gefeiert…
Undav: Alle sind glücklich, alle wollen feiern, alle wollen trinken, alle wollen Spaß haben und dann in den Urlaub fahren. Auch ich kann das heute noch einmal genießen. Aber dann wird es wieder ruhiger, weil ich ja am Freitag zur Nationalmannschaft fahre.
DFB.de: Die Nominierung für die Nationalmannschaft dürfte für Sie ein besonderer Saisonabschluss sein, oder?
Undav: Ja, Gott sei Dank hat der Bundestrainer mich nominiert. Ich glaube, er weiß, was für eine Qualität ich habe. Ich kann auf der Zehn spielen und vorne spielen. Am Ende entscheidet immer der Bundestrainer, wer nominiert wird. Ich kann einfach nur alles geben. Und wenn der Bundestrainer mich haben möchte, bin ich immer bereit.
Kategorien: DFB-Pokal
Autor: oj

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